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Arbei­ter­kam­mer Prä­si­den­tin Rena­te Anderl appel­liert an Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mar­ga­re­te Schram­böck, beim infor­mel­len Han­dels­mi­nis­ter­rat heu­te in Ber­lin das Nein Öster­reichs zum EU-Mer­co­sur-Deal zu bekräf­ti­gen. „Die­ses Han­dels­ab­kom­men wider­spricht jeg­li­chen Anstren­gun­gen für eine gerech­te Welt­wirt­schaft. Die Glo­ba­li­sie­rung muss für alle gerecht gestal­tet wer­den und darf nicht zulas­ten der Beschäf­tig­ten und der Umwelt gehen“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Der Inter­na­tio­na­le Gewerk­schafts­bund zählt Bra­si­li­en die­ses Jahr erneut zu den welt­weit zehn Län­dern mit den schlimms­ten Arbeits­be­din­gun­gen für erwerbs­tä­ti­ge Men­schen. Doku­men­tiert wer­den skla­ve­rei-ähn­li­che Ver­hält­nis­se auf Zucker­rohr- und Soja­plan­ta­gen sowie auf Rin­der­far­men. Auch der Arbeits- und Gesund­heits­schutz in der Pro­duk­ti­on und Ver­ar­bei­tung wird teil­wei­se völ­lig igno­riert. Arbei­te­rIn­nen und Gewerk­schaf­te­rIn­nen sind Ein­schüch­te­run­gen, Gewalt und Will­kür aus­ge­setzt. Der geplan­te Han­dels­de­al wird dar­an nichts ändern und ris­kiert statt­des­sen, die Arbeits­be­din­gun­gen und Kli­ma­ka­ta­stro­phe wei­ter zu ver­schär­fen. Den Ver­stö­ßen gegen grund­le­gen­de Arbeits­nor­men sowie der Abhol­zung des Regen­walds setzt das geplan­te Abkom­men nichts ent­ge­gen. Im Abkom­men gibt es kei­ne wirk­sa­men Durch­set­zungs­mög­lich­kei­ten in Bezug auf Arbeits- und Umwelt­stan­dards. „Als wich­ti­ger Han­dels­part­ner des Mer­co­sur muss die EU mit aller Kraft dafür kämp­fen, dass Men­schen, Umwelt und Kli­ma auf bei­den Sei­ten des Atlan­tiks geschützt wer­den“, so Anderl.

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Allen ist klar: Home­of­fice ist in vie­len Berufs­fel­dern ange­kom­men, um auch nach der Kri­se zu blei­ben. Wir brau­chen daher kla­re gesetz­li­che Rege­lun­gen und Rechts­an­sprü­che, um auch bei die­sen Arbeits­for­men Rechts­si­cher­heit und Gerech­tig­keit zu gewähr­leis­ten“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl nach dem Tref­fen der Sozi­al­part­ner mit Arbeits­mi­nis­te­rin Chris­ti­na Asch­ba­cher. Für die Coro­na-Zeit wer­den bereits in den kom­men­den Wochen drän­gen­de offe­ne Fra­gen zügig gelöst, etwa wie es mit der Unfall­ver­si­che­rung wei­ter­geht, denn die bestehen­de Rege­lung läuft mit Jah­res­en­de aus. Auch die Fra­ge, wer die Arbeits­mit­tel bezahlt, muss rasch geklärt wer­den. Dar­über hin­aus braucht es auch für die Zeit nach der Kri­se kla­re und dau­er­haft gül­ti­ge Home­of­fice-Rege­lun­gen. Aus AK Sicht ist klar: + Home­of­fice muss grund­sätz­lich frei­wil­lig sein, es braucht Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Beschäf­tig­ten und Arbeit­ge­bern – und kei­ne Anord­nun­gen. + Arbeits­mit­tel müs­sen vom Arbeit­ge­ber gestellt wer­den. + Auch im Home­of­fice müs­sen Arbeit­neh­me­rIn­nen­schutz­be­stim­mun­gen gel­ten. „Hier müs­sen wir kon­kret über­le­gen, wie wir zu einer Eva­lu­ie­rung der Arbeits­plät­ze kom­men“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. + Ein Kran­ken­stand bleibt auch im Home­of­fice ein Grund, nicht zu arbei­ten. „Mit 38 Grad Fie­ber schnell ein paar Mails zu beant­wor­ten – das geht nicht!“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. + „Home­of­fice ist Arbeit und nicht Kin­der­be­treu­ung, Gast­haus oder Wäsche­rei“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Neben Home­of­fice noch ande­re Auf­ga­ben zu haben wie Home­schoo­ling oder Haus­halt geht zulas­ten der Frau­en – denn sie sind es wohl in der Mehr­zahl – und der Kin­der. Daher sind kla­re Gren­zen zwi­schen Arbeit und Frei­zeit wich­tig.

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Der ges­tern vor­ge­stell­te Inte­gra­ti­ons­be­richt und die OECD-Bil­dungs­stu­die „Edu­ca­ti­on at a glance“ unter­strei­chen ein­mal mehr: Bil­dungs­chan­cen sind hier­zu­lan­de sehr unge­recht ver­teilt und stark von sozia­ler Her­kunft, finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten und All­tags­spra­che im Eltern­haus abhän­gig. Coro­na hat die Situa­ti­on noch wei­ter ver­schärft. AK-Prä­si­den­tin Rena­te Anderl betont: “Wir kön­nen uns die­se Bil­dungs­sche­re nicht mehr leis­ten. Der Lern­er­folg der Kin­der und Jugend­li­chen darf nicht von Bil­dung, Spra­che oder Bank­kon­to der Eltern abhän­gig sein. Schu­len müs­sen so aus­ge­stat­tet wer­den, dass jedes Kind sei­ne Chan­ce auf Lern­er­folg bekommt. Ganz­tags­schul­aus­bau, sowie Chan­cen­in­dex und Sprach­schlüs­sel der AK zei­gen den Weg.“ All­jähr­lich zeich­nen Berich­te zur schu­li­schen Leis­tung von Öster­reichs Schü­le­rIn­nen das­sel­be Bild: Kin­der aus Eltern­häu­sern mit nied­ri­ge­rem Bil­dungs­sta­tus und wenig Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten schnei­den deut­lich schlech­ter ab als ihre Schul­kol­le­gIn­nen — ganz beson­ders, wenn daheim nicht Deutsch gespro­chen wird. Trotz­dem wer­den seit Jah­ren kei­ne aus­rei­chen­den Maß­nah­men gesetzt, um die Bil­dungs­sche­re zu schlie­ßen. „Damit muss end­lich Schluss sein“, for­dert AK-Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. „Lern­er­folg wird nach wie vor an die Fami­li­en dele­giert, obwohl wir längst wis­sen, dass nicht alle Eltern ihre Kin­der gleich gut unter­stüt­zen kön­nen. Es ist auch nicht jeder Schul­stand­ort gleich — das Geld für die Schu­len mit der Gieß­kan­ne ins Sys­tem zu schüt­ten, ver­stärkt die­se Unge­rech­tig­keit, statt sie aus­zu­glei­chen“. Des­halb plä­diert Anderl für nach­hal­ti­ge Refor­men. — Mit dem AK Chan­cen­in­dex sol­len zusätz­li­che Schul­res­sour­cen künf­tig treff­si­cher ver­ge­ben wer­den. Ein­fach gesagt: je grö­ßer die sozia­len Her­aus­for­de­run­gen, des­to höher die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. — Der zügi­ge Aus­bau von Ganz­tags­schu­len soll noch mehr Fami­li­en ent­las­ten und jedem Kind die glei­che Chan­ce auf schu­li­sche För­de­rung geben. — Mit dem Sprach­schlüs­sel der AK könn­te in Kin­der­gar­ten und Schu­le früh­zei­tig die kon­se­quen­te Sprach­för­de­rung in Deutsch und den Erst­spra­chen der Kin­der gestärkt wer­den.

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Berufs­wett­be­werb

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Wer im Haupt­haus der Arbei­ter­kam­mer Wien einen Bera­tungs­ter­min hat, kann sich nun schnell und unkom­pli­ziert beim „Express-Ter­mi­nal“ anmel­den. Die Mit­glieds­kar­te an den Scan­ner hal­ten reicht, schon flie­ßen alle Mit­glieds­da­ten auto­ma­tisch ins Sys­tem ein. „Lan­ges Schlan­ge ste­hen kann so ver­mie­den wer­den. Das ist bei meh­re­ren hun­dert Bera­tun­gen am Tag ein wich­ti­ges, neu­es Ser­vice für die Wie­ner AK Mit­glie­der. Die Bera­te­rIn­nen haben so mehr Zeit für das ein­zel­ne Mit­glied“, so AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl.

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Die Arbeits­lo­sen­zahl in Öster­reich ist dra­ma­tisch hoch, die höchs­te in der Zwei­ten Repu­blik“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Im Herbst könn­te die Lage noch dra­ma­ti­scher wer­den. Wo lie­gen die Pro­ble­me genau? Wel­che Lösungs­an­sät­ze sind am viel­ver­spre­chends­ten? Dar­über wird die AK im Rah­men der „Offen­si­ve: Arbeits­markt“ mit ver­schie­de­nen Exper­tin­nen und Exper­ten dis­ku­tie­ren. Die ers­te Dis­kus­si­on zum The­ma „Jugend ohne Chan­ce?“ fin­det am Mitt­woch, den 12. August statt. Jun­ge Men­schen sind beson­ders schwer von der der­zei­ti­gen Kri­se auf dem Arbeits­markt betrof­fen. Um eine ver­lo­re­ne Genera­ti­on zu ver­hin­dern, braucht es rasche und wirk­sa­me Maß­nah­men, um die Errei­chung der Lern­zie­le in der Schu­le, den Ein­stieg in Leh­re und in den Beruf nach Ende einer Aus­bil­dung zu sichern sowie jun­gen Erwach­se­nen das Nach­ho­len von Berufs­ab­schlüs­sen zu ermög­li­chen. Unter der Mode­ra­ti­on von Pul­s4-Jour­na­lis­tin Gun­du­la Gei­gin­ger dis­ku­tie­ren AK Arbeits­markt-Exper­tin Sil­via Hof­bau­er, Julia Bock-Schap­pel­wein (WIFO), Brit­ta Schmid­jörg vom WUK Jugend­coa­ching Coa­ching Plus sowie die Jour­na­lis­tin und ehe­ma­li­ge Leh­re­rin Meli­sa Erk­urt.

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Mehr als 50.000 Jugend­li­che sind ohne Job. Im Herbst wer­den noch Tau­sen­de dazu­kom­men, wenn nicht rasch Lehr­stel­len geschaf­fen wer­den“, warnt Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend (ÖGJ), bei einer Akti­on ges­tern am Wie­ner Ste­phans­platz ein­mal mehr vor einer dro­hen­de Aus­bil­dungs­ka­ta­stro­phe. Bis zu 10.000 Lehr­stel­len wer­den im Herbst feh­len. „Der Lehr­lings­bo­nus der Bun­des­re­gie­rung ist ein ers­ter Schritt. Das kann aber noch nicht alles gewe­sen sein“, so Hofer. Die ÖGJ for­dert wei­ter­hin einen Coro­na-Not-Aus­bil­dungs­fonds, dotiert mit 140 Mil­lio­nen Euro. Geför­dert wer­den sol­len aber nur Betrie­be, die auf­grund wirt­schaft­li­cher Schwie­rig­kei­ten wegen der Coro­na-Kri­se Unter­stüt­zung benö­ti­gen. Die Aus­schüt­tung der För­de­rung soll außer­dem an die Aus­bil­dungs­qua­li­tät geknüpft wer­den. „Die Zukunft jun­ger Men­schen, die ohne Per­spek­ti­ve dasteht und in die Arbeits­lo­sig­keit abdrif­tet, darf nicht ris­kiert wer­den“, so Hofer. „In die­ser wich­ti­gen Lebens­pha­se dür­fen sie nicht das Gefühl haben, dass sie nie­mand braucht. Die Bun­des­re­gie­rung muss jetzt han­deln, bevor es zu spät ist.“ Die Gewerk­schafts­ju­gend for­dert fol­gen­des Maß­nah­men­pa­ket und steht jeder­zeit für einen Aus­tausch mit Minis­te­ri­um und Wirt­schafts­kam­mer bereit, um Sofort­maß­nah­men zu dis­ku­tie­ren, so Hofer: + Auf­sto­ckung der Aus­bil­dungs­plät­ze im staat­li­chen und staats­na­hen Bereich + Schaf­fung eines Coro­na-Not-Aus­bil­dungs­fonds, dotiert mit 140 Mil­lio­nen Euro zur Unter­stüt­zung von Betrie­ben, die trotz wirt­schaft­li­cher Schwie­rig­kei­ten wegen der Coro­na-Kri­se Lehr­lin­ge aus­bil­den wol­len + Erhö­hung der Finanz­mit­tel für die über­be­trieb­li­che Lehr­aus­bil­dung und Auf­sto­ckung der über­be­trieb­li­chen Lehr­stel­len + Anrei­ze für gro­ße Aus­bil­dungs­be­trie­be über Bedarf aus­zu­bil­den + Reform des Best­bie­ter­prin­zips für staat­li­che Aus­schrei­bun­gen mit stär­ke­rem Augen­merk auf die Lehr­aus­bil­dung.

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Gut, dass Kanz­ler und Wirt­schafts­mi­nis­te­rin den Lehr­be­trie­ben jetzt noch mehr För­der­geld ver­spre­chen als bis­her“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl, „aber auch das bringt nicht allen Jugend­li­chen eine Lehr­stel­le.“ Erst vori­ge Woche ergab die Aus­wer­tung der Zah­len des Arbeits­markt­ser­vice durch die AK Exper­tIn­nen, dass aktu­ell 23.000 Jugend­li­che eine Lehr­stel­le in einem Betrieb suchen. Damit sie alle eine Lehr­aus­bil­dung bis zum Abschluss machen kön­nen, for­dert Rena­te Anderl zusätz­lich zum Geld für Unter­neh­mer, dass der Bund aus­rei­chend Geld für genü­gend über­be­trieb­li­che Lehr­plät­ze garan­tiert. Bereits seit Jahr­zehn­ten bekom­men Fir­men För­der­geld, wenn sie Lehr­lin­ge auf­neh­men. Trotz­dem ist die Zahl der neu auf­ge­nom­me­nen Lehr­lin­ge von knapp 40.000 im Jahr 2008 auf 28.000 im Jahr 2017 gesun­ken – und erst im Wirt­schafts­auf­schwung bis zum Aus­bruch der Coro­na-Kri­se wie­der um etwa 1.000 gestie­gen, erin­nert Rena­te Anderl: „Des­halb ist es so wich­tig, dass Arbei­ter­kam­mer und Gewerk­schafts­bund mit ihrem Sozi­al­part­ner Wirt­schafts­kam­mer die öffent­lich finan­zier­te über­be­trieb­li­che Lehr­aus­bil­dung ver­ein­bart haben, die es mitt­ler­wei­le seit über zehn Jah­ren gibt.“ Die AK Prä­si­den­tin for­dert ein umfas­sen­des Maß­nah­men­pa­ket, damit wegen der Coro­na-Kri­se und der danach dro­hen­den Wirt­schafts­kri­se kei­ne Jugend­li­che und kein Jugend­li­cher ohne Aus­bil­dung auf der Stra­ße ste­hen muss. Das Pro­gramm der Arbei­ter­kam­mer zusätz­lich zur Extra-För­de­rung für Lehr­be­trie­be: + Der Bund muss aus­rei­chend Bud­get für genü­gend über­be­trieb­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze garan­tie­ren, damit alle Jugend­li­chen eine Aus­bil­dung bis zum Abschluss machen kön­nen. + Bei staat­li­chen Hilfs­pa­ke­ten für Unter­neh­men soll berück­sich­tigt wer­den, ob die betrof­fe­nen Fir­men auch Lehr­lin­ge aus­bil­den. + Und die erst unlängst beschlos­se­ne Pflicht, über­be­trieb­li­che Lehr­lin­ge unbe­dingt in einen Betrieb zu ver­mit­teln, muss wäh­rend der Kri­se gelo­ckert wer­den. Gleich­zei­tig appel­liert Rena­te Anderl an alle unter der Kri­se lei­den­den Fir­men: Statt Lehr­ver­hält­nis­se wegen Coro­na zu lösen, sol­len sie ihre Lehr­lin­ge in die Kurz­ar­beit mit­neh­men. „Immer­hin“, so Anderl, „hat auch die Wirt­schaft eine gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung. Und sie will ja nach der Kri­se mit gut aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten durch­star­ten.“

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Die Coro­na-Kurz­ar­beit hat mehr als 1,3 Mil­lio­nen Arbeits­plät­ze gesi­chert, dar­un­ter auch Tau­sen­de Lehr­stel­len. „Für jun­ge Men­schen ist die­se Ver­län­ge­rung der Kurz­ar­beit dop­pelt erfreu­lich und wich­tig“, begrüßt Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend (ÖGJ) die heu­te bekannt gewor­de­ne Sozi­al­part­ne­r­ei­ni­gung. „Ers­tens, weil damit Aus­bil­dungs- und Arbeits­plät­ze gesi­chert blei­ben. Zwei­tens, weil Lehr­lin­gen mit der Neu­re­ge­lung ab 1. Juni bei einem Wech­sel des Lehr­jah­res oder mit erfolg­reich absol­vier­ter Lehr­ab­schluss­prü­fung auch die dem­entspre­chen­de Erhö­hung ihres Ent­gelts zusteht.“ Die kom­men­den Tage und Wochen sei­en für vie­le Lehr­lin­ge eine wich­ti­ge Pha­se, in der Lehr­jah­re bezie­hungs­wei­se oft auch die Lehr­aus­bil­dung abge­schlos­sen wer­den. „Die Neu­re­ge­lung garan­tiert den Betrof­fe­nen die rich­ti­ge Ein­stu­fung“, freut sich Hofer, „das ist ein wich­ti­ges Signal der Fair­ness für ihren Berufs­start.“

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Der Bund muss ein Maß­nah­men­pa­ket schnü­ren, damit die Jun­gen trotz Coro­na-Kri­se einen Lehr­platz bekom­men“, sagt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Die offi­zi­el­le Zahl von der­zeit 8.400 Lehr­stel­len­su­chen­den wäre schlimm genug. Tat­säch­lich suchen 23.000 Jugend­li­che eine Lehr­stel­le in einem Betrieb – fast drei­mal so vie­le wie offi­zi­ell, zeigt die Aus­wer­tung der aktu­el­len Zah­len des Arbeits­markt­ser­vice durch die AK Exper­tIn­nen. Anderl: „Der Bund muss aus­rei­chend Bud­get für genü­gend über­be­trieb­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze garan­tie­ren. Und alle von der Kri­se betrof­fe­nen Fir­men sol­len auch für ihre Lehr­lin­ge Kurz­ar­beit bean­tra­gen.“ Die Zah­len im Detail: Anfang Mai waren 8.366 Jugend­li­che als sofort lehr­stel­len­su­chend gemel­det, dazu kom­men 4.339 in Schu­lun­gen des Arbeits­markt­ser­vice und 10.063 in der vom Bund und den Län­dern finan­zier­ten über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dung – in Sum­me 22.768. Sie alle suchen eine Lehr­stel­le in einem Betrieb, aber die Unter­neh­mer mel­de­ten nur 4.561 offe­ne Lehr­stel­len. Das ergibt eine Lehr­stel­len­lü­cke von 18.207 Aus­bil­dungs­plät­zen, die in den Betrie­ben feh­len. So rie­sig war die Lehr­stel­len­lü­cke seit 2010 nicht mehr. Beson­ders dra­ma­tisch: Erst unlängst hat der Bund die Trä­ger der über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dung ver­pflich­tet, ihre Lehr­lin­ge schnells­tens in einen Betrieb zu ver­mit­teln. „Aber wie soll das gehen?“, fragt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. In der Arbei­ter­kam­mer mel­de­ten sich in den letz­ten Wochen immer wie­der ver­zwei­fel­te Fami­li­en. Ihr Kind hat die Lehr­stel­le wie­der ver­lo­ren, wur­de etwa zur ein­ver­nehm­li­chen Lösung des Lehr­ver­trags gedrängt. „Die Pflicht, über­be­trieb­li­che Lehr­lin­ge unbe­dingt in einen Betrieb zu ver­mit­teln, muss zumin­dest wäh­rend der Coro­na-Kri­se und der danach dro­hen­den Wirt­schafts­kri­se gelo­ckert wer­den“, for­dert Rena­te Anderl. Zusätz­lich muss aus­rei­chend Bud­get für genü­gend über­be­trieb­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze garan­tiert wer­den. Und bei staat­li­chen Hilfs­pa­ke­ten für Unter­neh­men soll berück­sich­tigt wer­den, ob betrof­fe­ne Fir­men Lehr­lin­ge aus­bil­den. Gleich­zei­tig appel­liert die AK Prä­si­den­tin an alle von der Kri­se betrof­fe­nen Fir­men: Statt Lehr­ver­hält­nis­se zu lösen, sol­len sie ihre Lehr­lin­ge in die Kurz­ar­beit mit­neh­men. Dass das geht, haben Arbei­ter­kam­mer und Gewerk­schafts­bund mit der Wirt­schafts­kam­mer aus­ver­han­delt, und der Natio­nal­rat hat es beschlos­sen. Rena­te Anderl: „Jetzt dür­fen Bund und Unter­neh­mer kei­ne Jugend­li­che und kei­nen Jugend­li­chen auf der Stra­ße ste­hen las­sen, auch im eige­nen Inter­es­se. Nach der Kri­se muss unse­re Wirt­schaft mit gut aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten durch­star­ten kön­nen.“

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Die Coro­na­kri­se hat nicht nur die Situa­ti­on am Arbeits­markt dras­tisch ver­schärft, son­dern auch bei den Lehr­stel­len deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen. Hat es im Febru­ar noch 459 offe­ne Lehr­stel­len mehr als Lehr­stel­len­su­chen­de gege­ben, stan­den im März bereits 7.107 Lehr­stel­len­su­chen­de nur 5.548 offe­nen Lehr­stel­len gegen­über. „Der Lehr­stel­len­markt wird zur Leer­stel­le. Auch wenn die der­zei­ti­ge Situa­ti­on zahl­rei­che Betrie­be vor Pro­ble­me stellt, darf nicht auf die Aus­bil­dung der Jugend­li­chen ver­ges­sen wer­den. Die dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen wer­den wir erst in eini­gen Jah­ren spü­ren. Die Fach­kräf­te, die heu­te nicht aus­ge­bil­det wer­den, wer­den mor­gen feh­len“, so der Bun­des­vor­sit­zen­de der PRO-GE Jugend, Josef Reh­ber­ger. Die PRO-GE Jugend schließt sich daher der For­de­rung nach einem Coro­na-Not-Aus­bil­dungs­fonds in der Höhe von 140 Mil­lio­nen Euro an. „Die Bun­des­re­gie­rung muss rasch han­deln und jene Betrie­be finan­zi­ell unter­stüt­zen, die trotz der wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten Lehr­stel­len anbie­ten. Eben­so soll­ten bei der öffent­li­chen Auf­trags­ver­ga­be jene Unter­neh­men den Vor­zug erhal­ten, die Lehr­lin­ge aus­bil­den“, so Reh­ber­ger. Er ver­weist dar­auf, dass der Groß­teil der Lehr­lin­ge ihre Aus­bil­dung in der Spar­te Hand­werk und Gewer­be absol­viert. Die­se Unter­neh­men lei­den der­zeit beson­ders unter der Kri­se, des­halb müs­se man schnell ein­grei­fen. „Bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­de in Öster­reich auf betrieb­li­cher Ebe­ne zu wenig aus­ge­bil­det. Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass sich die­se Situa­ti­on noch wei­ter ver­schärft. Es geht einer­seits um die Per­spek­ti­ven aber­tau­sen­der Jugend­li­cher, aber auch dar­um, aus­rei­chend Fach­kräf­te zur Ver­fü­gung zu haben, damit der wirt­schaft­li­che Auf­schwung nach­hal­tig gelin­gen kann“, betont Reh­ber­ger.

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Auf­grund der Coro­na-Kri­se ist ein mas­si­ver Weg­fall von Lehr­stel­len zu befürch­ten. Wenn wir jetzt nicht Lehr­stel­len schaf­fen, feh­len uns in drei Jah­ren die Fach­kräf­te. Es darf kei­ne Genera­ti­on Coro­na geben, die in Jugend­ar­beits­lo­sig­keit abdrif­tet“, sagt Susan­ne Hofer, Jugend­vor­sit­zen­de des Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­bunds (ÖGB). „Es braucht sofort ein Maß­nah­men­pa­ket gegen die dro­hen­de Aus­bil­dungs­ka­ta­stro­phe. Das erfor­dert mas­si­ve Inves­ti­tio­nen der öffent­li­chen Hand. Der Leit­spruch ‚Kos­te es, was es wol­le‘ muss auch für jun­ge Men­schen auf Lehr­platz­su­che gel­ten“, so Hofer. Die ÖGJ schlägt fol­gen­des Maß­nah­men­pa­ket vor: + Auf­sto­ckung der Aus­bil­dungs­plät­ze im staat­li­chen und staats­na­hen Bereich + Schaf­fung eines Coro­na-Not-Aus­bil­dungs­fonds, dotiert mit 140 Mil­lio­nen Euro zur Unter­stüt­zung von Betrie­ben, die trotz coro­nabe­ding­ten wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten Lehr­lin­ge aus­bil­den wol­len + Erhö­hung der Finanz­mit­tel für die über­be­trieb­li­che Lehr­aus­bil­dung und Auf­sto­ckung der über­be­trieb­li­chen Lehr­stel­len + Anrei­ze für gro­ße Aus­bil­dungs­be­trie­be über Bedarf aus­zu­bil­den + Reform des Best­bie­ter­prin­zips für staat­li­che Aus­schrei­bun­gen mit stär­ke­rem Augen­merk auf die Lehr­aus­bil­dung. „Die Abwen­dung eines nie dage­we­se­nen Fach­kräf­te­man­gels und dra­ma­ti­scher Jugend­ar­beits­lo­sig­keit muss unver­züg­lich ange­gan­gen wer­den. Die ÖGJ steht jeder­zeit für einen Run­den Tisch mit Minis­te­ri­um und Wirt­schafts­kam­mer bereit, um Sofort­maß­nah­men zu dis­ku­tie­ren“, schließt Hofer.

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Ganz egal ob Lehr­lin­ge, Ange­stell­te oder Arbei­te­rIn­nen – alle, die in die­ser Kri­se zum Arbei­ten das Haus ver­las­sen, set­zen sich einem erhöh­ten gesund­heit­li­chen Risi­ko aus. Und hal­ten Öster­reich damit am Lau­fen“, unter­stützt Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend (ÖGJ), die For­de­rung des ÖGB nach einem Coro­na-Tau­sen­der. Die­ser Ein­satz müs­se jetzt hono­riert wer­den, so Hofer: „Vor allem Lehr­lin­ge arbei­ten in den Betrie­ben jetzt genau­so mit, wie alle ande­ren. Eine ordent­li­che Aus­bil­dung ist der­zeit nicht mög­lich, sie haben den Coro­na-Tau­sen­der daher mehr als ver­dient.“ Jene, die in die­ser Kri­sen­zeit am meis­ten gefor­dert sind, sei­en aber auch jene, die weni­ger ver­die­nen — so auch die Lehr­lin­ge. „Sie dür­fen nicht die Ver­lie­re­rIn­nen die­ser Kri­se sein“, mahnt Hofer. „Wir sind froh, dass wir unse­re For­de­rung nach einem Kri­sen­aus­gleich für Lehr­lin­ge, die ihre Lehr­ab­schluss­prü­fung nun spä­ter nach­ho­len müs­sen, durch­ge­setzt haben. Wie viel die Lehr­lin­ge den Unter­neh­men aber wirk­lich wert sind, wer­den wir in den kom­men­den Kol­lek­tiv­ver­trags­ver­hand­lun­gen sehen. Denn unser obers­tes Ziel bleibt, ein Lehr­lings­ent­gelt von min­des­tens 850 Euro im ers­ten Lehr­jahr.“

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End­lich ist die Unsi­cher­heit für Lehr­lin­ge, die wegen der ver­scho­be­nen Lehr­ab­schluss­prü­fun­gen auf ihr Fach­ar­bei­ter­ge­halt ver­zich­ten muss­ten, vor­bei.“ Als „längst über­fäl­li­ge Maß­nah­me“ bezeich­net Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend (ÖGJ) die Ankün­di­gung von Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mar­ga­re­te Schram­böck, Lehr­lin­ge zu ent­schä­di­gen, die wegen der ver­scho­be­nen Abschluss­prü­fung auf­grund der Coro­na­kri­se um ihren Lohn umge­fal­len sind „Tau­sen­den Lehr­lin­gen sind durch einen spä­te­ren Prü­fungs­an­tritt hun­der­te von Euro ent­gan­gen. Vie­le haben mit ihrem Fach­kräf­te­ge­halt bereits die wei­te­re Lebens­pla­nung getrof­fen – womög­lich auch schon das eige­ne Auto oder eine Woh­nung vor­fi­nan­ziert. Die Bun­des­re­gie­rung hat sie bis­lang völ­lig im Unkla­ren gelas­sen“, kri­ti­siert Hofer. Die betrof­fe­nen Lehr­lin­ge hät­ten nicht so lan­ge in Unge­wiss­heit gelas­sen wer­den dür­fen, „die Wirt­schafts­mi­nis­te­rin hät­te sich schon deut­lich frü­her über die Situa­ti­on von Lehr­lin­gen Gedan­ken machen müs­sen und sie nicht nur als ‚Bei­wa­gerl‘ behan­deln dür­fen“, fin­det die ÖGJ-Vor­sit­zen­de kla­re Wor­te. Den­noch sei es zu begrü­ßen, dass die Bun­des­re­gie­rung der For­de­rung der ÖGJ nach­kommt. „Es ist sehr erfreu­lich, dass die betrof­fe­nen Lehr­lin­ge nun über einen Son­der­topf ent­schä­digt wer­den sol­len.“ Hofer for­dert dabei, dass das Fach­kräf­te­ge­halt in vol­ler Höhe rück­wir­kend aus­ge­gli­chen wird. Zudem gel­te es, den Ankün­di­gun­gen auch rasch Taten fol­gen zu las­sen. „Es geht dar­um, den Lehr­lin­gen so schnell wie mög­lich finan­zi­el­le Sicher­heit zu geben.“ Erfreu­lich ist für Hofer auch, dass nun die Ter­mi­ne für die Abschluss­prü­fun­gen fixiert wur­den. Jene Lehr­lin­ge, die sich vor der Coro­na­kri­se zu einer Lehr­ab­schluss­prü­fung ange­mel­det haben, kön­nen die­se ab dem 4. Mai able­gen. Für alle ande­ren gilt der 11. Mai als frü­hes­ter Ter­min. „Damit gibt es für die Lehr­lin­ge auch in die­sem Punkt end­lich Klar­heit!“