Infor­ma­ti­on

Drei Mona­te schuf­te­te Abdul­lah N. bei einer wirt­schaft­lich sehr erfolg­rei­chen IT Fir­ma, ersetz­te dort eine vol­le Arbeits­kraft. Doch er bekam nur 1.100 Euro dafür, weil er die Arbeit ja als Pflicht­prak­ti­kum für sein Stu­di­um brauch­te. AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl: „Jun­ge Men­schen gehö­ren respekt­voll behan­delt und gerecht bezahlt. Die AK hat Abdul­lah gehol­fen und 2.200 Euro Ent­gelt­nach­zah­lung für ihn her­aus­ge­holt.“ Zunächst freu­te sich Abdul­lah M. sehr, als er die Zusa­ge für eine Prak­ti­kums­stel­le bei einer IT Fir­ma bekam. Schließ­lich hat­te er eini­ges an Ein­satz inves­tiert: Er hat­te von sich aus auf einer Ver­an­stal­tung eine Mit­ar­bei­te­rin auf ein Prak­ti­kum ange­spro­chen und muss­te dann ein mehr­stu­fi­ges Aus­wahl­ver­fah­ren bestehen. Doch als eine Woche vor sei­nem Arbeits­be­ginn in der Per­so­nal­ab­tei­lung des Unter­neh­mens der Ver­trag ein­tru­del­te, war er nicht mehr so begeis­tert: Es gebe kei­nen Ver­gü­tungs­an­spruch stand dar­in. Und das, obwohl ihm die Per­so­nal­che­fin ver­si­chert hat­te: „Es gibt bei uns kei­ne unbe­zahl­ten Tätig­kei­ten.“ Abdul­lah M. arbei­te­te trotz­dem, schließ­lich muss­te er für sein Stu­di­um ein Pflicht­prak­ti­kum machen. Er koor­di­nier­te Ter­mi­ne, orga­ni­sier­te Bespre­chun­gen samt Ver­pfle­gung, traf bei offe­nen Stel­len eine Vor­auswahl unter den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, und vie­les mehr. Im Wesent­li­chen folg­te er einer Kol­le­gin nach, deren Arbeits­ver­hält­nis zwei Wochen nach Abdul­lahs Arbeits­an­tritt ende­te. Immer wie­der frag­te er sei­ne Vor­ge­setz­te nach sei­ner Bezah­lung, aber die Per­so­nal­che­fin sag­te, sie müs­se sich erst nach dem Ent­gelt erkun­di­gen. Schließ­lich been­de­te Abdul­lah M. das Arbeits­ver­hält­nis nach drei Mona­ten. Er bekam noch ein sehr gutes Dienst­zeug­nis aus­ge­stellt, aber bezahlt wur­den ihm für drei Mona­te nur 1.100 Euro. „Ich war sehr ent­täuscht“, sagt Abdul­lah N. „Hät­ten sie mir von Anfang an gesagt, dass sie wenig oder nichts bezah­len, hät­te ich das Prak­ti­kum zwar trotz­dem gemacht. Aber ich hät­te nicht drei Mona­te Voll­zeit gear­bei­tet. Ich habe wäh­rend­des­sen von mei­nen Erspar­nis­sen gelebt.“ Der jun­ge Mann wand­te sich an den Rechts­schutz der Arbei­ter­kam­mer und zog mit die­ser Hil­fe vor das Arbeits- und Sozi­al­ge­richt Wien. Das ent­schied: 2.200 Euro Nach­zah­lung. Abdul­lah N. ist mit dem Ergeb­nis zufrie­den: „Es ist nicht ein­fach, als Stu­dent irgend­wo Fuß zu fas­sen. Da sagt man als Prak­ti­kant nicht ein­fach: Nein, das ist mein Recht! Aber ich bin zur AK gegan­gen und es macht sich bezahlt.“