Cha­rak­ter­los

Dass das Bud­get des AMS gekürzt wird, ist sinn­los genug. Dass dadurch aber auch zukün­ftige Lehrgänge in der Über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung (ÜBA) gefährdet sind und dadurch hun­derte junge Men­schen im Herb­st ohne Aus­bil­dungsplatz daste­hen kön­nten, ist ver­ant­wor­tungs­los“, empört sich Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Jed­er Euro, der bei der Aus­bil­dung von jun­gen Men­schen zu Fachkräften ges­part wird, ist Zukun­ft­sraub. Eine solide Aus­bil­dung ist der beste Garant gegen Arbeit­slosigkeit, das sollte auch der Sozialmin­is­terin und dem Finanzmin­is­ter klar sein. Dass jun­gen Men­schen diese Chance genom­men wer­den soll, ist unver­ständlich“, so Hofer. Die ver­gan­genen Tage waren voll von Mel­dun­gen über Fachkräfte­man­gel. „Dass in den let­zten zehn Jahren rund 10.000 Aus­bil­dungs­be­triebe ver­loren gegan­gen sind, darüber spricht nie­mand“, ver­weist die ÖGJ-Vor­sitzende auf den Rück­gang der Aus­bil­dungs­be­triebe. Gab es 2006 noch 37.783 Betriebe, die Lehrlinge aus­ge­bildet haben, so waren es 2016 nur mehr 28.204, das ist rund ein Vier­tel weniger! „Da müssen sich die Unternehmen auch selb­st an der Nase nehmen!“ Die ÖGJ hat schon vor Jahren das Mod­ell der Fachkräftemil­liarde vorgelegt, welch­es die Aus­bil­dung von allen Lehrlin­gen sich­ern und das AMS-Bud­get ent­las­ten würde. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert einen Aus­bil­dungs­fonds (Fachkräftemil­liarde), in den Fir­men ein­zahlen, die nicht aus­bilden, obwohl sie es kön­nten, und aus dem Betriebe, die qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden, Förderun­gen erhal­ten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahres­brut­tolohn­summe durch die Unternehmen finanziert wer­den. Laut Prog­nosen wären das für das Jahr 2018 rund 1,8 Mil­liar­den Euro, die für die Fachkräfte Aus- und Weit­er­bil­dung ver­wen­det wer­den kön­nten. Mit der Fachkräftemil­liarde sollen auch die Plätze in über­be­trieblichen Aus­bil­dungsplätzen finanziert wer­den, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert. „Damit wäre den Jugendlichen, die eine Aus­bil­dung machen wollen, geholfen. Das AMS würde finanziell ent­lastet und dem Fachar­beits­man­gel würde ent­ge­gengewirkt wer­den“, so Hofer abschließend.