Horizont

Mit dem neuen Förder­pro­jekt „Dis­cov­er Europe“ unter­stützt die Arbeit­erkam­mer Oberöster­re­ich ab sofort Lehrlinge bei Exkur­sio­nen im In- und Aus­land. Das Ziel: Fremd­sprachenken­nt­nisse und Fach­wis­sen aneignen sowie Arbeitsweisen und Kul­turen ander­er Län­der ken­nen­ler­nen. „Lehrlinge sind wichtige Stützen unser­er Gesellschaft. Sie sind die Fachkräfte von mor­gen und ver­di­enen unseren Respekt und die best­mögliche Aus­bil­dung. Dazu gehört mehr, als ihnen nur das reine Handw­erk zu ver­mit­teln“, so AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Völ­lig unver­ständlich ist für ihn deshalb, warum das Land Oberöster­re­ich seine Co-Finanzierung am Vorgänger­pro­jekt eingestellt hat. Neben der fach­lichen Aus­bil­dung sind für das beru­fliche Weit­erkom­men der Fachkräfte von mor­gen auch Europawis­sen und Fremd­sprachenkom­pe­ten­zen wichtig. Aus diesem Grund hat das Berufs­förderungsin­sti­tut (BFI) 24 Jahre lang das von Arbeit­erkam­mer und Land Oberöster­re­ich finanzierte Pro­jekt „Chal­lenge Europe“ für Beruf­ss­chulk­lassen abgewick­elt. Fast 63.000 Lehrlinge kon­nten dadurch an ver­schiede­nen Bil­dungsange­boten, Ver­anstal­tun­gen und Pro­jek­ten – etwa an Betrieb­s­be­suchen, fremd­sprachigem Unter­richt mit Native Speak­ers oder Exkur­sio­nen zum öster­re­ichis­chen und EU-Par­la­ment – teil­nehmen. Rund 10.000 von ihnen erhiel­ten zudem die Chance, län­gere Aus­land­saufen­thalte bzw. Aus­tausch­pro­gramme in EU-Staat­en zu absolvieren. Das Lehrling­spro­jekt hat sich inner­halb des oberöster­re­ichis­chen Beruf­ss­chul­we­sens bestens etabliert und war in manchen Schulen ein Fix­punkt im Zusatzange­bot für die Schüler*innen. Doch Ende 2017 stellte das Land Oberöster­re­ich seine Zahlun­gen ein. „Diese Vor­gangsweise des Lan­des ist angesichts des viel beklagten Fachkräfte­man­gels völ­lig kon­trapro­duk­tiv und ste­ht in krassem Wider­spruch zu der vom Land so oft beschwore­nen Fachkräfte­förderung“, so AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Die große Nach­frage und der Erfolg des Pro­jek­ts hat die AK dazu ver­an­lasst, ein Nach­fol­geange­bot zu entwick­eln und dieses zu finanzieren. Mit dem neuen Pro­jekt „Dis­cov­er Europe“ fördert die AK Lehrlinge finanziell bei Exkur­sio­nen im In- und Aus­land. Lehrlinge, die AK-Mit­glieder sind, bekom­men 25 Prozent der Exkur­sion­skosten – max­i­mal aber 200 Euro pro Per­son – von der AK erset­zt. Die Antrag­stel­lung erfol­gt über die Beruf­ss­chulk­lassen an das BFI, das auch die Abwick­lung organ­isiert. Ein­er­seits sollen bei den Exkur­sio­nen im Rah­men von „Dis­cov­er Europe“ die fach­lichen und sprach­lichen Kom­pe­ten­zen der Lehrlinge erweit­ert wer­den, um damit für den glob­alen Wet­tbe­werb bess­er gerüstet zu sein. Ander­er­seits stärken Aus­land­saufen­thalte und Exkur­sio­nen das Bewusst­sein für inter­na­tionale Zusam­men­hänge und erweit­ern so den Hor­i­zont auch in interkul­turellen Fra­gen. „Dadurch prof­i­tieren nicht nur die Lehrlinge selb­st – viele Beruf­ss­chulen kön­nen auch weit­er­hin Net­zw­erke mit Part­ner­in­sti­tu­tio­nen und Fir­menkon­tak­te im Aus­land aus­bauen“, sagt AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer.