Lehr­stel­len­markt

Bei der Aus­bil­dungs­pflicht für Jugend­li­che müs­sen jetzt end­lich auch die Unter­neh­mer und die Schu­len mit­ma­chen“, ver­langt AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Zwar dürf­ten die zusätz­li­chen Maß­nah­men des Sozi­al­mi­nis­te­ri­ums zur Betreu­ung von Jugend­li­chen ohne Aus­bil­dungs­platz funk­tio­nie­ren. Es gibt aber viel zu weni­ge regu­lä­re Lehr­plät­ze. Laut AK Ana­ly­se haben der­zeit 22.000 Jugend­li­che trotz Suche kei­ne Lehr­stel­le im Betrieb. Anderl: „Da müs­sen die Unter­neh­mer end­lich neue, gute Lehr­plät­ze schaf­fen. Und in Wien brau­chen wir auch neue Schul­plät­ze. Denn hier steigt die Zahl der Jugend­li­chen Jahr für Jahr.“ Zur Ana­ly­se des Lehr­stel­len­markts haben die AK Exper­tIn­nen die Zah­len des Arbeits­markt­ser­vice und der Wirt­schafts­kam­mer für Ende Sep­tem­ber aus­ge­wer­tet. In die­sem Monat zeigt sich am deut­lichs­ten, wer nach Schul­schluss im Juli eine Lehr­stel­le gefun­den hat und wer nicht. Das Ergeb­nis ist nicht erfreu­lich. Genau 21.877 Jugend­li­che hat­ten Ende Sep­tem­ber trotz Suche kei­ne Lehr­stel­le in einem Betrieb – um 1.156 mehr als vor einem Jahr (20.721 ohne Lehr­stel­le in einem Betrieb). Sie suchen ent­we­der direkt einen Lehr­platz, sind in Schu­lun­gen des Arbeits­markt­ser­vice oder in einer über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dung. Für sie mel­de­ten die Unter­neh­mer 8.838 sofort ver­füg­ba­re offe­ne Lehr­stel­len. Das ist zwar ein Plus von 1.123. Die Lehr­stel­len­lü­cke bleibt aber gleich groß. Es feh­len 13.039 Lehr­stel­len (vori­ges Jahr: 13.006). Auch die Zahl der Lehr­an­fän­ge­rIn­nen in den Betrie­ben ist im Ver­gleich zum Vor­jahr prak­tisch unver­än­dert: 31.420 (2018: 31.604). Anderl: „Hät­ten wir kei­ne öffent­lich finan­zier­te über­be­trieb­li­che Lehr­aus­bil­dung, wür­den zusätz­lich tau­sen­de Jugend­li­che auf der Stra­ße ste­hen. Da müs­sen die Unter­neh­mer end­lich neue, gute Lehr­plät­ze schaf­fen. Es reicht nicht, immer nur über den Fach­kräf­te­man­gel zu jam­mern. Fach­kräf­te müs­sen auch aus-gebil­det wer­den.“ Für Wien ver­langt die AK Prä­si­den­tin über­dies vom Bund mehr Schul­plät­ze in berufs­bil­de­nen Schu­len wie HTL, HAK oder Han­dels­schu­len: „Wien wird jün­ger, die Zahl der Jugend­li­chen steigt. Gibt es mehr Schul­plät­ze, kön­nen mehr Jugend­li­che ihre Aus­bil­dungs­pflicht in der Schu­le erfül­len. Und wir neh­men damit auch Druck vom Lehr­stel­len­markt.“