Solidarisch

Wer auch immer der näch­sten Bun­desregierung ange­hören wird, der Appell der Gew­erkschaft­sju­gend lautet: Vergesst die Lehrlinge nicht“, sagt Sascha Ern­szt, Vor­sitzen­der der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ) anlässlich der voraus­sichtlich dem­nächst begin­nen­den Regierungsver­hand­lun­gen. In der derzeit kon­junk­turbe­d­ingt wach­senden Wirtschaft bekla­gen sich wieder viele Unternehmen, dass sie keine gut aus­ge­bilde­ten Fachkräfte find­en kön­nen. „Nutzen wir die Zeit, um die Lehrlingsaus­bil­dung auf neue finanzielle Beine zu stellen, damit auch genug Fachkräfte aus­ge­bildet wer­den, wenn die Wirtschaft ger­ade nicht wächst. Die Unternehmen brauchen neue Anreize, damit sie wieder mehr Lehrlinge aufnehmen. Deswe­gen fordern wir die kün­ftige Regierung auf, das ÖGJ-Konzept zum Fachkräfte­fonds umzuset­zen. Das würde bedeuten, dass alle Unternehmen die Lehrlingsaus­bil­dung finanzieren, und nicht nur jene, die selb­st Lehrstellen anbi­eten.“ Es war ein großer Erfolg der ÖGJ, dass am 12. Okto­ber die sol­i­darische Finanzierung der Lehrlings-Inter­nate vom Nation­al­rat beschlossen wurde. Kün­ftig müssen die Lehrlinge nicht mehr selb­st für die Inter­natskosten zahlen, son­dern der Insol­ven­zent­gelt­fonds. „Diese sol­i­darische Finanzierungs­form sollte für die gesamte Lehrlingsaus­bil­dung gel­ten“, fordert Ern­szt. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert einen Aus­bil­dungs­fonds (Fachkräftemil­liarde), in den Fir­men ein­zahlen, die nicht aus­bilden, obwohl sie es kön­nten, und aus dem Betriebe, die qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden, Förderun­gen erhal­ten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahres­brut­tolohn­summe durch die Unternehmen finanziert wer­den. Link: Inter­natskosten.