Handlungsbedarf

Das Berufs­förderungsin­si­tut Wien sieht anlässlich der jüng­sten Ergeb­nisse des Lehrlingsmon­i­tors Hand­lungs­be­darf bei der Qual­ität der Aus­bil­dung. „Wenn jed­er dritte Lehrling angibt, regelmäßig aus­bil­dungferne Tätigkeit­en machen zu müssen, und ein weit­eres Drit­tel zu Über­stun­den gezwun­gen wird, dür­fen wir uns nicht wun­dern, wenn das Anse­hen der dualen Aus­bil­dung Schaden nimmt“, so Franz-Josef Lackinger, Geschäfts­führer des BFI Wien. Dass nur sechs von zehn Lehrlin­gen vom Betrieb bei der Vor­bere­itung zur Lehrab­schlussprü­fung unter­stützt wür­den, sei zwar eine leichte Verbesserung gegenüber den Vor­jahren, aber immer noch zu wenig. Lackinger: „Aus der Wirtschaft hört man immer wieder Stim­men, es sei so schw­er, gut aus­ge­bildete junge Män­ner und Frauen zu find­en. Dazu braucht es aber auch die Bere­itschaft zu betrieblichen Rah­menbe­din­gun­gen, die der Aus­bil­dung und den Bedürfnis­sen der Lehrlinge gerecht wer­den.“ Lackinger weist in diesen Zusam­men­hang neuer­lich auf die Bedeu­tung der über­be­trieblichen Lehre (ÜBA) hin: „Unsere Lehrlinge machen auss­chließlich aus­bil­dungsrel­e­vante Tätigkeit­en. Wir hal­ten uns bei den Arbeit­szeit­en selb­stver­ständlich ans Arbeit­srecht, kein Lehrling muss bei uns Über­stun­den machen. Außer­dem bere­it­en wir alle Lehrlinge auf die Lehrab­schlussprü­fung vor. Das sind wir ihnen schuldig.“ Die opti­mierten Rah­menbe­din­gun­gen in der ÜBA schla­gen sich auch auf die Abschlussquoten nieder: Seit Jän­ner 2016 schafften 9 von 10 Lehrlin­gen (89,5 Prozent) am BFI Wien den Lehrab­schluss. Zum Ver­gle­ich: Laut Sta­tis­tik der Wirtschaft­skam­mer lag die Abschlussquote unter Ein­beziehung der Betriebe im Ver­gle­ich­szeitraum bei rund 80 Prozent. „Unsere eigentliche Auf­gabe ist die Ver­mit­tlung der über­be­trieblichen Lehrlinge in Betriebe, wir investieren auch viel Zeit und Aufwand darin. Aber es freut uns natür­lich, dass jene Lehrlinge, die ihre gesamte Aus­bil­dung bei uns machen, sehr gute Lehrab­schlussquoten erre­ichen“, so Lackinger abschließend.