Infor­ma­ti­on

17.823 jun­ge Men­schen träu­men vom Medi­zin­stu­di­um in Öster­reich. Für weni­ger als zehn Pro­zent von ihnen wird die­ser Traum in Erfül­lung gehen – und um das Poten­zi­al geht es dabei über­haupt nicht. „Bil­dung wird in Öster­reich immer noch ver­erbt. Des­halb leh­nen wir eine der­ar­ti­ge Selek­ti­on und Zugangs­be­schrän­kun­gen zu den Uni­ver­si­tä­ten klar ab, denn sozia­le Unge­rech­tig­kei­ten wer­den dadurch nur wei­ter ein­ze­men­tiert und jun­gen Men­schen wird jeg­li­che fai­re Chan­ce für ihre Zukunft genom­men“, erklärt Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend anläss­lich der Auf­nah­me­tests zum Medi­zin­stu­di­um. Es sei­en näm­lich eben nicht alle gleich: „Es wird ja nicht das Poten­zi­al der Bewer­be­rIn­nen erfasst, son­dern schu­li­sches Wis­sen abge­prüft. Und da spie­len die pri­va­ten Umstän­de der Kin­der und Jugend­li­chen eine gro­ße Rol­le“, so Hofer. „Wenn die Eltern einen teu­ren Vor­be­rei­tungs­kurs bezah­len, ist man klar im Vor­teil. Wer das bestrei­tet, müss­te sei­nen Kin­dern auch sagen, dass Ler­nen nichts bringt“, so Hofer wei­ter. „Auch die als Kos­ten­be­tei­li­gung getarn­te Prü­fungs­ge­bühr von 110 Euro ist für vie­le Men­schen kaum zu bezah­len – auch wenn der Regie­rung ver­mut­lich die Vor­stel­lungs­kraft fehlt, dass es Men­schen gibt, für die so ein Betrag eine Men­ge Geld ist. Ins­ge­samt kom­men mit Kur­sen und Gebüh­ren schnell mehr als 1.000 Euro zusam­men. Die Fol­ge ist, dass vie­le jun­ge Men­schen de fac­to von der Teil­nah­me aus­ge­schlos­sen sind“, so Hofer. „Es muss für alle mög­lich sein, das eige­ne Poten­zi­al unab­hän­gig von Ein­kom­men, Beruf oder der Her­kunft der Eltern zu ent­fal­ten. Am Ende blei­ben sonst die Träu­me und Zie­le von Kin­dern und Jugend­li­chen auf der Stre­cke und deren gewal­ti­ges Poten­zi­al unge­nützt”, warnt die ÖGJ-Vor­sit­zen­de und stellt klar: „Chan­cen­gleich­heit und frei­er Zugang zu Bil­dung sind für uns ein nicht ver­han­del­ba­res Merk­mal einer sozia­len und gerech­ten Gesellschaft”.