Infor­ma­ti­on

Ges­tern wur­de im Natio­nal­rat die Ver­län­ge­rung der Arbeits­frei­stel­lung für Schwan­ge­re bis Juni 2021 beschlos­sen. „Die­se Ent­schei­dung ist grund­sätz­lich posi­tiv. Den­noch bleibt die Rege­lung lücken­haft. So gilt die Frei­stel­lung wei­ter­hin nur für Frau­en, die in kör­per­na­hen Beru­fen tätig sind, Pro­duk­ti­ons­ar­bei­te­rin­nen sind wei­ter­hin aus­ge­schlos­sen. Dabei lässt sich oft in gro­ßen Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben, wo vie­le Men­schen in einer Hal­le arbei­ten, der Abstand zu Kol­le­gIn­nen nicht ein­hal­ten“, sagt die Bun­des­frau­en­vor­sit­zen­de der Pro­duk­ti­ons­ge­werk­schaft, Klau­dia Frie­ben. „Die Coro­na-Kri­se ist für Schwan­ge­re beson­ders belas­tend, da sie nicht nur um die eige­ne Gesund­heit fürch­ten müs­sen, son­dern auch um die Gesund­heit des unge­bo­re­nen Kin­des. Dass man­che Frau­en als Schwan­ge­re zwei­ter Klas­se behan­delt wer­den, ist nicht akzep­ta­bel“, so Frie­ben. Dar­über hin­aus for­dert sie Ver­bes­se­run­gen beim Coro­na-Fami­li­en­här­teaus­gleichs­fonds, man müs­se die Mög­lich­keit schaf­fen, dass ein zwei­ter Antrag gestellt wer­den kön­ne. „Da die Kri­se andau­ert und noch kein Ende in Sicht ist, braucht es ein wei­te­res Mal Unter­stüt­zung für Fami­li­en, die von Arbeits­lo­sig­keit oder Kurz­ar­beit betrof­fen sind. Vie­le Fami­li­en sind finan­zi­ell an der Gren­ze und haben auf­grund der stei­gen­den Arbeits­lo­sen­zah­len auch kei­ne Per­spek­ti­ve, dass sich die Situa­ti­on bald bes­sert. Um ein Abrut­schen in die Armut zu ver­mei­den, müs­sen daher die Ein­kom­mens­ver­lus­te abge­fe­dert wer­den“, so die Gewerk­schaf­te­rin, die auch die lang­sa­me Bear­bei­tung der Anträ­ge kri­ti­siert. „Uns lie­gen Berich­te vor, dass man­che Anträ­ge bereits im Juni gestellt wur­den, aber die Betrof­fe­nen bis heu­te kei­ne Rück­mel­dung erhal­ten haben. Hier braucht es Beschleu­ni­gung. Wenn not­wen­dig, muss mehr Per­so­nal gestellt wer­den, um den Fami­li­en zeit­nah zu hel­fen“, betont Frieben.