Lehr­stel­len­markt

Die Coro­na­kri­se hat nicht nur die Situa­ti­on am Arbeits­markt dras­tisch ver­schärft, son­dern auch bei den Lehr­stel­len deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen. Hat es im Febru­ar noch 459 offe­ne Lehr­stel­len mehr als Lehr­stel­len­su­chen­de gege­ben, stan­den im März bereits 7.107 Lehr­stel­len­su­chen­de nur 5.548 offe­nen Lehr­stel­len gegen­über. „Der Lehr­stel­len­markt wird zur Leer­stel­le. Auch wenn die der­zei­ti­ge Situa­ti­on zahl­rei­che Betrie­be vor Pro­ble­me stellt, darf nicht auf die Aus­bil­dung der Jugend­li­chen ver­ges­sen wer­den. Die dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen wer­den wir erst in eini­gen Jah­ren spü­ren. Die Fach­kräf­te, die heu­te nicht aus­ge­bil­det wer­den, wer­den mor­gen feh­len“, so der Bun­des­vor­sit­zen­de der PRO-GE Jugend, Josef Reh­ber­ger. Die PRO-GE Jugend schließt sich daher der For­de­rung nach einem Coro­na-Not-Aus­bil­dungs­fonds in der Höhe von 140 Mil­lio­nen Euro an. „Die Bun­des­re­gie­rung muss rasch han­deln und jene Betrie­be finan­zi­ell unter­stüt­zen, die trotz der wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten Lehr­stel­len anbie­ten. Eben­so soll­ten bei der öffent­li­chen Auf­trags­ver­ga­be jene Unter­neh­men den Vor­zug erhal­ten, die Lehr­lin­ge aus­bil­den“, so Reh­ber­ger. Er ver­weist dar­auf, dass der Groß­teil der Lehr­lin­ge ihre Aus­bil­dung in der Spar­te Hand­werk und Gewer­be absol­viert. Die­se Unter­neh­men lei­den der­zeit beson­ders unter der Kri­se, des­halb müs­se man schnell ein­grei­fen. „Bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­de in Öster­reich auf betrieb­li­cher Ebe­ne zu wenig aus­ge­bil­det. Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass sich die­se Situa­ti­on noch wei­ter ver­schärft. Es geht einer­seits um die Per­spek­ti­ven aber­tau­sen­der Jugend­li­cher, aber auch dar­um, aus­rei­chend Fach­kräf­te zur Ver­fü­gung zu haben, damit der wirt­schaft­li­che Auf­schwung nach­hal­tig gelin­gen kann“, betont Reh­ber­ger.