Infor­ma­ti­on

Nach wir vor ist kei­ne ech­te Erleich­te­rung am Arbeits­markt abseh­bar. Acht Arbeits­lo­se kom­men der­zeit auf eine offe­ne Stel­le. „Da geht es sich beim bes­ten Wil­len nicht aus, dass alle rasch einen Job fin­den“, sagt Ingrid Reischl, Lei­ten­de ÖGB-Sekre­tä­rin. Wie man bei die­ser Arbeits­markt­la­ge davon reden kön­ne, dass es mehr Anrei­ze für die Job­su­che braucht, sei völ­lig unver­ständ­lich. Arbeits­lo­se befän­den sich nicht in irgend­ei­ner Hän­ge­mat­te, son­dern „in einer trau­ri­gen Zeit­schlei­fe der Job­su­che”, so Reischl: „Nach einem Jahr Coro­na-Kri­se muss allen klar sein, dass das Arbeits­lo­sen­geld erhöht wer­den muss, um Betrof­fe­ne zumin­dest finan­zi­ell abzu­si­chern.“ Klar muss auch sein: Wer zu Beginn der Kri­se arbeits­los wur­de, zählt bald zu den Lang­zeit­ar­beits­lo­sen. Damit gehen finan­zi­el­le Ver­lus­te ein­her. „Zahl­rei­che Betrof­fe­ne haben sich in den letz­ten Mona­ten ver­zwei­felt an die Gewerk­schaf­ten gewandt und berich­tet, dass sie mit dem Arbeits­lo­sen­geld nicht aus­kom­men“, sagt die Lei­ten­de ÖGB-Sekre­tä­rin. So ste­hen bei­spiels­wei­se einer Kas­sie­rin in der größ­ten Beschäf­tig­ten­grup­pe Han­del – der, so Reischl, ja nicht nur aus den wäh­rend der Pan­de­mie geöff­ne­ten Super­märk­ten besteht — laut Kol­lek­tiv­ver­trag im drit­ten Jahr ihrer Tätig­keit min­des­tens 1.700 Euro brut­to zu. Ver­liert sie aber ihre Arbeit, steht ihr nur mehr ein AMS-Tag­satz von 31,17 Euro zu, das sind 935,1 Euro net­to pro Monat. Das bedeu­tet einen Jah­res-Net­to­ver­lust von 8.039,50 Euro oder monat­lich 670 Euro. „Wer nicht will, dass die­se Men­schen in die Armut abrut­schen, muss jetzt das Arbeits­lo­sen­geld erhö­hen“, for­dert Reischl abschlie­ßend ein­mal mehr.