Infor­ma­ti­on

Die Lage auf dem hei­mi­schen Arbeits­markt ist wei­ter­hin dra­ma­tisch, Herbst und Win­ter wer­den zu einem wei­te­ren Anstieg der Arbeits­lo­sen­zah­len füh­ren. Anfang Okto­ber 2020 waren 408.853 Men­schen ohne Arbeit. „Wir müs­sen run­ter von die­ser hor­rend hohen Arbeits­lo­sig­keit“, sagt Arbei­ter­kam­mer Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. „Unser Ziel muss sein, im Jahr 2021 wie­der das Niveau vor Coro­na zu errei­chen. Dafür muss Geld da sein – das sage ich bewusst im Hin­blick auf die lau­fen­den Bud­get­ver­hand­lun­gen. Denn die Kos­ten des Nichts­tuns sind weit­aus höher.“ Mit der „Offen­si­ve Arbeits­markt“ setzt die AK die Bekämp­fung der Arbeits­lo­sig­keit und die Schaf­fung von Arbeit an die Spit­ze der poli­ti­schen Agen­da und will zugleich das Tem­po erhö­hen. „Mit der Kurz­ar­beit – die drit­te Pha­se beginnt heu­te – haben wir ein wich­ti­ges Instru­ment zur Ver­mei­dung von Arbeits­lo­sig­keit in der Hand, die Sozi­al­part­ner haben hier Hand­lungs­fä­hig­keit bewie­sen“, so Anderl. „Wir brau­chen aber mehr, man muss an vie­len Hebeln anset­zen.“ Es brau­che jetzt rasch mehr Chan­cen für arbeits­los gewor­de­ne Men­schen, die Coro­na-Arbeits­stif­tung sei dafür ein sehr gutes Instru­ment. Aller­dings sei­en hier noch vie­le Fra­gen unbe­ant­wor­tet. Seit Jah­ren schon zeich­net sich in der Wirt­schaft ein mas­si­ver Struk­tur­wan­del ab: Beru­fe und Bran­chen ver­schwin­den, ande­re, völ­lig neue ent­ste­hen oder wer­den drin­gend gebraucht – Stich­wort Green Jobs, Digi­ta­li­sie­rung, E‑Mobilität oder Gesund­heits- und Pfle­ge­be­ru­fe. „Die Coro­na-Arbeits­stif­tung muss und kann einen Bei­trag leis­ten, die­se Her­aus­for­de­run­gen posi­tiv für die Beschäf­tig­ten, aber auch die Unter­neh­men zu bewäl­ti­gen. Die Umset­zung muss wohl über­legt sein, damit die Mit­tel auch da ankom­men, wo sie tat­säch­lich gebraucht wer­den“, sagt Anderl. Dass die Stif­tung durch das AMS abge­wi­ckelt wer­de, ent­spre­che einer For­de­rung der Arbei­ter­kam­mer. „Man muss in der kon­kre­ten Abwick­lung aller­dings genau hin­se­hen. Wir reden hier von noch nie dage­we­se­nen Dimen­sio­nen – mit ‚busi­ness as usu­al‘ wird es daher nicht getan sein.“ Der­zeit sei­en bei der Coro­na-Arbeits­stif­tung noch vie­le Fra­gen offen. Die Sozi­al­part­ner kön­nen durch ihre Pra­xis­nä­he ganz wesent­lich dazu bei­tra­gen, die Stif­tungs­maß­nah­men opti­mal zu gestal­ten. Anderl bie­tet daher an, die­se Exper­ti­se auch zu nut­zen und ersucht die Bun­des­re­gie­rung, die Sozi­al­part­ner rasch zu Gesprä­chen ein­zu­la­den. „Die Ver­tre­tun­gen der Arbeit­neh­me­rIn­nen und der Unter­neh­men müss­ten sich zügig gemein­sam über­le­gen, wel­che Schwer­punk­te bei den Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men gesetzt wer­den müs­sen.“ Aus Sicht der AK ist beson­de­res Augen­merk auf Maß­nah­men für jun­ge Arbeits­lo­se und für Frau­en zu rich­ten. Ein wesent­li­cher Bei­trag zum Erfolg der Stif­tung sei, so Anderl, ein leis­tungs­star­kes AMS – das betrifft die finan­zi­el­le Aus­stat­tung eben­so wie das Per­so­nal. Die AK hat­te schon zuletzt ange­merkt, dass es weit mehr Per­so­nal im AMS brau­chen wer­de – min­des­tens 650 neue Stel­len. Anderl: „Die zuletzt beschlos­se­ne Auf­sto­ckung des Per­so­nals freut uns und war wich­tig, kann aber nur ein ers­ter Schritt sein. Für die AK ist frag­lich, ob die­se enor­me Auf­ga­be mit der der­zei­ti­gen Anzahl an Per­so­nal gestemmt wer­den kann.“