Infor­ma­ti­on

Cris­ti N. arbei­te­te als Ver­mes­sungs­tech­ni­ker für eine Indus­trie­ver­mes­sungs­fir­ma. Ein wich­ti­ger Bestand­teil sei­ner Tätig­keit waren aus­ge­dehn­te Dienst­rei­sen, die er immer anstands­los absol­vier­te. Eines Tages wur­de Herr N. von sei­ner Fir­ma recht kurz­fris­tig dar­über infor­miert, dass er eine Dienst­rei­se in den Sudan antre­ten soll­te. Da er vor­her noch nie in Afri­ka war, recher­chier­te er im Inter­net und stell­te fest, dass für Rei­sen in den Sudan Sicher­heits­warn­stu­fe 3 gilt: Das bedeu­tet gewalt­tä­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen, auch mit Todes­fol­gen, und hohes Risi­ko von Ter­ror­an­schlä­gen. Das Außen­mi­nis­te­ri­um rät von nicht unbe­dingt not­wen­di­gen Rei­sen dort­hin ab. Auch eine Rei­he von Imp­fun­gen wird für den Sudan emp­foh­len, die sich bis zum Antritt der Dienst­rei­se nicht mehr aus­ge­gan­gen wären. Außer­dem war der Ter­min die­ser Dienst­rei­se so ange­setzt, dass N. befürch­ten muss­te, sei­nen lan­ge geplan­ten Urlaub nach Rumä­ni­en nicht antre­ten zu kön­nen, für den er bereits Vor­keh­run­gen getrof­fen hat­te. Cris­ti N. teil­te der Fir­ma dar­auf­hin sei­ne Beden­ken mit und was war die Reak­ti­on? Der Tech­ni­ker wur­de ein­fach ent­las­sen! AK Prä­si­den­tin Rena­te Anderl: „Es ist die höchst­per­sön­li­che Ent­schei­dung jedes und jeder Beschäf­tig­ten zu ent­schei­den, ob er oder sie auf­grund einer Rei­se­war­nung eine Dienst­rei­se für zu gefähr­lich hält und auch, wel­che Imp­fun­gen für not­wen­dig erach­tet wer­den. Einen ver­dien­ten Ange­stell­ten, der zuvor alle Dienst­rei­sen immer gemacht hat, zu ent­las­sen, ist ehr­lich gesagt, eine Frech­heit.“ Herr N. wand­te sich an die AK, da er sei­ne Ent­las­sung für unge­recht­fer­tigt hielt. Die AK zog für ihn vor Gericht. Das Arbeits-und Sozi­al­ge­richt schloss sich sei­ner Auf­fas­sung an und die Fir­ma muss­te mehr als 15.000 Euro an Kün­di­gungs­ent­schä­di­gung zurückzahlen.