Infor­ma­ti­on

Die Lehr­lin­ge sind beson­ders schwer von der Coro­na-Pan­de­mie betrof­fen. Vie­le wis­sen nicht, ob sie nach Ende ihrer Leh­re über­nom­men wer­den und sie befürch­ten, dass sich die Kri­se nega­tiv auf ihre beruf­li­che Zukunft aus­wirkt“, sagt Sumit Kumar, Bun­des­ju­gend­se­kre­tär der Gewerk­schaft vida. Dass die Regie­rung auf jun­ge Men­schen ver­gisst, sei nicht neu — die Kri­se habe die Situa­ti­on aber zusätz­lich ver­schärft. „Es fehlt an ech­ten Per­spek­ti­ven und die Regie­rung ist gefor­dert, hier end­lich aus den Ankün­di­gun­gen her­aus­zu­kom­men und in die Umset­zung zu gehen“, so Kumar, der zudem betont, dass die Regie­ren­den die Sor­gen der jun­gen Men­schen end­lich ernst neh­men müs­sen. Ein von der vida-Jugend for­mu­lier­tes Zehn-Punk­te-Pro­gramm soll dem Appell nun Nach­druck ver­lei­hen, da ein Brief von der Schul­spre­che­rin der Berufs­schu­le für Gast­ge­wer­be in Wien mit kri­ti­schen Fra­gen an Bun­des­kanz­ler Kurz nur unzu­rei­chend beant­wor­tet wur­de. „Der Kanz­ler wird dem­nächst 1.000 Brie­fe von jun­gen Men­schen erhal­ten, die sich Sor­gen um ihre Zukunft machen und im Brief auf­for­dern, tätig zu wer­den“, erklärt die stell­ver­tre­ten­de vida-Bun­des­ju­gend­vor­sit­zen­de Serin Mrou­ki. Zen­tra­le For­de­run­gen in dem Zehn-Punk­te-Pro­gramm sind die Schaf­fung von Lehr­plät­zen in staats­na­hen Betrie­ben sowie Inves­ti­tio­nen in die über­be­trieb­li­che Leh­re. „Außer­dem braucht es eine Gleich­be­hand­lung von Lehr­lin­gen mit Schü­lern und Stu­den­ten und eine gene­rel­le Digi­ta­li­sie­rungs- und Moder­ni­sie­rungs­of­fen­si­ve“, so Mrou­ki wei­ter. Vor allem Lehr­lin­ge im Tou­ris­mus sind mit aku­ten Exis­tenz­ängs­ten kon­fron­tiert, weil ihre Betrie­be coro­nabe­dingt seit Mona­ten geschlos­sen sind. „Es braucht hier einen Maß­nah­men­plan, damit Lehr­lin­ge ihren Beruf wei­ter aus­üben kön­nen“, sagt Jan Jung­wirth, Tou­ris­mus­spre­cher der vida-Jugend. Jun­ge Men­schen, die kei­ne Per­spek­ti­ve haben, lei­den deut­lich öfter an psy­chi­schen Erkran­kun­gen, wie etwa Depres­sio­nen, als jene, die in Aus­bil­dung sind. Ein Drit­tel der Selbst­mor­de in Grie­chen­land in der Wirt­schafts­kri­se 2008 war auf die Per­spek­ti­ven­lo­sig­keit von Jugend­li­chen zurück­zu­füh­ren. „In Anbe­tracht der aktu­el­len Coro­na-Kri­se soll­ten alle Alarm­glo­cken in den zustän­di­gen Minis­te­ri­en läu­ten“, schlie­ßen Mrou­ki und Jungwirth.