Infor­ma­ti­on

Ihr Traum, Berufs­fo­to­gra­fin zu wer­den, schien für ein 19-jäh­ri­ges Mäd­chen aus dem Bezirk Linz-Land zum Grei­fen nahe, nach­dem sie einen Lehr­platz in einem Lin­zer Foto­stu­dio gefun­den hat­te. Lei­der platz­te der Traum früh, weil sie an den fal­schen Lehr­herrn gera­ten war. Wäh­rend der fünf Beschäf­ti­gungs­mo­na­te hat­te sie 62,5 Über­stun­den leis­ten müs­sen, und das unbe­zahlt. Weil ihr das zu viel wur­de, been­de­te sie das Lehr­ver­hält­nis nach nur fünf Mona­ten – kulan­ter­wei­se ein­ver­nehm­lich. Die Bezah­lung der Über­stun­den muss­te sie aber mit Hil­fe der AK durch­set­zen. „Zwar dür­fen Lehr­lin­ge ab 18 Jah­ren Über­stun­den machen, selbst­ver­ständ­lich sind sie aber zu bezah­len und zwar mit Über­stun­den­zu­schlä­gen. Die jun­ge Frau hat sich an uns um Hil­fe gewandt und wir konn­ten ihr zumin­dest zur Bezah­lung der offe­nen Über­stun­den ver­hel­fen“, sagt AK-Prä­si­dent Dr. Johann Kal­li­au­er. Zum Glück hat­te das Mäd­chen genaue Zeit­auf­zeich­nun­gen geführt. Nach Inter­ven­ti­on der AK zahl­te der Arbeit­ge­ber dem Mäd­chen die offe­ne Sum­me von net­to 635 Euro nach. Das ist für das Mäd­chen ein bedeu­ten­der Betrag. Er ent­spricht immer­hin dem ein­ein­halb­fa­chen der Lehr­lings­ent­schä­di­gung für ein Monat, die für Fotografen/innen bei 428 Euro liegt. Was Lehr­lin­ge zum The­ma Arbeits­zeit unbe­dingt wis­sen soll­ten: Lehr­lin­ge unter 16 Jah­ren dür­fen maxi­mal 40 Stun­den pro Woche arbei­ten und dar­über hin­aus kei­ne Über­stun­den machen. Zwi­schen 16 und 18 Jah­ren sind sie nur in Aus­nah­me­fäl­len erlaubt. Falls Lehr­lin­ge doch Über­stun­den machen (egal, ob zuläs­sig oder unzu­läs­sig), müs­sen die­se mit einem Zuschlag von min­des­tens 50 Pro­zent extra bezahlt bzw. durch einen ent­spre­chen­den Zeit­aus­gleich abge­gol­ten wer­den. An Sonn- und Fei­er­ta­gen und in der Nacht (von 20 bis 6 Uhr) dür­fen Lehr­lin­ge eben­falls nicht arbei­ten. Aus­nah­men gibt es im Gast­ge­wer­be. Dort kann es vor­kom­men, dass Lehr­lin­ge an Sonn- und/oder Fei­er­ta­gen arbei­ten müs­sen. Auf jeden Fall müs­sen sie im Durch­schnitt jeden zwei­ten Sonn­tag frei haben. Jugend­li­che ab 16 Jah­ren dür­fen im Gast­ge­wer­be bis 23 Uhr arbei­ten. Bäcker­lehr­lin­ge ab 15 Jah­ren kön­nen bereits um 4 Uhr mor­gens begin­nen. Wer jün­ger als 18 Jah­re ist, hat spä­tes­tens nach sechs Stun­den Arbeit das Recht auf eine Ruhe­pau­se, die min­des­tens eine hal­be Stun­de dau­ern muss. Außer­dem muss zwi­schen zwei Arbeits­ta­gen eine durch­ge­hen­de Nacht­ru­he von zwölf Stun­den gewähr­leis­tet sein. Am Wochen­en­de haben Lehr­lin­ge das Recht auf zwei zusam­men­hän­gen­de freie Tage (dar­un­ter jeden­falls den Sonn­tag). Für Lehr­lin­ge, die 18 Jah­re und älter sind, gel­ten die glei­chen Arbeits­zeit­re­geln wie für ande­re erwach­se­ne Arbeit­neh­mer/-innen, die im Arbeits­zeit­ge­setz (AZG) bzw. in den jewei­li­gen Kol­lek­tiv­ver­trä­gen fest­ge­schrie­ben sind.