Infor­ma­ti­on

Die Lehr­lin­ge schei­nen für die Ver­ant­wort­li­chen wie­der ein­mal die ‘Stief­kin­der‘ zu wer­den“, fürch­tet der Lan­des­ge­schäfts­füh­rer der Gewerk­schaft Bau-Holz (GBH) Wien Wolf­gang Bir­b­a­mer ange­sichts des bevor­ste­hen­den zwei­ten Lock­downs. Die Berufs­schu­len sei­en schon im ers­ten Coro­na-Lock­down die Ver­lie­re­rin­nen gewe­sen, die Ver­ant­wort­li­chen hät­ten es ver­ab­säumt, kla­re Rege­lun­gen zu tref­fen. „Wäh­rend des ers­ten Lock­downs haben sehr vie­le Lehr­lin­ge, obwohl sie Home­of­fice hat­ten, zur Arbeit erschei­nen müs­sen und konn­ten nicht, wie das Schul­un­ter­richts­ge­setz es vor­schreibt, zu Hau­se für die Berufs­schu­le ler­nen. Dazu haben ‘schwar­ze Scha­fe´ unter den Fir­men die Situa­ti­on aus­ge­nutzt und Lehr­lin­gen eine ein­ver­nehm­li­che Auf­lö­sung unter fal­schen Vor­aus­set­zun­gen vor­ge­legt. Das hat die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in einer dra­ma­ti­schen Situa­ti­on zusätz­lich befeu­ert. Wir müs­sen unbe­dingt ver­hin­dern, dass es wie­der zu sol­chen Situa­tio­nen kommt“, sagt GBH Wien-Lehr­lings­ex­per­te Bern­hard Schmid. Die Arbei­ter­kam­mer und die Stadt Wien hät­ten damals schnell reagiert und jene Lehr­lin­ge und Berufs­schu­len mit Lap­tops aus­ge­stat­tet, die es am not­wen­digs­ten brauch­ten, um Home­of­fice durch­füh­ren zu kön­nen, so Schmid, der warnt: „Jetzt, im zwei­ten Lock­down, gewinnt man lei­der wie­der den Ein­druck, dass Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­schü­le­rIn­nen­ver­tre­tung auf die Berufs­schu­len ver­ges­sen. Die Bun­des­re­gie­rung hat es über den gesam­ten Som­mer nicht geschafft, einen geeig­ne­ten Kri­sen­plan für die Schu­len aus­zu­ar­bei­ten. Man darf die Lehr­lin­ge nicht wie­der im Regen ste­hen las­sen! Sie brau­chen als Fach­ar­bei­ter von mor­gen die bes­te Lehr­aus­bil­dung und sie brau­chen als Berufs­schü­le­rIn­nen in die­ser Kri­sen­zeit Sicher­heit und Hand­lungs­fä­hig­keit. Ich appel­lie­re an die Bun­des­re­gie­rung und den Bil­dungs­mi­nis­ter: Schie­ben Sie hier Ihre Ver­ant­wor­tung nicht ab!“.