Infor­ma­ti­on

Die Arbei­ter­kam­mer beur­teil­te elf Klau­seln in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen des X‑Jam Matu­ra­rei­se­an­bie­ters – DocLX Tra­vel Events – als rechts­wid­rig. So geht es etwa um eine Stor­no­ge­bühr, wonach bei einem Rück­tritt vom Ver­trag bis 30 Tage vor Rei­se­an­tritt 30 Pro­zent der Rei­se­kos­ten anfal­len wür­den. Zudem hat die AK Klau­seln zu Bear­bei­tungs­ge­büh­ren ange­foch­ten. Nach Ansicht der AK sind weder die Stor­no- noch die Bear­bei­tungs­ge­büh­ren zu zah­len. Das Ver­fah­ren läuft noch. Die AK hat im Jän­ner 2021 gegen die DocLX Tra­vel Events GmbH eine Kla­ge wegen elf rechts­wid­ri­ger Klau­seln in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ein­ge­bracht. DocLX ver­an­stal­tet Abschluss- bzw. Matu­ra­rei­sen in Form von Pau­schal­rei­sen. Das Ver­fah­ren läuft, es gibt noch kein Urteil. Die AK bean­stan­det bei­spiels­wei­se eine Klau­sel, wonach ab der ein­ge­lang­ten unter­schrie­be­nen Buchungs­an­mel­dung bei der Stor­nie­rung der Rei­se Stor­no­kos­ten in der Höhe von 30 Pro­zent bis zum 30. Tag vor Rei­se­an­tritt anfal­len. Für die AK ist die Klau­sel rechts­wid­rig, auch weil Urlau­be­rIn­nen im Zusam­men­hang mit den Stor­n­o­be­din­gun­gen nicht dar­über auf­ge­klärt wer­den, dass unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ein kos­ten­lo­ses Rück­tritts­recht besteht. AK Kon­su­men­tIn­nen­ex­per­te Mar­tin Goger: „Rei­sen­de kön­nen vor Beginn der Pau­schal­rei­se sehr wohl kos­ten­los vom Pau­schal­rei­se­ver­trag zurück­tre­ten. Das ist dann der Fall, wenn am Urlaubs­ort oder in des­sen unmit­tel­ba­rer Nähe unver­meid­ba­re und außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de auf­tre­ten, so dass die Pau­schal­rei­se nicht statt­fin­den kann oder die Durch­füh­rung der Rei­se erheb­lich beein­träch­tigt wird. Ein sol­cher Umstand wäre zum Bei­spiel eine Natur­ka­ta­stro­phe oder der Aus­bruch einer Epi­de­mie am Urlaubs­ort.“ Außer­dem hat im Fal­le einer Stor­nie­rung die Ent­schä­di­gung für das Unter­neh­men „ange­mes­sen und ver­tret­bar“ zu sein. Stor­no­kos­ten von 30 Pro­zent bis zum 30. Tag vor Rei­se­an­tritt sind nach Ansicht der AK weder ange­mes­sen noch ver­tret­bar. Über­dies weicht die Klau­sel deut­lich von der übli­chen zehn­pro­zen­ti­gen Stornogebühr für Stor­nie­run­gen bis zum 30. Tag vor Rei­se­an­tritt ab. Die AK hat auch Klau­seln zu den Bear­bei­tungs­ge­büh­ren ange­foch­ten. So ver­rech­net der Rei­se­an­bie­ter Bear­bei­tungs­ge­büh­ren etwa bei Namens­än­de­run­gen, Umbu­chun­gen und auch (zusätz­lich zu den hohen Stor­no­kos­ten) im Fall von Stor­nie­run­gen. „Die Klau­seln sind unse­rer Ansicht nach unzu­läs­sig. Denn die Bear­bei­tungs­ge­büh­ren fal­len unab­hän­gig von den Kos­ten an, die dem Unter­neh­men tat­säch­lich ent­stan­den sind. Es wird auch nicht danach dif­fe­ren­ziert, ob Rei­sen­den ein Ver­schul­den an einer erfor­der­li­chen Ände­rung wie an einer Umbu­chung vor­zu­wer­fen ist“, so Goger.