Zauberberg

Sem­me­ring, Par­ty­stim­mung, Sport-Action und Star-Alarm am Sem­me­ring. AK Young, die Jugend­mar­ke der Arbei­ter­kam­mer (AK), lud zum legen­dä­ren Win­ter-Open-Air-Fes­ti­val Snow Moti­on und vie­le Besu­che­rIn­nen waren mit dabei. Unter­tags wur­de das ver­güns­tig­te Ski-Ange­bot genutzt, am Abend stan­den Flut­licht-Ski­fah­ren, Gra­tis-Rodeln und Live-DJs auf dem Pro­gramm. Am Abend wur­de den Event­gäs­ten von den Gewin­nern des AK Young DJ-Con­tests (DJ FMP, DJ Ste­ve Ray) und James Illu­si­on musi­ka­lisch „ein­ge­heizt“. Anschlie­ßend war es end­lich so weit – Star-DJ Zon­der­ling betrat die Open-Air-Büh­ne und die Men­ge beb­te. Der anschlie­ßen­de Head­li­ner – der inter­na­tio­nal erfolg­rei­che DJ Tuja­mo –  brach­te mit sei­nen Hits „Cra­zy“ und „River­si­de“ und einer fan­tas­ti­schen Büh­nen­show das Publi­kum in Dance­floor-Stim­mung, den Zau­ber­berg zum Beben und den Schnee zum Schmel­zen. Musi­ka­lisch ging es mit Rudy MC wei­ter und danach zum Auf­wär­men zur After-Show-Par­ty in die Zau­ber­bar. Für die siche­re Heim­fahrt vom Event sorg­ten die Com­ing Home Shut­tles nach Wie­ner Neu­stadt (mit Zwi­schen­stopps in Glogg­nitz, Ter­nitz und Neun­kir­chen), die von vie­len Jugend­li­chen genutzt wur­den.‬ „Wir fei­ern die­ses gran­dio­sen Open-Air-Event bereits zum vier­ten Mal. Unse­re Jugend­mar­ke AK Young ist ein vol­ler Erfolg. Von Bewer­bungs­trai­nings über Aus­bil­dungs­be­ra­tung, Kon­su­men­ten­schutz bis hin zu Spit­zen-Events ist alles unter dem Dach von AK Young ver­eint. 160.000 Jugend­li­che haben unse­re Ange­bo­te in den ver­gan­ge­nen vier­ein­halb Jah­ren genutzt, eine groß­ar­ti­ge Bilanz. Und Snow Moti­on zeigt ein­mal mehr: Unse­re Jugend weiß genau, was sie will“, so AK Nie­der­ös­ter­reich-Prä­si­dent und ÖGB NÖ-Vor­sit­zen­der Mar­kus Wie­ser.

Lehrstellenlücke

Die Wirt­schaft muss die Lehr­stel­len­lü­cke schlie­ßen, nicht schön reden“, sagt Arbei­ter­kam­mer (AK) Prä­si­den­tin Rena­te Anderl. Die Wirt­schafts­kam­mer Öster­reich jubel­te kurz nach Neu­jahr über etwas mehr als 1.000 neue Lehr­stel­len in Öster­reich, über­sah aber, dass die Lehr­stel­len­lü­cke viel grö­ßer ist. Das zeigt jetzt eine AK-Ana­ly­se: Zu Jah­res­an­fang fehl­ten rund 16.300 Lehr­stel­len in den Betrie­ben – in man­chen Berei­chen gibt es fast über­haupt kei­ne Lehr­lin­ge, zum Bei­spiel in Wien nur zwölf für E-Com­mer­ce-Kauf­leu­te! „Da müs­sen die Unter­neh­men ein­fach Lehr­stel­len schaf­fen“, sagt Anderl. Gleich­zei­tig sei wei­ter aus­rei­chen­de Finan­zie­rung der über­be­trieb­li­chen Lehr­aus­bil­dung wich­tig. Immer­hin gilt für Jugend­li­che unter 18 die Aus­bil­dungs­pflicht. Von 2008 bis 2016 ging die Zahl der Lehr­lin­ge im ers­ten Lehr­jahr in einem Betrieb stark zurück – von öster­reich­weit knapp 40.000 auf knapp 28.000. Jetzt sind rund 31.000 Lehr­lin­ge im ers­ten Lehr­jahr in einem Betrieb. Anderl: „Der Zuwachs an neu­en Lehr­stel­len ist viel zu gering.“ Denn ins­ge­samt sind öster­reich­weit 21.300 Jugend­li­che auf Lehr­stel­len­su­che, denen der­zeit nur knapp 5.000 als offen gemel­de­te Lehr­stel­len gegen­über­ste­hen.
Die 21.300 Jugend­li­chen auf Lehr­stel­len­su­che sind in der über­be­trieb­li­chen Lehr­aus­bil­dung, in kurz­fris­ti­gen Schu­lun­gen oder ein­fach als suchend gemel­det. Anderl: „Ohne die über­be­trieb­li­che Lehr­aus­bil­dung wür­den tau­sen­de Jugend­li­che ohne Aus­bil­dungs­an­ge­bot auf der Stra­ße ste­hen. Des­halb muss sie auch wei­ter aus­rei­chend finan­ziert wer­den.“ Jun­gen Wiener*innen bei­spiels­wei­se nüt­ze es auch nichts, wenn sie Mechatroniker*in ler­nen wol­len, es aber nur freie Lehr­stel­len im Tiro­ler Gast­ge­wer­be gibt, so Anderl. Sie ver­langt von den Unter­neh­men, „dass sie wirk­lich mehr Lehr­stel­len schaf­fen“; beson­ders in Wien, wo knapp 8.500 Jugend­li­che kei­ne Lehr­stel­le in einem Betrieb haben. Auch in den wei­ter­füh­ren­den Schu­len müss­ten inten­si­ve Anstren­gun­gen unter­nom­men wer­den, um einen vor­zei­ti­gen Abbruch zu ver­hin­dern, ver­langt Anderl. Vor allem in den tech­ni­schen und kauf­män­ni­schen Schu­len sind in den ers­ten Klas­sen weit mehr Schüler*innen als in den Abschluss­klas­sen. Anderl: „Um alle Schüler*innen an der Schu­le vom Anfang bis zum Abschluss zu behal­ten, brau­chen die Schu­len mehr Klas­sen­räu­me, Lehrer*innen.“

Erkämpft

Für uns ist es ein Tag zum Fei­ern. Der Jugend­ver­trau­ens­rat bleibt!“, freut sich Susan­ne Hofer, Vor­sit­zen­de der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend (ÖGJ). „Die Bun­des­re­gie­rung hat umge­schwenkt und offen­sicht­lich erkannt, dass der Jugend­ver­trau­ens­rat ein wich­ti­ger Part­ner für alle Lehr­lin­ge und jun­gen Arbeitnehmer*innen ist.“ 40.000 Men­schen haben für den Erhalt des Jugend­ver­trau­ens­ra­tes unter­schrie­ben. „Der uner­müd­li­che Ein­satz für den Erhalt des Jugend­ver­trau­ens­rats quer über Öster­reich hat sich aus­ge­zahlt. Der Kam­pa­gne der ÖGJ und vie­len enga­gier­ten Multiplikatoren*innen ist es zu ver­dan­ken, dass die Abschaf­fung des Jugend­ver­trau­ens­rats jetzt abge­sagt wird“, betont Hofer. „Unser Druck hat gewirkt!“ Der Jugend­ver­trau­ens­rat ist eine wich­ti­ge betrieb­li­che Mit­be­stim­mungs­mög­lich­keit für die Lehr­lin­ge. „Des­halb wäre jetzt auch der rich­ti­ge Zeit­punkt, dem Jugend­ver­trau­ens­rat eine ver­pflich­ten­de Stim­me im Betriebs­rat zu geben“, for­dert die ÖGJ-Vor­sit­zen­de. „Denn vor allem der Jugend­ver­trau­ens­rat schaut im Betrieb dar­auf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu ver­bes­sern. Wer die Jugend und deren Ide­en ein­bin­det, kann nur gewin­nen“, sagt Hofer abschlie­ßend.

Urlaubsersatzleistung

Im ver­gan­ge­nen Novem­ber hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) ent­schie­den, dass Arbeitnehmer*innen ihre offe­nen Urlaubs­an­sprü­che unmit­tel­bar auf­grund des EU-Rechts gegen­über ihrem Arbeit­ge­ber gel­tend machen kön­nen. Das gilt aus Sicht der Arbei­ter­kam­mer (AK) auch für offe­ne Urlaubs­ta­ge bei einem sofor­ti­gen Aus­tritt. Ver­gan­ge­ne Woche hat die AK Ober­ös­ter­reich die ers­te Kla­ge auf Aus­zah­lung der aus­ste­hen­den Urlaubs­er­satz­leis­tung beim Lan­des­ge­richt Linz ein­ge­bracht. „Im kon­kre­ten Fall geht es zwar nur um drei offe­ne Urlaubs­ta­ge und unge­fähr 300 Euro. Aber wir gehen davon aus, dass wir öster­reich­weit jähr­lich eini­gen tau­send Beschäf­tig­ten zu ihren Ansprü­chen auf Aus­zah­lung des nicht ver­brauch­ten Urlaubs ver­hel­fen kön­nen“, sagt AK-Prä­si­dent Dr. Johann Kal­li­au­er. Im öster­rei­chi­schen Urlaubs­ge­setz ent­fällt bei einem vor­zei­ti­gen Aus­tritt die Aus­be­zah­lung des offe­nen Jah­res­ur­laubs (§ 10 Abs. 2 Urlaubs­ge­setz). Anders ist die Rechts­la­ge nach der Arbeits­zeit­richt­li­nie und der Grund­rech­te­char­ta der EU: Da muss der offe­ne Jah­res­ur­laub unab­hän­gig von der Been­di­gungs­art des Arbeits­ver­hält­nis­ses immer aus­be­zahlt wer­den. Im Novem­ber hat der EuGH ent­schie­den, dass die Bestim­mun­gen aus der Arbeits­zeit­richt­li­nie und der Grund­rech­te­char­ta unmit­tel­bar anwend­ba­res Recht sind. Des­halb kön­nen sich nun alle Arbeitnehmer*innen auf die­se EU-Bestim­mun­gen beru­fen und ihre Ansprü­che auf Urlaubs­er­satz­leis­tung gegen­über dem Arbeit­ge­ber gericht­lich gel­tend machen. „Auch wenn der Anspruch in die­sem Ein­zel­fall gering erscheint, geht es bun­des­weit jähr­lich um meh­re­re tau­send Aus­trit­te und ins­ge­samt um meh­re­re Mil­lio­nen Euro, die die Beschäf­tig­ten wegen der Auf­he­bung die­ser unge­rech­ten Bestim­mung im Urlaubs­ge­setz in Anspruch neh­men kön­nen“, sagt AK-Prä­si­dent Dr. Johann Kal­li­au­er.

Boxenstopp

Die Jugend­mar­ke der Arbei­ter­kam­mer (AK), AK Young, holt mit der Kam­pa­gne AK Young Boxen­stopp, Facharbeiter*innen der Zukunft vor den Vor­hang und wid­met sich dem The­ma Berufs­ori­en­tie­rung. Die­sen Monat macht der AK Young Boxen­stopp erst­mals Halt in Kla­gen­furt. In und rund um die Bus­hal­te­stel­le am Heu­platz – die als über­di­men­sio­na­ler Back­ofen gestal­tet wur­de – bekom­men War­ten­de auf krea­ti­ve Art einen Über­blick über Berufs­bil­der sowie die Ange­bo­te von AK Young und dem neu­en Schwer­punkt Berufs­ori­en­tie­rung.  Berufs­ori­en­tie­rung hat vie­le Facet­ten und es bedarf viel­fäl­ti­ger Zugän­ge. Damit der Wunsch­be­ruf zum Traum­be­ruf wird, ist es wich­tig sich früh genug zu infor­mie­ren und unter­stüt­zen zu las­sen. „Wenn man als jun­ger Mensch mit der Pflicht­schu­le fer­tig ist, stellt sich die Fra­ge, was man danach machen soll. In die­sem Alter ist es nicht so ein­fach Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die Aus­wir­kun­gen auf das gan­ze Leben haben wer­den,“ sag­te AK-Prä­si­dent Gün­ther Goach und fuhr fort: „Eine Leh­re bie­tet bes­te Berufs­chan­cen und ist ein Sprung­brett für eine erfolg­rei­che Kar­rie­re, wich­tig ist jedoch, genau zu über­le­gen, wel­cher Beruf zu einem passt und alle Mög­lich­kei­ten in Betracht zu zie­hen.  Nur die wenigs­ten ken­nen alle ihre Mög­lich­kei­ten,“ und ver­wies dar­auf, „dass hier­bei auch die Eltern gefor­dert sind, auf Stär­ken und Wün­sche Rück­sicht zu neh­men und Kin­der nicht in Beru­fe zu drän­gen, die sie viel­leicht gar nicht möch­ten.“ Genau hier knüpft AK Young – die Jugend­in­itia­ti­ve der Arbei­ter­kam­mer Kärn­ten – mit ihrem neu­en Schwer­punkt an. Sie hilft dabei, die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten auf­zu­zei­gen, zu unter­stüt­zen und jun­ge Men­schen Schritt für Schritt auf ihrem Weg zum Traum­be­ruf zu beglei­ten, denn „gut aus­ge­bil­de­te jun­ge Men­schen stel­len unse­re wirt­schaft­li­che Zukunft dar. Sie gilt es stär­ker zu för­dern!“, beton­te AK-Prä­si­dent Gün­ther Goach. Ziel der Akti­on ist es des­halb auch, Lehr­be­ru­fe auf leben­di­ge Art und Wei­se dar­zu­stel­len um jun­ge Men­schen, aber auch Eltern und Groß­el­tern, von der Viel­fäl­tig­keit der Leh­re zu über­zeu­gen: An Akti­ons­ta­gen – jeweils don­ners­tags (außer in den Semes­ter­fe­ri­en) – zwei bis drei Stun­den am Vor­mit­tag – zei­gen Bäcker­lehr­lin­ge der Berufs­schu­le Kla­gen­furt vor Ort ihr zukünf­ti­ges Berufs­bild und prä­sen­tie­ren ihr Kön­nen, Hand­werk und die prak­ti­sche Arbeit dem öffent­li­chen Publi­kum. Direkt vor Ort wird Theo­rie in die Pra­xis, mit hand­ge­fer­tig­ten Teig- und Back­wa­ren, umge­setzt. 2019 soll der AK Young Boxen­stopp noch bei wei­te­ren Sta­tio­nen Halt machen. Einen gro­ßen Dank an Kol­le­gen Pöschl, der uns das Foto zur Ver­fü­gung gestellt hat.

Gewerkschaftsposition

Die Pro­duk­ti­ons­ge­werk­schaft (PRO-GE) befür­wor­tet den Ver­bleib des Jugend­ver­trau­ens­ra­tes. Mit dem Ver­zicht der tür­kis-blaue Koali­ti­on auf die in ihrem Regie­rungs­pro­gramm vor­ge­se­he­ne Abschaf­fung der Jugend­ver­trau­ens­rä­te hat die Regie­rung sinn­vol­ler­wei­se auf die Gewerk­schafts­po­si­ti­on ein­ge­schwenkt. Mit der Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­ju­gend Kam­pa­gne „JVR bleibt“ hat­te die PRO-GE Jugend seit Bekannt­wer­den der Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung gegen die Abschaf­fung des Jugend­ver­trau­ens­ra­tes gekämpft. PRO-GE Jugend­vor­sit­zen­der Josef Reh­ber­ger, der selbst Jugend­ver­trau­ens­rat ist, begrüßt nun die Mei­nungs­än­de­rung: „Die Abschaf­fung des JVR wäre eine demo­kra­tie­po­li­ti­sche Bank­rott­erklä­rung gewe­sen. Umso erfreu­li­cher ist es, dass die Regie­rung in die­ser Ange­le­gen­heit ein­ge­lenkt hat. Durch den Jugend­ver­trau­ens­rat fin­den jun­ge Men­schen im Betrieb mit ihren Anlie­gen Gehör und es wird auf Miss­stän­de – bei­spiels­wei­se in der Lehr­lings­aus­bil­dung – hin­ge­wie­sen“, so Reh­ber­ger. „Bemer­kens­wert ist, dass sich jetzt gera­de der ÖAAB-Bun­des­ob­mann August Wögin­ger als Ret­ter des Jugend­ver­trau­ens­ra­tes prä­sen­tiert, obwohl es gera­de die ÖVP war, die in ihrem Regie­rungs­pro­gramm die Abschaf­fung der JVR gefor­dert hat­te“, kri­ti­siert Reh­ber­ger. Für die PRO-GE ist und bleibt der Jugend­ver­trau­ens­rat eine wich­ti­ge betrieb­li­che Mit­be­stim­mungs­mög­lich­keit für die Lehr­lin­ge. Des­halb unter­stützt die PRO-GE Jugend­ab­tei­lung auch Jugend­ver­trau­ens­rä­te, bie­tet Wei­ter­bil­dungs­se­mi­na­re für Jugend­ver­trau­ens­rä­te an und ist kom­pe­ten­ter Ansprech­part­ner bei der Durch­füh­rung von JVR-Wah­len und Pro­ble­men in den Betrie­ben. „Der Kampf für den JVR hat sich aus­ge­zahlt“, so Reh­ber­ger. Ein Jugend­ver­trau­ens­rat muss jeder Betrieb ein­rich­ten, der mehr als fünf Jugend­li­che unter 18 beschäf­tigt. Er nimmt an Sit­zun­gen des Betriebs­rats mit bera­ten­der Stim­me teil und bringt Vor­schlä­ge zur Aus- und Wei­ter­bil­dung ein.

Zukunftsprogramm

Dass die Arbeits­lo­sig­keit aber­mals leicht zurück­geht, ist ein gutes Zei­chen. Weni­ger gut ist, dass es Grup­pen gibt, die davon kaum oder gar nicht pro­fi­tie­ren“, kom­men­tiert Ali­ce Kundt­ner, Bereichs­lei­te­rin für Sozia­les in der Arbei­ter­kam­mer Wien, die aktu­el­len Arbeits­markt­zah­len. Vom Auf­wind auf dem Arbeits­markt wenig bis gar nichts ver­spü­ren vor allem jene, die über kei­ne abge­schlos­se­ne Berufs­aus­bil­dung ver­fü­gen oder deren Aus­bil­dung drin­gend eine Aktua­li­sie­rung bezie­hungs­wei­se eine zwei­te Chan­ce für einen Neu­be­ginn brau­chen. „Gera­de ange­sichts der Her­aus­for­de­run­gen, die die Digi­ta­li­sie­rung mit sich bringt, brau­chen die Arbeitnehmer*innen aus­rei­chen­de Aus- und Wei­ter­bil­dungs­chan­cen“, sieht Kundt­ner auch die Regie­rung am Zug. Die Ver­län­ge­rung des Fach­kräf­testi­pen­di­ums bis 2020 ist ein wich­ti­ger Schritt, aber spe­zi­ell für Arbeits­su­chen­de sind unbe­dingt wei­te­re Qua­li­fi­zie­rungs­mög­lich­kei­ten not­wen­dig. „Dafür braucht es aber eine akti­ve Arbeits­markt­po­li­tik. Mit­tel kür­zen, Maß­nah­men strei­chen gehö­ren da nicht dazu. Viel­mehr braucht es aus­rei­chend Bud­gets für Wei­ter­bil­dung, Umschu­lun­gen, Erst­aus­bil­dung und Bera­tung. Für gute, erfolg­rei­che Bera­tung im Arbeits­markt­ser­vice ist eine aus­rei­chen­de per­so­nel­le Aus­stat­tung Grund­be­din­gung. Nötig sind jeden­falls mehr als die 350 geplan­ten zusätz­li­chen Plan­stel­len.“ Dazu gehört für Kundt­ner auch, dass genü­gend Plät­ze in der über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dung für Jugend­li­che zur Ver­fü­gung ste­hen müs­sen. Arbei­ter­kam­mer setzt kon­kre­te Schrit­te „In einer Zeit, in der Wis­sen extrem schnell über­holt ist, wird Aus- und Wei­ter­bil­dung zum wich­tigs­ten Rüst­zeug für die Zukunft. Dem wol­len wir mit unse­rem Zukunfts­pro­gramm gerecht wer­den“, sagt Kundt­ner. Herz­stück die­ses Pro­gramms, das die Arbei­ter­kam­mern für die nächs­ten fünf Jah­re erar­bei­tet haben, ist eine groß­an­ge­leg­te Digi­ta­li­sie­rungs­of­fen­si­ve, die aus­schließ­lich den Arbeitnehmer*innen – mit oder ohne Beschäf­ti­gung – zugu­te­kom­men soll. Bun­des­weit wer­den für die­se Offen­si­ve von den Arbei­ter­kam­mern 150 Mil­lio­nen inves­tiert. „Damit star­ten wir eine Arbeits­markt­of­fen­si­ve, die es in die­ser Form noch nie gege­ben hat. Wir wol­len dazu bei­tra­gen, dass die Arbeitnehmer*innen sich nicht von der digi­ta­len Wel­le über­rollt füh­len, son­dern auf ihr sur­fen kön­nen. Die Umset­zung die­ses Vor­ha­bens beginnt jetzt!“

Persönlichkeitsbilder

Die Arbei­ter­kam­mer Nie­der­ös­ter­reich lud Kin­der ab dem Volks­schul­al­ter zum Mit­ma­chen, Aus­pro­bie­ren und Infor­mie­ren ein. Über 40 Fir­men und Schu­len der Regi­on gaben einen kind­ge­rech­ten Über­blick über Berufs­mög­lich­kei­ten. Die Kin­der konn­ten zwei Tage lang in die Berufs­welt hin­ein­schnup­pern, ihr hand­werk­li­ches Geschick mit Mate­ria­li­en, Gerä­ten und Maschi­nen tes­ten. „Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, auf die Talen­te und Stär­ken unse­rer Kin­der zu ver­zich­ten und las­sen sie in die­sen wich­ti­gen Zukunfts­the­men nicht allei­ne. Daher begin­nen wir bereits früh, den Kin­dern und Jugend­li­chen die Viel­falt an Aus­bil­dun­gen und schu­li­schen Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten näher­zu­brin­gen“, sagt AK Nie­der­ös­ter­reich-Prä­si­dent und ÖGB NÖ-Vor­sit­zen­der Mar­kus Wie­ser. „Die Viel­falt der Aus­bil­dun­gen und Mög­lich­kei­ten war noch nie so groß wie jetzt. Für uns ist es wich­tig, die Jugend­li­chen best­mög­lich zu unter­stüt­zen und zu betreu­en. Berufs­ori­en­tie­rung ist für uns Sozi­al­part­ner ein wich­ti­ges Anlie­gen“, sagt Jar­ko Ribar­ski, Bezirks­stel­len­ob­mann der WKNÖ Baden. „Um im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb mit­zu­hal­ten, brau­chen wir Fach­kräf­te. Daher ist es von gro­ßer Bedeu­tung, Jugend­li­che ent­spre­chend ihren Talen­ten und Bega­bun­gen aus­zu­bil­den.“ Für NÖG­KK-Direk­tor Gün­ter Steindl hat die Lehr­lings­aus­bil­dung höchs­te Prio­ri­tät. „Unser Ziel in der Lehr­lings­aus­bil­dung ist es, jun­gen Men­schen eine Chan­ce zu geben und Fach­kräf­te für die Zukunft aus­zu­bil­den. Die NÖGKK hat bereits über 100 Lehr­lin­ge erfolg­reich aus­ge­bil­det“, so Steindl. Die gute Aus­bil­dung der Lehr­lin­ge steht im Vor­der­grund. „Neben der prak­ti­schen Wis­sens­ver­mitt­lung in den ein­zel­nen Abtei­lun­gen und Ser­vice-Cen­tern und der theo­re­ti­schen Aus­bil­dung in der Lan­des­be­rufs­schu­le erhal­ten unse­re Lehr­lin­ge zusätz­lich noch fach­spe­zi­fi­sche und per­sön­lich­keits­bil­den­de Semi­na­re. Die Qua­li­tät der Aus­bil­dung stimmt“, erklärt Steindl das Erfolgs­kon­zept. „Die Arbeits­markt­da­ten zei­gen einer­seits eine sin­ken­de Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in Nie­der­ös­ter­reich, ande­rer­seits bele­gen sie aber auch, dass der Berufs­ein­stieg für jun­ge Men­schen ohne Aus­bil­dung sehr schwie­rig ist. So kön­nen 40 Pro­zent der jun­gen Job­su­chen­den nicht mehr als einen Pflicht­schul­ab­schluss vor­wei­sen“, sagt AMS NÖ-Lan­des­ge­schäfts­füh­rer Mag. Sven Her­go­vich. Umso wich­ti­ger ist es des­halb, jun­gen Men­schen bereits sehr früh die Mög­lich­keit zu bie­ten, ihre eige­nen Stär­ken, Fähig­kei­ten und Inter­es­sen aus­zu­lo­ten und die viel­fäl­ti­gen Aus­bil­dungs- und Berufs­mög­lich­kei­ten ken­nen­zu­ler­nen. Wie wich­tig es ist, den Grund­stein dafür bereits im Kin­des­al­ter zu legen, weiß auch DI Chris­toph Prinz, Bür­ger­meis­ter von Bad Vös­lau: „Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler so früh wie mög­lich über Berufs­mög­lich­kei­ten zu infor­mie­ren ist eine wich­ti­ge Auf­ga­be. Schu­le und Beruf gehen inein­an­der über. Je frü­her Talen­te und Fähig­kei­ten erkannt wer­den und je frü­her jun­ge Men­schen über Berufs­mög­lich­kei­ten infor­miert sind, des­to ziel­füh­ren­der kann bereits auf die per­sön­li­che Zukunft hin­ge­ar­bei­tet wer­den.“ Einen gro­ßen Dank an Kol­le­gen Prinz, der uns das Foto zur Ver­fü­gung gestellt hat.

[Foto/Prinz]

Arbeitsmarkt

Alle reden vom Fach­kräf­te­man­gel. Vie­le wol­len des­we­gen mehr Arbeits­kräf­te aus Dritt­staa­ten, und die Regie­rung ist auf dem bes­ten Weg, die­sen Wunsch zu erfül­len. Aber das ist der fal­sche Weg. Das hilft weder den bereits in Öster­reich leben­den Arbeits­su­chen­den noch kann so der Bedarf der Unter­neh­men nach Facharbeiter*innen abge­deckt wer­den. Die Regie­rungs­plä­ne – so die Arbei­ter­kam­mer Kri­tik – befeu­ern nur den Nied­rig­lohn­sek­tor und Lohn- und Sozi­al­dum­ping. Ziel­füh­ren­der wäre es, wenn die Men­schen, die beim Arbeits­markt­ser­vice (AMS) vor­ge­merkt sind, bes­se­re Chan­cen auf beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on erhal­ten. Des­we­gen war es der AK auch so wichitg, dass das Fach­kräf­testi­pen­di­um ver­län­gert wur­de. Aber es braucht da noch mehr: ein Qua­li­fi­zie­rungs­geld, mehr För­der­mit­tel für beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on von arbeits­su­chen­den Erwach­se­nen und aus­rei­chend Plät­ze und Mit­tel für die über­be­trieb­li­che Aus­bil­dung für Jun­ge, die kei­nen Lehr­platz fin­den.