Infor­ma­ti­on

Es ist immer wie­der erstaun­lich, dass genau jene Poli­ti­ker, die wöchent­lich über den Fach­kräf­te­man­gel jam­mern, einen Angriff nach dem ande­ren auf die Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter star­ten”, kri­ti­siert Josef Reh­ber­ger, Bun­des­ju­gend­vor­sit­zen­der der Pro­duk­ti­ons­ge­werk­schaft (PRO-GE), die Regie­rungs­plä­ne zur neu­er­li­chen Ver­schie­bung der Anglei­chung der Kün­di­gungs­fris­ten von Arbei­te­rIn­nen an jene der Ange­stell­ten. Auf der einen Sei­te nach gut aus­ge­bil­de­te Fach­ar­bei­te­rin­nen und Fach­ar­bei­ter zu ver­lan­gen, die­se aber auf der ande­ren Sei­te arbeits­recht­lich zu benach­tei­li­gen, kann nicht funk­tio­nie­ren, so Reh­ber­ger. “Wie sol­len sich Jugend­li­che für die Leh­re ent­schei­den, wenn ihnen die Regie­rung ver­mit­telt, spä­ter ein­mal nur Beschäf­tig­te zwei­ter Klas­se zu sein?” Bei wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten sind die jun­gen Kol­le­gIn­nen wegen der kur­zen Kün­di­gungs­fris­ten von im Extrem­fall nur einem Tag oft die ers­ten, die um ihre Arbeits­plät­ze zit­tern müs­sen, erklärt Reh­ber­ger. „Das ist eine wacke­li­ge Basis, um dar­auf eine beruf­li­che Zukunft auf­zu­bau­en.“ Bun­des­kanz­ler Kurz wer­de oft mit der Aus­sa­ge zitiert, dass “wer arbei­tet, nicht der Dum­me sein darf”. In der Pra­xis bewei­se die Regie­rung regel­mä­ßig das Gegen­teil, so der PRO-GE Jugend­vor­sit­zen­de, zuletzt bei der Abschaf­fung der abschlags­frei­en “Hack­ler­re­ge­lung”, nun mit der neu­er­li­chen Ver­schie­bung der schon seit 2017 beschlos­se­nen Gleich­stel­lung. “Wer im Jahr 2021 Arbei­te­rIn­nen nicht die glei­chen Rech­te zuge­steht wie Ange­stell­ten, wird 2022 ver­mut­lich kei­ne Fach­ar­bei­te­rIn­nen mehr fin­den”, for­dert Reh­ber­ger die mitt­ler­wei­le 100- jäh­ri­ge Benach­tei­li­gung nicht län­ger fort­zu­schrei­ben son­dern sofort zu beenden.