Infor­ma­ti­on

Arbeits­lo­sig­keit lässt sich ver­hin­dern, Kurz­ar­beit ist dafür immer noch das bes­te Instru­ment. Die Sozi­al­part­ner haben das bestehen­de Modell ange­sichts des neu­en Lock­downs in Win­des­ei­le adap­tiert – nun sind die Betrie­be am Zug,“ sagt Arbei­ter­kam­mer Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. „Unse­re Bot­schaft an die vom aktu­el­len Lock­down betrof­fe­nen Bran­chen ist klar: Nie­mand muss gekün­digt wer­den, nut­zen Sie die­ses Instru­ment.“ Auch die Regie­rung sieht Anderl in der Pflicht: Die Arbeits­lo­sig­keit lässt sich sen­ken, etwa durch öffent­li­che Job­ga­ran­tien für Lang­zeit­ar­beits­lo­se oder durch Arbeits­zeit­ver­kür­zung. „Wir haben nicht nur eine mas­si­ve Arbeits­markt­kri­se durch Coro­na, wir müs­sen uns auch gleich­zei­tig mit dem Struk­tur­wan­del in der Wirt­schaft aus­ein­an­der­set­zen“, sagt Anderl. Immer­hin wird es in den nächs­ten bei­den Jah­ren eine Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve des AMS geben kön­nen, für die 700 Mio. Euro zur Ver­fü­gung ste­hen. „Aber iso­liert betrach­tet sind alle arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nah­men wie ein Auto auf drei Rädern. Wir brau­chen ein kla­res beschäf­ti­gungs­po­li­ti­sches Kon­zept, um in der Bekämp­fung der Arbeits­lo­sig­keit wirk­sam Gas geben zu kön­nen“, for­dert Anderl. „Wol­len wir wirk­lich nach­hal­tig erfolg­reich sein, müs­sen wir die wirt­schafts- und indus­trie­po­li­ti­schen Stra­te­gien eng mit den arbeits­markt­po­li­ti­schen zu einem Seil ver­knüp­fen. Und an dem sol­len dann alle in die glei­che Rich­tung zie­hen.“ „Das prak­ti­sche Wis­sen für so ein Paket liegt bei den Sozi­al­part­nern. Die Regie­rung soll­te nicht zögern, die Arbeit an so einem Paket gemein­sam mit uns auf­zu­neh­men.“ Aus Sicht der AK ist eine Beschäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­of­fen­si­ve mit fol­gen­den Maß­nah­men drin­gend not­wen­dig: + öffent­li­che Inves­ti­tio­nen in sozia­le Dienst­leis­tun­gen, in Bil­dung und in Kli­ma­schutz, damit neue Arbeits­plät­ze geschaf­fen wer­den kön­nen + die beschlos­se­ne Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve mit Fokus auf Aus­bil­dung zu Fach­ar­bei­te­rIn­nen für Zukunfts­be­ru­fe (Pfle­ge, Gesund­heit, Bil­dung, Kli­ma, etc.) rasch umset­zen + Aus­bil­dungs­plät­ze für Jugend­li­che in über­be­trieb­li­chen Lehr­werk­stät­ten, an wei­ter­füh­ren­den Schu­len, Fach­hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten + Job­ga­ran­tie für Lang­zeit­ar­beits­lo­se + bes­se­re sozia­le Absi­che­rung für Arbeits­lo­se + Arbeitszeitverkürzung.