Infor­ma­ti­on

Die Arbei­ter­kam­mer regis­triert heu­er bun­des­weit rund 2.000 Beschwer­den zur schwe­di­schen Bank Klar­na. Sie wickelt Trans­ak­tio­nen im Zah­lungs­ver­kehr ab, etwa den Kauf auf Rech­nung für Online-Shops. Kon­su­men­tIn­nen berich­ten über ein­ge­mahn­te offe­ne Klar­na-Rech­nun­gen, obwohl sie die Ware/erste Rech­nung nicht erhal­ten oder die Ware wie­der an den Händ­ler retour­niert haben und vom Ver­trag zurück­ge­tre­ten sind. Klar­na schickt rasch Mah­nun­gen, schal­tet häu­fig Inkassobüros/Anwälte ein. Zen­tra­les Pro­blem: kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pro­blem­lö­sung mit den Kon­su­men­tIn­nen. Die Kon­su­men­tIn­nen erzäh­len in der AK Bera­tung: Die online bestell­te Ware wur­de nicht oder zu spät gelie­fert. Oder Kon­su­men­tIn­nen sind vom Kauf­ver­trag rechts­wirk­sam zurück­ge­tre­ten – Klar­na beharrt auf Zah­lung und schickt zusätz­lich Mah­nun­gen. „Es kommt sogar vor, dass ein Rechts­an­walt oder Inkas­so­bü­ro den gefor­der­ten Kauf­preis ein­treibt – sie ver­rech­nen hohe Spe­sen. Das schnalzt die Kos­ten für die Betrof­fe­nen noch­mals in die Höhe“, sagt AK Kon­su­men­ten­schüt­ze­rin Gabrie­le Zgu­bic. Kon­su­men­tIn­nen berich­ten auch, dass sie noch gar kei­ne Rech­nung erhal­ten haben, aber bereits eine Mah­nung von Klar­na, obwohl die Zah­lung noch nicht fäl­lig war. „Es hapert offen­bar in der Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on. Betrof­fe­ne schil­dern, dass sie an Klar­na schrei­ben und oft auto­ma­ti­sier­te Rück­mel­dun­gen erhal­ten, dass eine Ant­wort fol­ge. Doch es kommt kei­ne – statt­des­sen kann es sein, dass die strit­ti­ge For­de­rung ein­fach wei­ter betrie­ben wird und ein Inkas­so­bü­ro ein­ge­schal­ten wird“, erzählt Zgu­bic. Die AK hat mit Schrei­ben an Klar­na wenig Erfolg, weil es kei­ne Ant­wor­ten mit kun­den­ori­en­tier­ten Lösun­gen gibt. „Erst wenn wir beim Inkas­so­bü­ro oder Anwalt inter­ve­nie­ren, gibt es Lösun­gen. Aber es ist nicht ein­zu­se­hen, dass es so weit kom­men muss“, sagt Zgu­bic. Ein Bei­spiel aus der AK Wien Bera­tung: Frau S. hat­te ein still­ge­leg­tes Kun­den­kon­to bei einem US-Online-Shop. Plötz­lich erhielt sie von Klar­na eine Zah­lungs­auf­for­de­rung plus Mah­nung über 98 Euro. Frau S. war sich sicher, nichts bestellt zu haben. Trotz mehr­fa­cher schrift­li­cher und tele­fo­ni­scher Ver­su­che zur Auf­klä­rung der Ange­le­gen­heit kam ein Schrei­ben eines Inkas­so­bü­ros, wenig spä­ter die Zah­lungs­auf­for­de­rung über einen Rechts­an­walt. Erst das AK Schrei­ben an den Anwalt zeig­te Erfolg – Frau S. muss­te nicht zah­len. „Klar­na soll die Beschwer­den von Kon­su­men­tIn­nen ernst neh­men. Dazu ist ein kom­pe­ten­ter Kun­den­ser­vice not­wen­dig“ so Zgu­bic. Außer­dem ist Klar­na als Zah­lungs­in­sti­tut ver­pflich­tet, aktiv Mög­lich­kei­ten zur außer­ge­richt­li­chen Streit­bei­le­gung anzu­bie­ten. „Die­se Infor­ma­ti­on fin­det sich im Klein­ge­druck­ten der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen. Die dar­in erwähn­te Beschwer­de­stel­le in Schwe­den ist für öster­rei­chi­sche Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten kei­ne kun­den­freund­li­che Variante.“