Erkämpft

Für uns ist es ein Tag zum Feiern. Der Jugend­ver­trauen­srat bleibt!“, freut sich Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Die Bun­desregierung hat umgeschwenkt und offen­sichtlich erkan­nt, dass der Jugend­ver­trauen­srat ein wichtiger Part­ner für alle Lehrlinge und jun­gen Arbeitnehmer*innen ist.“ 40.000 Men­schen haben für den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srates unter­schrieben. „Der uner­müdliche Ein­satz für den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srats quer über Öster­re­ich hat sich aus­gezahlt. Der Kam­pagne der ÖGJ und vie­len engagierten Multiplikatoren*innen ist es zu ver­danken, dass die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srats jet­zt abge­sagt wird“, betont Hofer. „Unser Druck hat gewirkt!“ Der Jugend­ver­trauen­srat ist eine wichtige betriebliche Mitbes­tim­mungsmöglichkeit für die Lehrlinge. „Deshalb wäre jet­zt auch der richtige Zeit­punkt, dem Jugend­ver­trauen­srat eine verpflich­t­ende Stimme im Betrieb­srat zu geben“, fordert die ÖGJ-Vor­sitzende. „Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend und deren Ideen ein­bindet, kann nur gewin­nen“, sagt Hofer abschließend.

Gewerkschaftsposition

Die Pro­duk­tion­s­gew­erkschaft (PRO-GE) befür­wortet den Verbleib des Jugend­ver­trauen­srates. Mit dem Verzicht der türkis-blaue Koali­tion auf die in ihrem Regierung­spro­gramm vorge­se­hene Abschaf­fung der Jugend­ver­trauen­sräte hat die Regierung sin­nvoller­weise auf die Gew­erkschaft­spo­si­tion eingeschwenkt. Mit der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend Kam­pagne „JVR bleibt“ hat­te die PRO-GE Jugend seit Bekan­ntwer­den der Pläne der Bun­desregierung gegen die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates gekämpft. PRO-GE Jugend­vor­sitzen­der Josef Rehberg­er, der selb­st Jugend­ver­trauen­srat ist, begrüßt nun die Mei­n­ungsän­derung: „Die Abschaf­fung des JVR wäre eine demokratiepoli­tis­che Bankrot­terk­lärung gewe­sen. Umso erfreulich­er ist es, dass die Regierung in dieser Angele­gen­heit ein­ge­lenkt hat. Durch den Jugend­ver­trauen­srat find­en junge Men­schen im Betrieb mit ihren Anliegen Gehör und es wird auf Missstände — beispiel­sweise in der Lehrlingsaus­bil­dung — hingewiesen“, so Rehberg­er. „Bemerkenswert ist, dass sich jet­zt ger­ade der ÖAAB-Bun­des­ob­mann August Wögin­ger als Ret­ter des Jugend­ver­trauen­srates präsen­tiert, obwohl es ger­ade die ÖVP war, die in ihrem Regierung­spro­gramm die Abschaf­fung der JVR gefordert hat­te“, kri­tisiert Rehberg­er. Für die PRO-GE ist und bleibt der Jugend­ver­trauen­srat eine wichtige betriebliche Mitbes­tim­mungsmöglichkeit für die Lehrlinge. Deshalb unter­stützt die PRO-GE Jugend­abteilung auch Jugend­ver­trauen­sräte, bietet Weit­er­bil­dungssem­inare für Jugend­ver­trauen­sräte an und ist kom­pe­ten­ter Ansprech­part­ner bei der Durch­führung von JVR-Wahlen und Prob­le­men in den Betrieben. „Der Kampf für den JVR hat sich aus­gezahlt“, so Rehberg­er. Ein Jugend­ver­trauen­srat muss jed­er Betrieb ein­richt­en, der mehr als fünf Jugendliche unter 18 beschäftigt. Er nimmt an Sitzun­gen des Betrieb­srats mit bera­ten­der Stimme teil und bringt Vorschläge zur Aus- und Weit­er­bil­dung ein.

Jugendkollektiv

Es liegt in der Natur des Men­schen, mitbes­tim­men zu wollen. Wenn die Regierung der Jugend ihre Stimme nimmt, wird sie laut. Denn das lassen wir uns nicht gefall­en“, sagt Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ), bei der sech­sten Jugend­ver­trauen­sräte-Kon­ferenz der ÖGJ unter dem Mot­to „Jugend.Mitbestimmung.Jetzt!“ in Wien. „Die poli­tis­che Mitbes­tim­mung ist eines der wichtig­sten Merk­male der Demokratie. Und die erste Form der demokratis­chen Mitbes­tim­mung im Betrieb ist der Jugend­ver­trauen­srat. Der muss unbe­d­ingt bleiben“, so die Vor­sitzende vor mehr als 100 Jugendvertrauensräte*innen, die diese Forderung mit einem Beschluss unter­stützen. Bil­dung ist ein Grund­stein für alles im Leben“, so die Vor­sitzende. In sechs Work­shops zu The­men wie Europa, Gle­ich­be­hand­lung, Arbeit­szeit­ge­setz, oder Medi­en­nutzung kon­nten sich die Jugendvertrauensräte*innen weit­er­bilden. „Um als Jugend­ver­trauen­srat oder Jugend­ver­trauen­srätin den Kollegen*innen im Betrieb zu helfen, ist es wichtig gut informiert zu sein“, so Hofer. „Wir bilden unsere Jugendvertrauensräte*innen aus, weil sie dadurch ein Garant für eine gute Lehrlingsaus­bil­dung im Betrieb sind. Wer die Lehrlingssprech­er abschaf­fen will, weiß nicht, welch­er Mehrw­ert dadurch für die Lehrlinge und für die Unternehmer im Betrieb ver­loren geht. Die Regierung wäre gut berat­en, den Jugend­ver­trauen­srat zu erhal­ten und jun­gen muti­gen Men­schen die Möglichkeit der Mitbes­tim­mung zu geben und die Zukun­ft ihrer Arbeitswelt mitzugestal­ten. Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend ignori­ert, ist nicht nur feig, son­dern ver­ant­wor­tungs­los“, sagt die ÖGJ-Vor­sitzende abschließend.

Beibehaltung

Für unseren Kampf um den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srats ist das ein schön­er und wichtiger Etap­pen­sieg“, freut sich Josef Rehberg­er, Vor­sitzen­der der Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ) Oberöster­re­ich darüber, dass der heute im Land­tag einge­brachte Ini­tia­ti­vantrag der SPÖ-Abge­ord­neten Petra Müll­ner zum Weit­erbe­stand des Jugend­ver­trauen­srates auch von allen anderen Parteien im Land­tag unter­stützt wor­den ist. „Ganz offen­sichtlich haben nun zumin­d­est in Oberöster­re­ich auch die Regierungsparteien einge­se­hen, dass die Jugendlichen ihr Sprachrohr in den Betrieben brauchen und ihnen weit­er­hin ein Recht auf betriebliche Mitbes­tim­mung gegeben wer­den muss“, hofft Rehberg­er, dass Oberöster­re­ich damit zum Vor­bild auch für die anderen Bun­deslän­der wird. Durch die Unter­stützung quer über alle Parteien wird ein lautes Sig­nal an die Bun­desregierung gesendet, von ihren Plä­nen zur Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srats abzurück­en. Bere­its seit Bekan­ntwer­den der dies­bezüglichen Regierungspläne kämpft die ÖGJ ener­gisch für die Beibehal­tung der jugendlichen Inter­essen­vertreterIn­nen in den Betrieben und hat mit zahlre­ichen Aktio­nen auf die Prob­lematik hingewiesen. Der Jugend­ver­trauen­srat ist eine wichtige Anlauf­stelle für Lehrlinge und tritt als Ver­mit­t­lerIn zwis­chen den Anliegen der Lehrlinge und der Betrieb­sleitung ein. Dadurch kommt es in vie­len Fra­gen zu Lösun­gen, die für die Lehrlinge in Ord­nung sind. Wenn in einem Betrieb min­destens fünf jugendliche Arbeit­nehmerIn­nen (unter 18 Jahren bzw. Lehrlinge unter 21 Jahren) beschäftigt sind, ist für die Vertre­tung ihrer Inter­essen ein Jugend­ver­trauen­srat zu wählen. Dessen Rechte und Pflicht­en wie Weisungs­frei­heit, Beschränkungs- und Benachteili­gungsver­bot, Kündi­gungs- und Ent­las­sungss­chutz sowie Bil­dungs­freis­tel­lung im Aus­maß von zwei Wochen pro Funk­tion­spe­ri­ode (2 Jahre) entsprechen im Wesentlichen jenen der Betrieb­sratsmit­glieder. Die wichtig­sten Auf­gaben sind, die wirtschaftlichen, sozialen, gesund­heitlichen und kul­turellen Inter­essen der jugendlichen Arbeit­nehmerIn­nen wahrzunehmen; darauf zu acht­en, dass die Vorschriften, die für das Arbeitsver­hält­nis gel­ten, einge­hal­ten wer­den; die Teil­nahme an Sitzun­gen des Betrieb­srats sowie Vorschläge in Fra­gen der Beruf­saus­bil­dung und der beru­flichen Weit­er­bil­dung einzubrin­gen.

Qualitätsprüfung

Wir hof­fen, dass der gestrige Jobgipfel nicht nur als Mar­ket­ing­show in Erin­nerung bleibt, son­dern dass den Ankündi­gun­gen im Lehrlings­bere­ich auch Tat­en fol­gen“, so der PRO-GE Jugend­vor­sitzende Josef Rehberg­er. Er begrüßt, dass von Seit­en der Regierung einige Maß­nah­men zur Verbesserung der Lehre ange­sprochen wur­den, die die PRO-GE Jugend schon lange fordert. „Was aber fehlt, ist, dass endlich von der Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates abgerückt wird. Der JVR ist ein Garant dafür, dass in den Betrieben eine qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Aus­bil­dung erhal­ten bleibt“, sagt Rehberg­er. Zur angekündigten Imagekam­pagne für die Lehre betont der Jugend­vor­sitzende, dass die beste Wer­bung eine Erhöhung der Lehrlingsentschädi­gun­gen und eine Qual­itätsverbesserung der dualen Aus­bil­dung wäre. „Die Umbe­nen­nung der Lehrlingsentschädi­gung in ein Lehrlings­ge­halt ist eine Mogel­pack­ung, wenn sich an der Höhe nichts ändert. Ger­ade im Rah­men der Kollek­tivver­tragsver­hand­lun­gen gibt es die Möglichkeit, im Sinne der Jugendlichen zu han­deln“, so Rehberg­er. Rehberg­er zeigt sich pos­i­tiv über­rascht, dass die Regierung eine Qual­ität­sprü­fung zur Lehrzei­thälfte fordert: „Wir plädieren seit langem für eine Zwis­chen­prü­fung. Bish­er ist das am Wider­stand der Wirtschaft gescheit­ert. Die Regierung muss in dieser Frage auf Wirtschaft­skam­mer und Indus­triel­len­vere­ini­gung ein­wirken.“ Eine weit­ere Forderung der PRO-GE Jugend ist die Freifahrt für Lehrlinge. In zehn Kollek­tivverträ­gen wurde bere­its umge­set­zt, dass für die Auszu­bilden­den die Fahrtkosten für den Weg ins Beruf­ss­chulin­ter­nat über­nom­men wer­den. „Dass nun endlich die Regierung nachzieht, ist erfreulich. Hier braucht es eine Lösung für alle Lehrlinge“, bemerkt der Jugend­vor­sitzende. Äußerst kri­tisch sieht die PRO-GE Jugend die Ver­schär­fun­gen der Zumut­barkeits­bes­tim­mungen. „Mit Zwang wird man die Jugendlichen nicht dazu bekom­men, erfol­gre­ich eine Lehre zu absolvieren. Es wäre weitaus sin­nvoller, in eine ordentliche Beruf­sori­en­tierung zu investieren, damit die Jugendlichen jene Aus­bil­dung ergreifen, die mit ihren Nei­gun­gen und Tal­en­ten übere­in­stimmt“, sagt Rehberg­er. „Will die Regierung den Fachkräfte­man­gel beseit­i­gen, dann muss sie dafür sor­gen, dass junge Men­schen eine Lehre wieder als Chance begreifen. Dazu braucht es mod­ern­ste Aus­bil­dungs­stan­dards in den Betrieben sowie in den Beruf­ss­chulen und es müssen nach ein­er Lehre Auf­stiegschan­cen und Weit­er­en­twick­lungsmöglichkeit­en gegeben sein. Mit Über­schriften alleine wird sich wenig ändern. Hier braucht es eine gemein­same Kraftanstren­gung von Sozial­part­nern und Regierung“, betont der Jugend­vor­sitzende abschließend.

Mitbestimmung

Ständig von mehr Mitbes­tim­mung der Bevölkerung zu sprechen, aber gle­ichzeit­ig den Jugend­ver­trauen­srat, den Lehrlingssprech­er, abschaf­fen zu wollen, nimmt fast schiz­o­phrene Züge an. Die Regierung will Jugendliche offen­sichtlich mund­tot machen“, sagt Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Der Jugend­ver­trauen­srat wird demokratisch von Lehrlin­gen gewählt, um eine gle­ichal­trige Vertre­tung zu haben.“ Mit dem Start der Aktion „Jugend.Mitbestimmung.Jetzt“ am 12. Sep­tem­ber informiert die ÖGJ über die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates, die Auswirkun­gen des 12-Stun­den-Tages auf Lehrlinge und die Kürzun­gen für Lehrlinge in über­be­trieblich­er Aus­bil­dung. Das neue Arbeit­szeit­ge­setz macht es für Unternehmen möglich, Lehrlinge nach acht Stun­den Beruf­ss­chule in die Arbeit zu holen. Denn nur für Min­der­jährige ist eine Beschäf­ti­gung im Betrieb nach einem Schul­t­ag von acht Stun­den nicht mehr zuläs­sig. „Uns liegen jet­zt schon genü­gend Fälle vor, in denen Lehrlinge ver­boten­er­weise nach der Beruf­ss­chule arbeit­en müssen. Der 12-Stun­den-Tag macht es möglich, Lehrlinge als bil­lige Arbeit­skräfte auszunutzen und sie nach der Beruf­ss­chule für die Abend­schicht in den Betrieb zu holen. Das ist keine Aus­bil­dung, son­dern Aus­beu­tung!“, so die ÖGJ-Vor­sitzende. „Wer nicht investiert, schöpft keine Gewinne. Das sollte vor allem den Wirtschaftsvertretern klar sein. Sich jet­zt über einen Fachkräfte­man­gel zu beschw­eren, wenn in den ver­gan­genen Jahren die Lehrstellen kon­tinuier­lich zurück­gin­gen und auf die Qual­ität der Aus­bil­dung Null Wert gelegt wurde, ist reine Auge­nauswis­cherei“, betont Hofer. „Nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie aus­bilden, soll­ten regelmäßig über­prüft wer­den.“ Die ÖGJ fordert Kom­pe­ten­zchecks für Betriebe, eine Min­destlehrlingsentschädi­gung von 850 Euro im 1. Lehr­jahr und einen Aus­bil­dungs­fonds für mehr Qual­ität in der Lehrlingsaus­bil­dung. „Die Regierung wäre gut berat­en, den Jugend­ver­trauen­srat zu erhal­ten und jun­gen muti­gen Men­schen die Möglichkeit der Mitbes­tim­mung zu geben und die Zukun­ft ihrer Arbeitswelt mitzugestal­ten. Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend ignori­ert, ist nicht nur feig, son­dern ver­ant­wor­tungs­los“, sagt die ÖGJ-Vor­sitzende abschließend.

Beratungspraxis

Wir freuen uns, wenn sich die WKÖ Gedanken zur Verbesserung der Lehrlingsaus­bil­dung macht. Die Über­legun­gen müssen aber darüber hin­aus­ge­hen, den Schw­er­punkt auf die Dig­i­tal­isierung zu set­zen und den Schwarzen Peter den Lehrlin­gen zuzuschieben, weil diese nicht aus­re­ichend mobil wären“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der ÖGJ (Öster­re­ichis­che Gew­erkschaft­sju­gend) aktuelle Aus­sagen des WKÖ-Präsi­den­ten. In den Betrieben müsse ein Umdenken stat­tfind­en, fordert Hofer neben einem klaren Beken­nt­nis zu mehr Lehrstellen vor allem auch verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks für die Betriebe: „Wir wis­sen aus unser­er Beratung­sprax­is, dass viele Lehrlinge als bil­lige Hil­f­skräfte einge­set­zt wer­den, denen wenig Wis­senswertes ver­mit­telt wird. Unternehmen soll­ten endlich mehr junge Men­schen anständig aus­bilden anstatt dauernd einen Fachkräfte­man­gel zu bejam­mern. Nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie aus­bilden, soll­ten regelmäßig über­prüft wer­den.“ Ein Aus­bil­dungs­fonds kön­nte die Qual­ität der Lehre steigern, so Hofer weit­er: „Unternehmen, die alle Kapaz­itäten für Lehrlinge hät­ten, aber keine aufnehmen wollen, sollen ein­zahlen in den Fonds, der aus­bilden­den Betrieben zugutekommt.“ Es würde auch dur­chaus Sinn machen, die Regelung zur Lehre von Asylwerber*innen zu über­denken, meint Hofer: „Junge, motivierte Men­schen wer­den verun­sichert, weil ihnen nach Abschluss der Lehre die Abschiebung dro­ht. Wir sprechen uns ganz klar für ein Bleiberecht für Asyl­suchende mit abgeschlossen­er Lehraus­bil­dung aus.“ Abschließend weist Hofer darauf hin, dass sich auch immer mehr Unternehmen für den Erhalt des Jun­gend­ver­trauen­srats aussprechen, den die Regierung abschaf­fen will: „Der Jugend­ver­trauen­srat ist ein wichtiges Bindeglied zwis­chen Lehrlin­gen und ihren Chefs, denn nie­mand weiß bess­er, was die jugendlichen Arbeit­nehmerIn­nen brauchen als ihre selb­st gewählten, gle­ichal­tri­gen Vertreter*innen.“

Kompetenzchecks

Die Wirtschaft hat jahre­lang zugeschaut und kaum in die Qual­ität der Lehrlingsaus­bil­dung investiert“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ) die Aus­sagen Egon Blums im Ö1 Jour­nal. „Wenn die Unternehmer das Prob­lem, keine Fachkräfte zu haben und keine Lehrlinge zu find­en, ein­fach auf ange­blich nicht qual­i­fizierte Jugendliche abschieben, machen sie es sich zu ein­fach.“ Das Image der Lehre lei­det seit Jahren nicht zulet­zt auf­grund man­gel­nder Aus­bil­dungsqual­ität, bestätigte auch Blum. „Jede Schraube ist genormt und wird zehn Mal über­prüft, aber der Lehrling, der sie ein­set­zt, wird in der ganzen Aus­bil­dungszeit kein einziges Mal kon­trol­liert. Das kann nicht sein!“, sagt die ÖGJ Vor­sitzende. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert zur Verbesserung der Aus­bil­dungsqual­ität unter anderem verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks zur Mitte der Lehrzeit, um den Aus­bil­dungs­stand festzustellen, und kon­tinuier­liche Besprechung der Aus­bil­dungsin­halte anhand des Berufs­bildes. „Das würde den Aus­bilderIn­nen und den Lehrlin­gen helfen, bess­er darauf einzuge­hen, wo es noch Aufholbe­darf gibt und was der Lehrling schon gut beherrscht“, ist sich Hofer sich­er. „Auch die Jugend­ver­trauen­sräte tra­gen in den Fir­men zur Verbesserung der Aus­bil­dungsqual­ität bei. Sie bilden sich selb­st weit­er und acht­en darauf, ob alle Aus­bil­dungsin­halte ver­mit­telt oder dass keine aus­bil­dungs­frem­den Tätigkeit­en gemacht wer­den. Wenn die Regierung den Jugend­ver­trauen­srat tat­säch­lich abschafft, ist das zum Nachteil der Lehrlinge und der Betriebe“, so Hofer. „In Zeit­en, in denen Fachkräfte drin­gend benötigt wer­den, dann auch noch motivierte Lehrlinge abzuschieben, ist sowohl für die Wirtschaft als auch men­schlich eine Katas­tro­phe.“ Forderun­gen der ÖGJ für mehr Aus­bil­dungsqual­ität in der Lehre sind unter anderem:
* Prämien für Aus­bilderIn­nen für die Ausübung ihrer Tätigkeit.
* Verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks zur Mitte der Lehrzeit, um den Aus­bil­dungs­stand festzustellen.
* Kon­tinuier­liche Besprechung der Aus­bil­dungsin­halte anhand des Berufs­bildes.
* Keine berufs­frem­den Tätigkeit­en.
* Stärk­er­er Fokus und bessere Rah­menbe­din­gun­gen für die Aus­bil­dung der Aus­bilderIn­nen.
* Stärkere Kon­trollen der Betriebe und stärkere Sank­tion­ierung von ver­bote­nen Über­stun­den.
* Öster­re­ich­weit ein­heitliche Fra­gen für die Lehrab­schlussprü­fung.
* Lehrlinge und Aus­bilderIn­nen brauchen aus­re­ichend Zeit im Betrieb für die Vor­bere­itung auf die Lehrab­schlussprü­fung.

Ausweitung

Dass Wirtschaftsmin­is­terin Mar­garete Schram­böck die Lehrlinge ins Land holen will, die wir brauchen und nicht jene, die zufäl­lig zu uns kom­men, ist beze­ich­nend, angesichts dessen, dass sie hier von meist Min­der­jähri­gen spricht, die zufäl­lig aus einem Kriegs­ge­bi­et kom­men und mit dem Leben bedro­ht sind“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ), die Aus­sage der Min­is­terin. „Jun­gen Men­schen wird mit ein­er Lehre die Möglichkeit ein­er Aus­bil­dung gegeben, sich zu beteili­gen und zu inte­gri­eren. Jet­zt will man sie zum Nicht­stun ver­dammen, das ist der näch­ste Schlag ins Gesicht von Lehrlin­gen. Wenn ein junger Men­sch durch seine Aus­bil­dung und Arbeit­skraft so viel in Öster­re­ich beiträgt, soll er auch bleiben dür­fen. Junge Asyl­wer­berIn­nen, die eine Lehre machen, wer­den den Fachkräfte­man­gel nicht lösen, das ist klar. Fraglich ist aber, welch­es Sys­tem die Regierung ver­fol­gt. Ein­er­seits sprechen sie von Fachkräfte­man­gel, ander­er­seits ver­wehren sie jenen die Aus­bil­dung, die genau in den drin­gend benötigten Man­gel­berufen eine Lehre machen. Stattdessen soll nun dir Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge aus Drittstaat­en geöffnet wer­den“, wun­dert sich Hofer über diesen Vorschlag. Denn schon jet­zt kön­nen die Lehrstellen nicht gefüllt wer­den obwohl sich rund 8.800 junge Men­schen in ein­er Über­be­trieblichen Lehre befind­en, 8.600 Asyl­berechtigte für eine Lehre geeignet wären und über 8.000 junge Men­schen laut AMS im Juli lehrstel­len­suchend gemeldet waren. „Ursprünglich war die Idee der Rot-Weiß-Rot-Karte, hochqual­i­fizierte Arbeit­skräfte aus dem Aus­land zu holen. Eine Ausweitung auf die Lehre und eine Her­ab­senkung der Voraus­set­zun­gen, wie die Einkom­mensgren­ze zu senken, lässt ver­muten, dass durch die Hin­tertür junge Men­schen als bil­lige Arbeit­skräfte geholt wer­den sollen“, so Hofer. „Der Fachkräfte­man­gel lässt sich aber am besten durch qual­itätsvolle Aus­bil­dungsplätze und gute Bezahlung lösen und vor allem, wenn Betriebe wieder mehr aus­bilden.“

Bleiberecht

Asyl­wer­berin­nen und Asyl­wer­ber, die eine Lehrestelle in Öster­re­ich haben, dür­fen nicht abgeschoben wer­den“, fordert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ): „Die ÖGJ ver­langt ein Bleiberecht für Lehrlinge, aber auch für jene Asyl­wer­berin­nen und Asyl­wer­ber, die ihre Lehre abgeschlossen haben.“ Die ÖGJ als größte poli­tis­che Jugen­dor­gan­i­sa­tion in Öster­re­ich set­zt sich für eine Willkom­men­skul­tur in der Gesellschaft, im Bil­dungs-, Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt ein. „Faire Zugänge zu Bil­dung, Aus­bil­dung und Arbeits­markt sind uner­lässlich, um die Inte­gra­tion von Geflüchteten zu verbessern, die wegen Krieg, Ter­ror und Gewalt ihre Heimat ver­lassen mussten“, sagt Hofer. Dem­nach hat es die ÖGJ sehr begrüßt, als entsch­ieden wurde, dass Asyl­wer­berIn­nen eine Lehraus­bil­dung in Man­gel­berufen machen dür­fen. Lehraus­bil­dun­gen sind ein her­vor­ra­gen­des Mit­tel, um junge Geflüchtete schnellst- und best­möglich am öffentlichen Leben teil­haben zu lassen. Aus diesem Grund sollte der Zugang auf alle Lehrberufe aus­geweit­et wer­den. Auch wirtschaftlich ist es wider­sin­nig, wenn hochmo­tivierte, kom­pe­tente und inte­gra­tionswillige junge Men­schen ihre Leer­stelle aufgeben müssen. „Daher unter­stützen wir die Aus­bil­dungs­be­triebe bei ihrer Forderung, ihre Lehrlinge behal­ten zu dür­fen“, so die ÖGJ-Vor­sitzende.

Cha­rak­ter­los

Dass das Bud­get des AMS gekürzt wird, ist sinn­los genug. Dass dadurch aber auch zukün­ftige Lehrgänge in der Über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung (ÜBA) gefährdet sind und dadurch hun­derte junge Men­schen im Herb­st ohne Aus­bil­dungsplatz daste­hen kön­nten, ist ver­ant­wor­tungs­los“, empört sich Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Jed­er Euro, der bei der Aus­bil­dung von jun­gen Men­schen zu Fachkräften ges­part wird, ist Zukun­ft­sraub. Eine solide Aus­bil­dung ist der beste Garant gegen Arbeit­slosigkeit, das sollte auch der Sozialmin­is­terin und dem Finanzmin­is­ter klar sein. Dass jun­gen Men­schen diese Chance genom­men wer­den soll, ist unver­ständlich“, so Hofer. Die ver­gan­genen Tage waren voll von Mel­dun­gen über Fachkräfte­man­gel. „Dass in den let­zten zehn Jahren rund 10.000 Aus­bil­dungs­be­triebe ver­loren gegan­gen sind, darüber spricht nie­mand“, ver­weist die ÖGJ-Vor­sitzende auf den Rück­gang der Aus­bil­dungs­be­triebe. Gab es 2006 noch 37.783 Betriebe, die Lehrlinge aus­ge­bildet haben, so waren es 2016 nur mehr 28.204, das ist rund ein Vier­tel weniger! „Da müssen sich die Unternehmen auch selb­st an der Nase nehmen!“ Die ÖGJ hat schon vor Jahren das Mod­ell der Fachkräftemil­liarde vorgelegt, welch­es die Aus­bil­dung von allen Lehrlin­gen sich­ern und das AMS-Bud­get ent­las­ten würde. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert einen Aus­bil­dungs­fonds (Fachkräftemil­liarde), in den Fir­men ein­zahlen, die nicht aus­bilden, obwohl sie es kön­nten, und aus dem Betriebe, die qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden, Förderun­gen erhal­ten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahres­brut­tolohn­summe durch die Unternehmen finanziert wer­den. Laut Prog­nosen wären das für das Jahr 2018 rund 1,8 Mil­liar­den Euro, die für die Fachkräfte Aus- und Weit­er­bil­dung ver­wen­det wer­den kön­nten. Mit der Fachkräftemil­liarde sollen auch die Plätze in über­be­trieblichen Aus­bil­dungsplätzen finanziert wer­den, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert. „Damit wäre den Jugendlichen, die eine Aus­bil­dung machen wollen, geholfen. Das AMS würde finanziell ent­lastet und dem Fachar­beits­man­gel würde ent­ge­gengewirkt wer­den“, so Hofer abschließend.