Zukunftslos

Die Bun­desregierung kürzt die Aus­bil­dungs­bei­hil­fe für junge Erwach­sene drastisch. Das trifft junge Arbeit­nehmer/-innen in dop­pel­ter Hin­sicht: Mit diesen Kürzun­gen kön­nen sich viele die über­be­triebliche Aus­bil­dung nicht mehr leis­ten und wer­den damit ver­stärkt in die Hil­f­sar­beit gedrängt. „Diese völ­lig sinnlose und unnötige Maß­nahme raubt jun­gen Men­schen ihre Zukun­ftsper­spek­tiv­en und entzieht dem Wirtschafts­stan­dort die ange­blich so drin­gend benötigten Fachkräfte“, erk­lärt Arbeit­erkam­mer-Präsi­dent von Oberöster­re­ich Dr. Johann Kalli­auer. Die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung ist das Kern­stück der Aus­bil­dungs­garantie, welche europaweit als Vor­bild diente. „Sie war ein Haupt­grund für den ver­gle­ich­sweise gerin­gen Anstieg der Jugen­dar­beit­slosigkeit in Öster­re­ich während der Finanz- und Wirtschaft­skrise“, erk­lärt Kalli­auer und fordert die Bun­desregierung auf, aus­re­ichend Geld für die Aus­bil­dungs­garantie zur Ver­fü­gung zu stellen und die Pläne zur Kürzung der Aus­bil­dungs­bei­hil­fe wieder zu ver­w­er­fen. „Bei­des gibt jun­gen Erwach­se­nen, die im ersten Anlauf noch nicht auf dem Arbeits­markt Fuß fassen kon­nten, eine neue Per­spek­tive. Und auch die Betriebe prof­i­tieren, wenn junge Men­schen zu Fachkräften aus­ge­bildet wer­den“, so Kalli­auer. Im April 2018 waren rund 42.500 junge Men­schen zwis­chen 20 und 24 Jahren entwed­er arbeit­s­los oder in Schu­lun­gen. Bei den 15- bis 19-Jähri­gen waren 26.100 Jugendliche arbeit­s­los, in Schu­lung oder lehrstel­len­suchend. Das beweist, dass die arbeits­mark­t­poli­tis­chen Maß­nah­men für Per­so­n­en unter 19 Jahren, wie etwa die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung (ÜBA) oder das Jugend­coach­ing, greifen. Dadurch hat sich das Prob­lem der Jugen­dar­beit­slosigkeit hin zu den 20-bis 24-Jähri­gen ver­schoben. Die von der Regierung mit Unter­stützung der Arbeit­ge­ber­seite beschlossene und ab Sep­tem­ber wirk­same Kürzung der Aus­bil­dungs­bei­hil­fe für junge Erwach­sene über 18 Jahre in ein­er über­be­trieblichen Aus­bil­dung (ÜBA) von 753 auf 325,80 Euro erschw­ert vie­len jun­gen Erwach­se­nen den Zugang zu ein­er Aus­bil­dung im zweit­en oder drit­ten Anlauf. „Viele von ihnen haben bere­its hohe Lebenser­hal­tungskosten, etwa durch eine eigene Woh­nung oder durch Kinder, und kön­nen sich auf­grund dieser Kürzung eine Aus­bil­dung nicht mehr leis­ten“, sagt AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Prob­lema­tisch sieht Kalli­auer auch, dass laut par­la­men­tarischem Bud­get­di­enst für das Jahr 2019 keine Mit­tel für die Aus­bil­dungs­garantie bis 25 Jahren vorge­se­hen sind. „Wenn das wirk­lich stimmt, erleben wir einen drastis­chen arbeits­mark­t­poli­tis­chen Rückschritt in Öster­re­ich“, sagt der oberöster­re­ichis­che AK-Präsi­dent.