Partizipation

Rund 50.000 Jugendliche aus ganz Europa haben in den let­zten Monat­en ihre Erwartun­gen und Wün­sche an die EU in ein­er Umfrage bekan­nt gegeben. Ins­beson­dere wurde nach den Pri­or­itäten für ein gemein­sames zukün­ftiges Europa gefragt. Allein in Öster­re­ich haben mehr als 1600 junge Men­schen an der Befra­gung teilgenom­men. Die Ergeb­nisse der Umfrage präsen­tierte die Bun­desju­gend­vertre­tung bei einem Pressege­spräch. Beson­ders wichtig ist es jun­gen Men­schen in Öster­re­ich, dass sie Ein­fluss auf Entschei­dun­gen haben (92%), die sie und ihre näch­ste Umge­bung betr­e­f­fen, und dass sie durch Bil­dung fit für die Zukun­ft wer­den (96%). Für 74 Prozent der 11- bis 19-jähri­gen Teilnehmer*innen ist eine Wahlal­tersenkung auf 16 Jahre sehr wichtig oder wichtig. Außer­dem wollen 87 Prozent der Befragten auf zukün­ftige For­men von Arbeit vor­bere­it­et sein und zuver­läs­sige Infor­ma­tion­squellen find­en kön­nen. Für 94 Prozent ist es beson­ders wichtig, dass junge Frauen und Mäd­chen keine Diskri­m­inierung mehr in der Zukun­ft erleben. Eben­so wichtig ist es jun­gen Men­schen, dass ländliche Gegen­den für Junge attrak­tiv­er (72%) wer­den und alle Jugendlichen ver­ste­hen, wie die EU funk­tion­iert und arbeit­et (79%). „Die Ergeb­nisse zeigen deut­lich, dass Jugendliche in poli­tis­che Entschei­dung­sprozesse mitein­be­zo­gen wer­den wollen. Allerd­ings sind junge Men­schen in gewählten poli­tis­chen Insti­tu­tio­nen und Ämtern stark unter­repräsen­tiert“, so die BJV-Vor­sitzende Mar­ti­na Tiwald. „Nur zwölf Mit­glieder des Europäis­chen Par­la­ments waren nach der Wahl 2014 unter 30 Jahre alt, unter den öster­re­ichis­chen Abge­ord­neten gibt es aktuell keine Per­son unter 30“, kri­tisiert die Vor­sitzende. „Junge Politiker*innen müssen auf wählbaren Posi­tio­nen zu find­en sein, damit die Sichtweise junger Men­schen nicht nur in Wahlkampfzeit­en rel­e­vant ist. Wir fordern einen Jugen­dan­teil im Europäis­chen Par­la­ment von min­destens 10 Prozent aller Abge­ord­neten“, so Chris­t­ian Zoll. „Wir Jun­gen wollen am Ver­hand­lungstisch sitzen, wenn poli­tis­che Entschei­dun­gen über unsere Zukun­ft getrof­fen wer­den“, betont der Vor­sitzende abschließend. Durchge­führt wurde die Umfrage im Rah­men der jugend­poli­tis­chen Zusam­me­nar­beit der EU, die einen europaweit­en Dia­log zwis­chen Jugend und Poli­tik vor­sieht. In Öster­re­ich koor­diniert die BJV den Dialog­prozess, der die lokale und regionale über die nationale Ebene mit europäis­ch­er Poli­tik verbinden soll. Im Zuge der aktuellen Kam­pagne „Europa, das sind wir“ set­zt die BJV in den näch­sten Wochen und Monat­en unter­schiedliche Aktiv­itäten, um jun­gen Men­schen auf nationaler und europäis­ch­er Ebene Gehör zu ver­schaf­fen.