Familienfest

Wir sind dort, wo die Men­schen sind. Arbeit­erkam­mer (AK) und Öster­re­ichis­ch­er Gew­erkschafts­bund (ÖGB) bewe­gen Niederöster­re­ich — das sagen wir nicht nur, wir tun es auch. Mit unseren Fes­ten für die Fam­i­lien haben wir eine großar­tige Ver­anstal­tungsrei­he geschaf­fen. Wir zeigen damit, dass wir für die Fam­i­lien ein ver­lässlich­er und kom­pe­ten­ter Part­ner in der Arbeitswelt und in der Freizeit gle­icher­maßen sind“, freut sich AK Niederöster­re­ich-Präsi­dent und ÖGB Niederöster­re­ich-Vor­sitzen­der Markus Wieser als Gast­ge­ber über den Besucher*innenandrang beim Fam­i­lien­fest im Wein­vier­tel. 2.500 Gäste aller Alters­grup­pen sind bei der Ver­anstal­tung am Son­ntag am Schloss­platz in Dürnkrut begrüßt wor­den. Über 20 Spiel- und Spaßs­ta­tio­nen der kids­MA­NIA Smi­ley-Tour sorgten bei den Kleinen für viel Spaß. Jede Menge Action gab es beim Bungee-Tram­polin, Aqua Zorb­ing und den Jugend­turnieren der Nachwuchskicker*innen aus den umliegen­den Gemein­den. Ein High­light war der Old­timer-Cor­so, der mit über 170 Fahrzeu­gen durch das his­torische Dürnkrut zog. Alle großen Besucher*innen hat­ten zudem die Möglichkeit, sich bei den zahlre­ichen Infos­tän­den von AK Niederöster­re­ich, Fachgew­erkschaften und Partner*innen einen Überblick über ange­botene Leis­tun­gen, und damit ihren Ein­satz für niederöster­re­ichis­che Arbeit­nehmerIn­nen, zu ver­schaf­fen. Im Rah­men eines großen Gewinn­spiels über­gab AK Niederöster­re­ich-Präsi­dent und ÖGB Niederöster­re­ich-Vor­sitzen­der Markus Wieser attrak­tive Preise an Kinder und Eltern. Die näch­sten Fam­i­lien­feste find­en am 29.06.2019 in Gars am Kamp, am 1.9. in Wiener Neustadt und am 6.10. in Wiesel­burg statt.

Lehrstellenlücke

Die Wirtschaft muss die Lehrstel­len­lücke schließen, nicht schön reden“, sagt Arbeit­erkam­mer (AK) Präsi­dentin Renate Anderl. Die Wirtschaft­skam­mer Öster­re­ich jubelte kurz nach Neu­jahr über etwas mehr als 1.000 neue Lehrstellen in Öster­re­ich, über­sah aber, dass die Lehrstel­len­lücke viel größer ist. Das zeigt jet­zt eine AK-Analyse: Zu Jahre­san­fang fehlten rund 16.300 Lehrstellen in den Betrieben – in manchen Bere­ichen gibt es fast über­haupt keine Lehrlinge, zum Beispiel in Wien nur zwölf für E-Com­merce-Kau­fleute! „Da müssen die Unternehmen ein­fach Lehrstellen schaf­fen“, sagt Anderl. Gle­ichzeit­ig sei weit­er aus­re­ichende Finanzierung der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung wichtig. Immer­hin gilt für Jugendliche unter 18 die Aus­bil­dungspflicht. Von 2008 bis 2016 ging die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehr­jahr in einem Betrieb stark zurück – von öster­re­ich­weit knapp 40.000 auf knapp 28.000. Jet­zt sind rund 31.000 Lehrlinge im ersten Lehr­jahr in einem Betrieb. Anderl: „Der Zuwachs an neuen Lehrstellen ist viel zu ger­ing.“ Denn ins­ge­samt sind öster­re­ich­weit 21.300 Jugendliche auf Lehrstel­len­suche, denen derzeit nur knapp 5.000 als offen gemeldete Lehrstellen gegenüber­ste­hen.
Die 21.300 Jugendlichen auf Lehrstel­len­suche sind in der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung, in kurzfristi­gen Schu­lun­gen oder ein­fach als suchend gemeldet. Anderl: „Ohne die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung wür­den tausende Jugendliche ohne Aus­bil­dungsange­bot auf der Straße ste­hen. Deshalb muss sie auch weit­er aus­re­ichend finanziert wer­den.“ Jun­gen Wiener*innen beispiel­sweise nütze es auch nichts, wenn sie Mechatroniker*in ler­nen wollen, es aber nur freie Lehrstellen im Tirol­er Gast­gewerbe gibt, so Anderl. Sie ver­langt von den Unternehmen, „dass sie wirk­lich mehr Lehrstellen schaf­fen“; beson­ders in Wien, wo knapp 8.500 Jugendliche keine Lehrstelle in einem Betrieb haben. Auch in den weit­er­führen­den Schulen müssten inten­sive Anstren­gun­gen unter­nom­men wer­den, um einen vorzeit­i­gen Abbruch zu ver­hin­dern, ver­langt Anderl. Vor allem in den tech­nis­chen und kaufmän­nis­chen Schulen sind in den ersten Klassen weit mehr Schüler*innen als in den Abschlussklassen. Anderl: „Um alle Schüler*innen an der Schule vom Anfang bis zum Abschluss zu behal­ten, brauchen die Schulen mehr Klassen­räume, Lehrer*innen.“

Erkämpft

Für uns ist es ein Tag zum Feiern. Der Jugend­ver­trauen­srat bleibt!“, freut sich Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Die Bun­desregierung hat umgeschwenkt und offen­sichtlich erkan­nt, dass der Jugend­ver­trauen­srat ein wichtiger Part­ner für alle Lehrlinge und jun­gen Arbeitnehmer*innen ist.“ 40.000 Men­schen haben für den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srates unter­schrieben. „Der uner­müdliche Ein­satz für den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srats quer über Öster­re­ich hat sich aus­gezahlt. Der Kam­pagne der ÖGJ und vie­len engagierten Multiplikatoren*innen ist es zu ver­danken, dass die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srats jet­zt abge­sagt wird“, betont Hofer. „Unser Druck hat gewirkt!“ Der Jugend­ver­trauen­srat ist eine wichtige betriebliche Mitbes­tim­mungsmöglichkeit für die Lehrlinge. „Deshalb wäre jet­zt auch der richtige Zeit­punkt, dem Jugend­ver­trauen­srat eine verpflich­t­ende Stimme im Betrieb­srat zu geben“, fordert die ÖGJ-Vor­sitzende. „Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend und deren Ideen ein­bindet, kann nur gewin­nen“, sagt Hofer abschließend.

Urlaubsersatzleistung

Im ver­gan­genen Novem­ber hat der Europäis­che Gericht­shof (EuGH) entsch­ieden, dass Arbeitnehmer*innen ihre offe­nen Urlaub­sansprüche unmit­tel­bar auf­grund des EU-Rechts gegenüber ihrem Arbeit­ge­ber gel­tend machen kön­nen. Das gilt aus Sicht der Arbeit­erkam­mer (AK) auch für offene Urlaub­stage bei einem sofor­ti­gen Aus­tritt. Ver­gan­gene Woche hat die AK Oberöster­re­ich die erste Klage auf Auszahlung der ausste­hen­den Urlaub­ser­sat­zleis­tung beim Lan­des­gericht Linz einge­bracht. „Im konkreten Fall geht es zwar nur um drei offene Urlaub­stage und unge­fähr 300 Euro. Aber wir gehen davon aus, dass wir öster­re­ich­weit jährlich eini­gen tausend Beschäftigten zu ihren Ansprüchen auf Auszahlung des nicht ver­braucht­en Urlaubs ver­helfen kön­nen“, sagt AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Im öster­re­ichis­chen Urlaub­s­ge­setz ent­fällt bei einem vorzeit­i­gen Aus­tritt die Aus­bezahlung des offe­nen Jahresurlaubs (§ 10 Abs. 2 Urlaub­s­ge­setz). Anders ist die Recht­slage nach der Arbeit­szeitrichtlin­ie und der Grun­drechtechar­ta der EU: Da muss der offene Jahresurlaub unab­hängig von der Beendi­gungsart des Arbeitsver­hält­niss­es immer aus­bezahlt wer­den. Im Novem­ber hat der EuGH entsch­ieden, dass die Bes­tim­mungen aus der Arbeit­szeitrichtlin­ie und der Grun­drechtechar­ta unmit­tel­bar anwend­bares Recht sind. Deshalb kön­nen sich nun alle Arbeitnehmer*innen auf diese EU-Bes­tim­mungen berufen und ihre Ansprüche auf Urlaub­ser­sat­zleis­tung gegenüber dem Arbeit­ge­ber gerichtlich gel­tend machen. „Auch wenn der Anspruch in diesem Einzelfall ger­ing erscheint, geht es bun­desweit jährlich um mehrere tausend Aus­tritte und ins­ge­samt um mehrere Mil­lio­nen Euro, die die Beschäftigten wegen der Aufhe­bung dieser ungerecht­en Bes­tim­mung im Urlaub­s­ge­setz in Anspruch nehmen kön­nen“, sagt AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer.

Boxenstopp

Die Jugend­marke der Arbeit­erkam­mer (AK), AK Young, holt mit der Kam­pagne AK Young Box­en­stopp, Facharbeiter*innen der Zukun­ft vor den Vorhang und wid­met sich dem The­ma Beruf­sori­en­tierung. Diesen Monat macht der AK Young Box­en­stopp erst­mals Halt in Kla­gen­furt. In und rund um die Bushal­testelle am Heuplatz – die als überdi­men­sion­aler Back­ofen gestal­tet wurde – bekom­men Wartende auf kreative Art einen Überblick über Berufs­bilder sowie die Ange­bote von AK Young und dem neuen Schw­er­punkt Beruf­sori­en­tierung.  Beruf­sori­en­tierung hat viele Facetten und es bedarf vielfältiger Zugänge. Damit der Wun­schberuf zum Traum­beruf wird, ist es wichtig sich früh genug zu informieren und unter­stützen zu lassen. „Wenn man als junger Men­sch mit der Pflichtschule fer­tig ist, stellt sich die Frage, was man danach machen soll. In diesem Alter ist es nicht so ein­fach Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, die Auswirkun­gen auf das ganze Leben haben wer­den,“ sagte AK-Präsi­dent Gün­ther Goach und fuhr fort: „Eine Lehre bietet beste Beruf­schan­cen und ist ein Sprung­brett für eine erfol­gre­iche Kar­riere, wichtig ist jedoch, genau zu über­legen, welch­er Beruf zu einem passt und alle Möglichkeit­en in Betra­cht zu ziehen.  Nur die wenig­sten ken­nen alle ihre Möglichkeit­en,“ und ver­wies darauf, „dass hier­bei auch die Eltern gefordert sind, auf Stärken und Wün­sche Rück­sicht zu nehmen und Kinder nicht in Berufe zu drän­gen, die sie vielle­icht gar nicht möcht­en.“ Genau hier knüpft AK Young – die Jugen­dini­tia­tive der Arbeit­erkam­mer Kärn­ten – mit ihrem neuen Schw­er­punkt an. Sie hil­ft dabei, die ver­schiede­nen Möglichkeit­en aufzuzeigen, zu unter­stützen und junge Men­schen Schritt für Schritt auf ihrem Weg zum Traum­beruf zu begleit­en, denn „gut aus­ge­bildete junge Men­schen stellen unsere wirtschaftliche Zukun­ft dar. Sie gilt es stärk­er zu fördern!“, betonte AK-Präsi­dent Gün­ther Goach. Ziel der Aktion ist es deshalb auch, Lehrberufe auf lebendi­ge Art und Weise darzustellen um junge Men­schen, aber auch Eltern und Großel­tern, von der Vielfältigkeit der Lehre zu überzeu­gen: An Aktion­sta­gen – jew­eils don­ner­stags (außer in den Semes­ter­fe­rien) – zwei bis drei Stun­den am Vor­mit­tag – zeigen Bäck­er­lehrlinge der Beruf­ss­chule Kla­gen­furt vor Ort ihr zukün­ftiges Berufs­bild und präsen­tieren ihr Kön­nen, Handw­erk und die prak­tis­che Arbeit dem öffentlichen Pub­likum. Direkt vor Ort wird The­o­rie in die Prax­is, mit handge­fer­tigten Teig- und Back­waren, umge­set­zt. 2019 soll der AK Young Box­en­stopp noch bei weit­eren Sta­tio­nen Halt machen. Einen großen Dank an Kol­le­gen Pöschl, der uns das Foto zur Ver­fü­gung gestellt hat.

Gewerkschaftsposition

Die Pro­duk­tion­s­gew­erkschaft (PRO-GE) befür­wortet den Verbleib des Jugend­ver­trauen­srates. Mit dem Verzicht der türkis-blaue Koali­tion auf die in ihrem Regierung­spro­gramm vorge­se­hene Abschaf­fung der Jugend­ver­trauen­sräte hat die Regierung sin­nvoller­weise auf die Gew­erkschaft­spo­si­tion eingeschwenkt. Mit der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend Kam­pagne „JVR bleibt“ hat­te die PRO-GE Jugend seit Bekan­ntwer­den der Pläne der Bun­desregierung gegen die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates gekämpft. PRO-GE Jugend­vor­sitzen­der Josef Rehberg­er, der selb­st Jugend­ver­trauen­srat ist, begrüßt nun die Mei­n­ungsän­derung: „Die Abschaf­fung des JVR wäre eine demokratiepoli­tis­che Bankrot­terk­lärung gewe­sen. Umso erfreulich­er ist es, dass die Regierung in dieser Angele­gen­heit ein­ge­lenkt hat. Durch den Jugend­ver­trauen­srat find­en junge Men­schen im Betrieb mit ihren Anliegen Gehör und es wird auf Missstände — beispiel­sweise in der Lehrlingsaus­bil­dung — hingewiesen“, so Rehberg­er. „Bemerkenswert ist, dass sich jet­zt ger­ade der ÖAAB-Bun­des­ob­mann August Wögin­ger als Ret­ter des Jugend­ver­trauen­srates präsen­tiert, obwohl es ger­ade die ÖVP war, die in ihrem Regierung­spro­gramm die Abschaf­fung der JVR gefordert hat­te“, kri­tisiert Rehberg­er. Für die PRO-GE ist und bleibt der Jugend­ver­trauen­srat eine wichtige betriebliche Mitbes­tim­mungsmöglichkeit für die Lehrlinge. Deshalb unter­stützt die PRO-GE Jugend­abteilung auch Jugend­ver­trauen­sräte, bietet Weit­er­bil­dungssem­inare für Jugend­ver­trauen­sräte an und ist kom­pe­ten­ter Ansprech­part­ner bei der Durch­führung von JVR-Wahlen und Prob­le­men in den Betrieben. „Der Kampf für den JVR hat sich aus­gezahlt“, so Rehberg­er. Ein Jugend­ver­trauen­srat muss jed­er Betrieb ein­richt­en, der mehr als fünf Jugendliche unter 18 beschäftigt. Er nimmt an Sitzun­gen des Betrieb­srats mit bera­ten­der Stimme teil und bringt Vorschläge zur Aus- und Weit­er­bil­dung ein.

Zukunftsprogramm

Dass die Arbeit­slosigkeit aber­mals leicht zurück­ge­ht, ist ein gutes Zeichen. Weniger gut ist, dass es Grup­pen gibt, die davon kaum oder gar nicht prof­i­tieren“, kom­men­tiert Alice Kundt­ner, Bere­ich­slei­t­erin für Soziales in der Arbeit­erkam­mer Wien, die aktuellen Arbeits­mark­tzahlen. Vom Aufwind auf dem Arbeits­markt wenig bis gar nichts ver­spüren vor allem jene, die über keine abgeschlossene Beruf­saus­bil­dung ver­fü­gen oder deren Aus­bil­dung drin­gend eine Aktu­al­isierung beziehungsweise eine zweite Chance für einen Neube­ginn brauchen. „Ger­ade angesichts der Her­aus­forderun­gen, die die Dig­i­tal­isierung mit sich bringt, brauchen die Arbeitnehmer*innen aus­re­ichende Aus- und Weit­er­bil­dungschan­cen“, sieht Kundt­ner auch die Regierung am Zug. Die Ver­längerung des Fachkräftestipendi­ums bis 2020 ist ein wichtiger Schritt, aber speziell für Arbeitssuchende sind unbe­d­ingt weit­ere Qual­i­fizierungsmöglichkeit­en notwendig. „Dafür braucht es aber eine aktive Arbeits­mark­t­poli­tik. Mit­tel kürzen, Maß­nah­men stre­ichen gehören da nicht dazu. Vielmehr braucht es aus­re­ichend Bud­gets für Weit­er­bil­dung, Umschu­lun­gen, Erstaus­bil­dung und Beratung. Für gute, erfol­gre­iche Beratung im Arbeits­mark­t­ser­vice ist eine aus­re­ichende per­son­elle Ausstat­tung Grundbe­din­gung. Nötig sind jeden­falls mehr als die 350 geplanten zusät­zlichen Planstellen.“ Dazu gehört für Kundt­ner auch, dass genü­gend Plätze in der über­be­trieblichen Aus­bil­dung für Jugendliche zur Ver­fü­gung ste­hen müssen. Arbeit­erkam­mer set­zt konkrete Schritte „In ein­er Zeit, in der Wis­sen extrem schnell über­holt ist, wird Aus- und Weit­er­bil­dung zum wichtig­sten Rüstzeug für die Zukun­ft. Dem wollen wir mit unserem Zukun­ft­spro­gramm gerecht wer­den“, sagt Kundt­ner. Herzstück dieses Pro­gramms, das die Arbeit­erkam­mern für die näch­sten fünf Jahre erar­beit­et haben, ist eine großan­gelegte Dig­i­tal­isierung­sof­fen­sive, die auss­chließlich den Arbeitnehmer*innen – mit oder ohne Beschäf­ti­gung – zugutekom­men soll. Bun­desweit wer­den für diese Offen­sive von den Arbeit­erkam­mern 150 Mil­lio­nen investiert. „Damit starten wir eine Arbeits­mark­tof­fen­sive, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Wir wollen dazu beitra­gen, dass die Arbeitnehmer*innen sich nicht von der dig­i­tal­en Welle über­rollt fühlen, son­dern auf ihr sur­fen kön­nen. Die Umset­zung dieses Vorhabens begin­nt jet­zt!“

Persönlichkeitsbilder

Die Arbeit­erkam­mer Niederöster­re­ich lud Kinder ab dem Volkss­chu­lal­ter zum Mit­machen, Aus­pro­bieren und Informieren ein. Über 40 Fir­men und Schulen der Region gaben einen kindgerecht­en Überblick über Beruf­s­möglichkeit­en. Die Kinder kon­nten zwei Tage lang in die Beruf­swelt hinein­schnup­pern, ihr handw­erk­lich­es Geschick mit Mate­ri­alien, Geräten und Maschi­nen testen. „Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, auf die Tal­ente und Stärken unser­er Kinder zu verzicht­en und lassen sie in diesen wichti­gen Zukun­ft­s­the­men nicht alleine. Daher begin­nen wir bere­its früh, den Kindern und Jugendlichen die Vielfalt an Aus­bil­dun­gen und schulis­chen Weit­er­bil­dungsmöglichkeit­en näherzubrin­gen“, sagt AK Niederöster­re­ich-Präsi­dent und ÖGB NÖ-Vor­sitzen­der Markus Wieser. „Die Vielfalt der Aus­bil­dun­gen und Möglichkeit­en war noch nie so groß wie jet­zt. Für uns ist es wichtig, die Jugendlichen best­möglich zu unter­stützen und zu betreuen. Beruf­sori­en­tierung ist für uns Sozial­part­ner ein wichtiges Anliegen“, sagt Jarko Rib­ars­ki, Bezirksstel­lenob­mann der WKNÖ Baden. „Um im inter­na­tionalen Wet­tbe­werb mitzuhal­ten, brauchen wir Fachkräfte. Daher ist es von großer Bedeu­tung, Jugendliche entsprechend ihren Tal­en­ten und Begabun­gen auszu­bilden.“ Für NÖGKK-Direk­tor Gün­ter Steindl hat die Lehrlingsaus­bil­dung höch­ste Pri­or­ität. „Unser Ziel in der Lehrlingsaus­bil­dung ist es, jun­gen Men­schen eine Chance zu geben und Fachkräfte für die Zukun­ft auszu­bilden. Die NÖGKK hat bere­its über 100 Lehrlinge erfol­gre­ich aus­ge­bildet“, so Steindl. Die gute Aus­bil­dung der Lehrlinge ste­ht im Vorder­grund. „Neben der prak­tis­chen Wis­sensver­mit­tlung in den einzel­nen Abteilun­gen und Ser­vice-Cen­tern und der the­o­retis­chen Aus­bil­dung in der Lan­des­beruf­ss­chule erhal­ten unsere Lehrlinge zusät­zlich noch fach­spez­i­fis­che und per­sön­lichkeits­bildende Sem­i­nare. Die Qual­ität der Aus­bil­dung stimmt“, erk­lärt Steindl das Erfol­gskonzept. „Die Arbeits­mark­t­dat­en zeigen ein­er­seits eine sink­ende Jugen­dar­beit­slosigkeit in Niederöster­re­ich, ander­er­seits bele­gen sie aber auch, dass der Beruf­se­in­stieg für junge Men­schen ohne Aus­bil­dung sehr schwierig ist. So kön­nen 40 Prozent der jun­gen Job­suchen­den nicht mehr als einen Pflichtschu­la­b­schluss vor­weisen“, sagt AMS NÖ-Lan­des­geschäfts­führer Mag. Sven Her­govich. Umso wichtiger ist es deshalb, jun­gen Men­schen bere­its sehr früh die Möglichkeit zu bieten, ihre eige­nen Stärken, Fähigkeit­en und Inter­essen auszu­loten und die vielfälti­gen Aus­bil­dungs- und Beruf­s­möglichkeit­en ken­nen­zuler­nen. Wie wichtig es ist, den Grund­stein dafür bere­its im Kinde­salter zu leg­en, weiß auch DI Christoph Prinz, Bürg­er­meis­ter von Bad Vös­lau: „Die Schü­lerin­nen und Schüler so früh wie möglich über Beruf­s­möglichkeit­en zu informieren ist eine wichtige Auf­gabe. Schule und Beruf gehen ineinan­der über. Je früher Tal­ente und Fähigkeit­en erkan­nt wer­den und je früher junge Men­schen über Beruf­s­möglichkeit­en informiert sind, desto zielführen­der kann bere­its auf die per­sön­liche Zukun­ft hingear­beit­et wer­den.“ Einen großen Dank an Kol­le­gen Prinz, der uns das Foto zur Ver­fü­gung gestellt hat.

[Foto/Prinz]

Arbeitsmarkt

Alle reden vom Fachkräfte­man­gel. Viele wollen deswe­gen mehr Arbeit­skräfte aus Drittstaat­en, und die Regierung ist auf dem besten Weg, diesen Wun­sch zu erfüllen. Aber das ist der falsche Weg. Das hil­ft wed­er den bere­its in Öster­re­ich leben­den Arbeitssuchen­den noch kann so der Bedarf der Unternehmen nach Facharbeiter*innen abgedeckt wer­den. Die Regierungspläne — so die Arbeit­erkam­mer Kri­tik — befeuern nur den Niedriglohnsek­tor und Lohn- und Sozial­dump­ing. Zielführen­der wäre es, wenn die Men­schen, die beim Arbeits­mark­t­ser­vice (AMS) vorge­merkt sind, bessere Chan­cen auf beru­fliche Qual­i­fika­tion erhal­ten. Deswe­gen war es der AK auch so wichitg, dass das Fachkräftestipendi­um ver­längert wurde. Aber es braucht da noch mehr: ein Qual­i­fizierungs­geld, mehr För­der­mit­tel für beru­fliche Qual­i­fika­tion von arbeitssuchen­den Erwach­se­nen und aus­re­ichend Plätze und Mit­tel für die über­be­triebliche Aus­bil­dung für Junge, die keinen Lehrplatz find­en.

Imposant

Gemein­sam ist es uns gelun­gen eine Home­page in die weite Welt des Inter­nets zu stellen. Der Grundgedanke hat uns immer wieder begleit­et. Mit ein­er starken Sol­i­dar­ität der Vier Fachauss­chüsse für die Lebens­mit­tel­berufe haben wir das erste Fun­da­ment erstellt. Natür­lich ist es nur ein Anfang. Aber wir arbeit­en inten­siv an ein­er Erweiterung und an ein­er Verbesserung. Unser Team hat sich bemüht, damit die einzel­nen Web­seit­en möglichst über­sichtlich sowie benutzer­fre­undlich sind. Wir wün­schen damit viel Spaß und freuen uns auf einen ergiebi­gen Aus­tausch für eine bessere Arbeitswelt. Es ist ein wichtiges Entwick­lungsmod­ell, wenn Kom­mentare, Kri­tik oder Anre­gun­gen bei uns ein­tr­e­f­fen. Eben­so Lob — nicht zögern, denn wir sind für dich da. Unseren beson­deren Dank an San­ja, Leopold und Raphael, die eine aus­geze­ich­nete Arbeit ver­richtet haben!

Bewegend

Die Arbeit­sprozesse wer­den ständig von neuen Verän­derun­gen getra­gen. Auch die Arbeiter*innen müssen sich auf diese Her­aus­forderung laufend vor­bere­it­en. Nur in der Gemein­samkeit kön­nen wir unser Arbeit­sleben einiger­maßen beste­hen. Daher ist es unbe­d­ingt notwendig, sich in dein­er zuständi­gen Gew­erkschafts­be­we­gung anzuschließen. Wir wür­den uns freuen, wenn du unsere kollek­tiv­en Ideen, Visio­nen und Ange­bote unter­stützen kön­ntest. Wenn ja, dann melde dich noch heute bei dein­er Gew­erkschaft PRO-GE an. Mit dein­er gelebten Sol­i­dar­ität sind alle Arbeiter*innen in unserem Berufs­bere­ich gestärkt. Denn kein Men­sch beste­ht diesen schwieri­gen Weg in der Arbeitswelt alleine.

Glorios

Die Auf­gaben inner­halb der einzel­nen Fachauss­chüssen sind vielfältig. Der Großteil unser­er Arbeit im Fachauss­chuss passiert in der Freizeit. Die Ausschussmitglieder*innen diku­tieren über die aktuelle Arbeitswelt und beschließen Mass­nah­men für eine pos­i­tive Verän­derung für die arbei­t­en­den Men­schen. Die einzel­nen Fachauss­chüsse befassen sich vor­wiegend mit der Aus- und Weit­er­bil­dung von Jugendlichen und der Erwach­se­nen. Ins­beson­dere gilt das für die Beruf­swet­tbe­werbe, Fachkurse, Lehrab­schlussprü­fun­gen, Berufs­bilder, Über­prü­fun­gen von rechtlichen Angele­gen­heit­en sowie der engen Zusam­me­nar­beit mit der Arbeit­erkam­mer, der Gew­erkschaft und den örtlichen Beruf­ss­chulen. Eben­so ist eine kon­struk­tive Gesprächs­ba­sis zu den einzel­nen Arbeit­ge­berver­bän­den, Behör­den und Ämter von Wichtigkeit.

Picobello

Die Vier Fachauss­chüsse für Lebens­mit­tel­berufe haben erfol­gre­ich ihre eigene Medi­en­präsenz umge­set­zt. Wir wer­den auch in der Gegen­wart die gemein­samen Anliegen sowie Her­aus­forderun­gen im beru­flichen All­t­ag an der richti­gen Stelle ein­brin­gen. Das Por­tal umfasst den Fachauss­chuss Bäck­er (Vor­sitz: Alexan­der Sauer), Fachauss­chuss Fleis­ch­er (Vor­sitz: Robert Schwarzbauer), Fachauss­chuss Getränke (Vor­sitz: Chris­t­ian Hauck) sowie den Fachauss­chuss Zucker­bäck­er (Vor­sitz: Eva Hansa­lik). Begleit­et wird das Vier­er-Team von ein­er Kon­su­la­tion (Sekretär: Erwin A. Kinslech­n­er).

Zerstörungswut

Unter dem Deck­man­tel der „Fachkräftesicherung“ region­al­isiert die Regierung die Man­gel­beruf­s­liste und senkt die Min­d­est-Ent­loh­nung für Schlüs­selkräfte aus Drittstaat­en. Gle­ichzeit­ig wer­den die Aus­bil­dungs­bei­hil­fen und das AMS-Bud­get für die über­be­triebliche Lehre mas­siv gekürzt. „Statt Bil­ligstar­beit­skräfte aus dem Aus­land zu holen, sollte in Aus­bil­dung und Per­spek­tiv­en von jun­gen Men­schen investiert wer­den“, fordert AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Das knappe AMS-Bud­get für das Jahr 2019 bedeutet vor allem Kürzun­gen bei den Ange­boten für junge Men­schen. Es wird das Bud­get im Rah­men der Aus­bil­dungs­garantie bis zum Alter von 25 Jahren gekürzt, und es ste­hen auch weniger Mit­tel für das Erfol­gsmod­ell der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung zur Ver­fü­gung. Wenn das Bun­des­bud­get für die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung gekürzt wird, dann bedeutet das automa­tisch einen Verteilungskampf zwis­chen den Bun­deslän­dern. In Oberöster­re­ich ste­hen deswe­gen sog­ar Kürzun­gen von 25 auf nur mehr rund 15 Mil­lio­nen Euro im Raum! Diese radikale Kürzung um bis zu 40 Prozent hat fatale Fol­gen: Erstens wer­den viele Jugendliche trotz Aus­bil­dungspflicht und der damit ver­bun­de­nen dro­hen­den Strafen kein aus­re­ichen­des Aus­bil­dungsange­bot mehr find­en. Sie wer­den daher entwed­er arbeit­s­los sein, Hil­f­stätigkeit­en annehmen müssen oder Lehraus­bil­dun­gen machen, die nicht ihren Eig­nun­gen entsprechen oder inakzept­able Arbeits­be­din­gun­gen mit sich brin­gen. Denn sie haben keine Alter­na­tiv­en. Zweit­ens wer­den Trägere­in­rich­tun­gen um ihre Exis­tenz kämpfen und Per­son­al ent­lassen. „Durch diese Poli­tik, die auch von den Unternehmervertretern im AMS unter­stützt wird, wird ein etabliertes und europaweit nachgeahmtes Erfol­gsmod­ell bewusst zer­stört. Diese Zer­störungswut fußt auf einem völ­lig falschen Konkur­ren­zver­ständ­nis“, ärg­ert sich AK-Präsi­dent Kalli­auer. Die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung ist keine Konkur­renz zur betrieblichen Lehre, son­dern eine notwendi­ge Ergänzung. Die Betriebe nehmen ihr Engage­ment in der Lehraus­bil­dung schon seit den 1990er-Jahren zurück und selek­tieren bei den Lehran­fängern/-innen stark aus. Die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung eröffnet angesichts des betrieblichen Lehrstel­len­man­gels auch für benachteiligte Jugendliche Aus­bil­dungsper­spek­tiv­en. Das rech­net sich volk­swirtschaftlich, wie auch eine kür­zlich veröf­fentlichte Studie von SYNTHESIS wieder gezeigt hat. „Beson­ders prob­lema­tisch ist die gekürzte Exis­ten­zsicherung von jun­gen Erwach­se­nen in der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung. Hier ver­ga­lop­piert sich die Regierung völ­lig. Denn damit sind keine nen­nenswerten Einsparun­gen zu erzie­len, aber die Betrof­fe­nen kom­men in eine unzu­mut­bare Lage,“ kri­tisiert AK-Präsi­dent Kalli­auer. Seit 1. Sep­tem­ber 2018 bekom­men junge Erwach­sene über 18 Jahre während ein­er über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung statt 753 Euro nur mehr 326 Euro monatliche Aus­bil­dungs­bei­hil­fe. Für die einzel­nen Betrof­fe­nen bedeutet dies, dass keine Aus­bil­dung mehr leist­bar ist und ihre Arbeits­mark­t­lage sich dadurch langfristig ver­schlechtert. Und die Anzahl der poten­ziellen Fachkräfte wird dadurch sinken! All diese Maß­nah­men der Regierung zeigen, dass sie nicht an ein­er Bekämp­fung der Jugen­dar­beit­slosigkeit und an ein­er Höherqual­i­fizierung der Jugendlichen inter­essiert ist. Denn dann müsste sie das arbeits­mark­t­poli­tis­che Bud­get für diese Ziel­grup­pen erhöhen, Deutschkurse und Inte­gra­tions­maß­nah­men anbi­eten, Asyl­wer­bern/-innen den Zugang zur Lehre gewähren und die Lehrstel­len­förderung tre­ff­sicher­er gestal­ten. Stattdessen etabliert die Regierung immer neue Mod­elle, um Arbeit­skräfte aus dem Aus­land anzuwer­ben. „Die Regierung muss der Aus­bil­dung von Jugendlichen endlich höch­ste Pri­or­ität ein­räu­men, das Erfol­gsmod­ell der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung aus­re­ichend finanzieren und die Kürzung der Aus­bil­dungs­bei­hil­fe wieder rück­gängig machen“, fordert Kalli­auer.

Dezemberzeit

Das Jahr 2018 geht bald zu Ende. Davor gibt es noch viele nette Stun­den in dein­er Fam­i­lie, im Fre­un­des- oder Bekan­ntenkreis. Deine Wiener Fachauss­chüsse Bäck­er, Fleis­ch­er, Getränke und Zucker­bäck­er wün­schen dir dabei eine angenehme und vor allem stress­freie Zeit. Du kannst dir sich­er sein, dass wir auch kün­ftig unsere Bil­dung­spro­gramme sowie die vie­len nüt­zlichen Aktiv­itäten für ein besseres Arbeit­sleben weit­er­hin aufrecht erhal­ten. In der heuti­gen Zeit ist ein gemein­sames Vor­wärt­skom­men sowie eine gelebte Sol­i­dar­ität von großer Bedeut­samkeit. Mit den Vier Wiener Fachauss­chüsse für Lebens­mit­tel­berufe der Wiener Arbeit­erkam­mer triff­st du immer wieder die richtige Wahl. Auf ein Neues in 2019!

Lehrlingsförderung

Das ist ein wichtiger erster Schritt, um auch Unternehmen bei der Fachkräfteaus­bil­dung in die Pflicht zu nehmen“, lobt AK Präsi­dentin Renate Anderl das heute von der Bun­desregierung angekündigte Paket zur Lehrlings­förderung. „Dass die Jugen­dar­beit­slosigkeit bei uns ver­gle­ich­sweise niedrig ist, haben wir vor allem der öffentlich finanzierten über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung zu ver­danken. Jet­zt sieht auch die Regierung ein, dass die Unternehmen mehr Ver­ant­wor­tung übernehmen müssen, statt ständig über den ange­blichen Fachkräfte­man­gel zu jam­mern.“ Gle­ichzeit­ig warnt Anderl davor, Fachkräfte aus dem Aus­land anzuwer­ben: „Das bringt unseren Jugendlichen keine einzige zusät­zliche Lehrstelle. Grund­sät­zlich pos­i­tiv sieht Anderl die Char­ta zur Selb­stverpflich­tung von Unternehmen, Jugendlichen in der über­be­trieblichen Lehre Prak­tikum­splätze anzu­bi­eten: „Die über­be­triebliche Lehraus­bil­dung wurde auf Basis ein­er Sozial­part­nere­ini­gung für Jugendliche ein­gerichtet, die trotz Suche in den Betrieben keine Lehrstelle bekom­men haben.“ In Koop­er­a­tion mit dem Arbeits­mark­t­ser­vice habe man auf diesem Wege erre­icht, dass von ursprünglich 22.500 Jugendlichen ohne Lehrstelle in einem Betrieb 15.600 einen Aus­bil­dungsplatz haben oder in Schu­lung sind. „Den Vorschlag der Regierung, Asyl­berechtigte und Arbeit­slose auf eine Lehre vorzu­bere­it­en, hält die AK Präsi­dentin für sin­nvoll. Vor dem Hin­ter­grund der Schaf­fung neuer Berufs­bilder erin­nert Anderl daran, dass diese erfol­gre­ich von den Sozial­part­nern ausver­han­delt wur­den. „Ich denke, die Regierung wäre gut berat­en, auch kün­ftig auf das Fach-wis­sen der Sozial­part­ner zu set­zen“, betont Anderl. Der geplanten Anwer­bung von Fachkräften aus dem Aus­land, kann Anderl nichts abgewin­nen: „Erstens haben wir in Öster­re­ich genug Jugendliche und Arbeitssuchende, die von den Unternehmen nur entsprechend aus­ge­bildet wer­den müssen. Zweit­ens wis­sen wir aus Erfahrung, dass diese Prax­is den Druck auf die Löhne in Öster­re­ich erhöht.“ Erk­lärungs­be­darf gibt es laut Anderl bei der Ankündi­gung, die Förderung für die Ver­mit­tlung von Lehrstel­len­suchen­den von 10 auf 20 Mil­lio­nen Euro aufzu­s­tock­en. Bis jet­zt ist näm­lich völ­lig unklar, wofür das Geld in diesem Förder­topf eigentlich ver­wen­det wird. Beim The­ma Finanzierung der Lehrstel­len­förderung gibt es zwis­chen Regierung und AK bish­er eben­falls keinen Kon­sens. Die bish­erige Finanzierung der Lehrstel­len­förderung soll ja laut Regierung­spro­gramm abgeschafft wer­den. Bish­er wurde diese Förderung aus Arbeit­ge­ber­beiträ­gen zum Insol­ven­z­fonds gedeckt. Kün­ftig soll dieser Betrag aus der Arbeit­slosen­ver­sicherung bezahlt wer­den. „Damit wer­den schon wieder die Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer zur Kas­sa gebeten wer­den, obwohl sie für den Lehrstel­len­man­gel nicht ver­ant­wortlich sind. Das lehnen wir ab.“

Jugendkollektiv

Es liegt in der Natur des Men­schen, mitbes­tim­men zu wollen. Wenn die Regierung der Jugend ihre Stimme nimmt, wird sie laut. Denn das lassen wir uns nicht gefall­en“, sagt Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ), bei der sech­sten Jugend­ver­trauen­sräte-Kon­ferenz der ÖGJ unter dem Mot­to „Jugend.Mitbestimmung.Jetzt!“ in Wien. „Die poli­tis­che Mitbes­tim­mung ist eines der wichtig­sten Merk­male der Demokratie. Und die erste Form der demokratis­chen Mitbes­tim­mung im Betrieb ist der Jugend­ver­trauen­srat. Der muss unbe­d­ingt bleiben“, so die Vor­sitzende vor mehr als 100 Jugendvertrauensräte*innen, die diese Forderung mit einem Beschluss unter­stützen. Bil­dung ist ein Grund­stein für alles im Leben“, so die Vor­sitzende. In sechs Work­shops zu The­men wie Europa, Gle­ich­be­hand­lung, Arbeit­szeit­ge­setz, oder Medi­en­nutzung kon­nten sich die Jugendvertrauensräte*innen weit­er­bilden. „Um als Jugend­ver­trauen­srat oder Jugend­ver­trauen­srätin den Kollegen*innen im Betrieb zu helfen, ist es wichtig gut informiert zu sein“, so Hofer. „Wir bilden unsere Jugendvertrauensräte*innen aus, weil sie dadurch ein Garant für eine gute Lehrlingsaus­bil­dung im Betrieb sind. Wer die Lehrlingssprech­er abschaf­fen will, weiß nicht, welch­er Mehrw­ert dadurch für die Lehrlinge und für die Unternehmer im Betrieb ver­loren geht. Die Regierung wäre gut berat­en, den Jugend­ver­trauen­srat zu erhal­ten und jun­gen muti­gen Men­schen die Möglichkeit der Mitbes­tim­mung zu geben und die Zukun­ft ihrer Arbeitswelt mitzugestal­ten. Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend ignori­ert, ist nicht nur feig, son­dern ver­ant­wor­tungs­los“, sagt die ÖGJ-Vor­sitzende abschließend.

Geldschuld

Die Arbeit­erkam­mer Niederöster­re­ich hat für zwei Bäck­er im Bezirk Amstet­ten rund 18.000 Euro erkämpft. Die Män­ner (26 bzw. 30 Jahre alt) waren drei bzw. vier Jahre in dem Betrieb tätig, ehe sie den Job wech­sel­ten und kündigten. Allerd­ings blieb ihnen der Arbeit­ge­ber einige Zahlun­gen schuldig (Urlaubs- und Wei­h­nachts­geld), weshalb sie sich an die AK Niederöster­re­ich wandten. Bei der Über­prü­fung der Abrech­nun­gen kam her­aus: Die Män­ner waren auch jahre­lang falsch eingestuft und hat­ten für ihre Qual­i­fika­tion viel zu wenig ver­di­ent. „Wir haben alle Ansprüche für die bei­den betrof­fe­nen Arbeit­nehmer einge­fordert“, so Arbeit­erkam­mer-Präsi­dent und Gew­erkschafts­bund Niederöster­re­ich-Vor­sitzen­der Markus Wieser. Jeden Tag um drei in der Früh auf­ste­hen hieß es für die zwei Män­ner, die in dem Bäck­erei­be­trieb tätig waren. Nach dem Ende des Dien­stver­hält­niss­es blieb der ehe­ma­lige Arbeit­ge­ber offene Urlaub­stage sowie anteiliges Wei­h­nachts- und Urlaub­s­geld schuldig, das die bei­den nicht aus­bezahlt bekom­men hat­ten. Daher wandten sich die Arbeit­nehmer an die AK Niederöster­re­ich. Die AK-Exper­tIn­nen kamen zum Schluss, dass die bei­den außer­dem noch viel zu niedrig eingestuft wor­den waren. Sie hät­ten pro Arbeitsstunde um 3,30 Euro mehr bekom­men müssen, als das tat­säch­lich der Fall war. Sofort wur­den alle offe­nen Ansprüche errech­net. Die AK Niederöster­re­ich inter­ve­nierte in Folge beim Ex-Arbeit­ge­ber für die bei­den Arbeit­nehmer und forderte die ausständi­gen 18.000 Euro für die bei­den Män­ner ein. „Schon wenig später hat­ten die bei­den Män­ner das ihnen zuste­hende Geld“, so Wieser.

Offensiv

Noch entwick­elt sich der Arbeits­markt gut. Aber es mehren sich die Hin­weise, dass es bere­its ab 2019 weniger zusät­zliche Beschäf­ti­gung und ein deut­lich gerin­geres Sinken der Arbeit­slosigkeit geben wird. Trotz all der guten Entwick­lung gibt es aber noch immer deut­lich mehr Arbeitssuchende als vor der Wirtschaft­skrise. Den Grund dafür sieht Arbeit­erkam­mer Präsi­dentin Renate Anderl auch darin, „dass von den Unternehmen nach wie vor rund zwei Drit­tel der zusät­zlich geschaf­fe­nen Arbeit­splätze mit Arbeitnehmer*innen aus dem Aus­land beset­zt wer­den.“ Für Anderl geht es darum, den Bedarf nach gut aus­ge­bilde­ten Arbeitnehmer*innen vor­rangig durch Men­schen abzudeck­en, die bere­its in Öster­re­ich leben und Arbeit brauchen. Anderl fordert dafür eine Offen­sive zur Aus­bil­dung von Fachkräften in Öster­re­ich. Eine Ausweitung des Arbeit­skräfteange­botes durch Drittstaat­sange­hörige oder eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge sind für Anderl „arbeits­mark­t­poli­tis­ch­er Unfug“. Von den aktuell beim Arbeits­mark­t­ser­vice (AMS) vorge­merk­ten rd 345.000 Arbeit­slosen haben mehr als 40 Prozent nur Pflichtschu­la­b­schluss. „Das zeigt den enor­men Qual­i­fizierungs­be­darf. Diese Men­schen haben jeden­falls eine zweite Chance ver­di­ent“, fordert Anderl eine Offen­sive zur Aus­bil­dung von Fachkräften in Öster­re­ich, die aus drei Schw­er­punk­ten beste­ht: + Eine Aus­bil­dungs­garantie für unter 25-Jährige, um einen Lehrab­schluss zu ermöglichen. + Die Weit­er­führung und sta­bile Finanzierung des Fachkräftestipendi­ums als zweite Aus­bil­dungschance für Beschäftigte und Arbeitssuchende im Haupter­werb­salter. Mit­tel­fristig soll ein Qual­i­fizierungs­geld mit Recht­sanspruch einge­führt wer­den. + Die im Inte­gra­tions­jahrge­setz vorge­se­henen Maß­nah­men wie Sprachkurse oder beru­fliche Aus­bil­dun­gen für Asyl­berechtigte und sub­sidiär Schutzberechtigte sollen — aus­re­ichend bud­getiert – fort­ge­set­zt wer­den. Dafür müssen dem AMS-Bud­get aus­re­ichend Mit­tel zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Mit einem sink­enden Förder­bud­get pro Arbeitssuchen­den – wie vorge­se­hen — wird das kaum möglich sein, sagt Anderl. Das für 2018 vorge­se­hene Förder­bud­get pro Arbeitssuchen­den in Höhe von 3.680 Euro wird näch­stes Jahr auf rund 3.350 Euro reduziert. Plä­nen der Regierung, das Arbeit­skräfteange­bot durch Drittstaat­sange­hörige oder durch eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge noch weit­er anzuheben, erteilt die AK Präsi­dentin mit Ver­weis auf Deutsch­land eine Absage. „Dort hat man damit schlechte Erfahrun­gen gemacht, daraus soll­ten wir ler­nen“, fordert Anderl.

Infotage

Berufe aus­pro­bieren und Ein­blicke in die Arbeitswelt gewin­nen — das kon­nten rund 1.800 Jugendliche und ihre Eltern im VAZ St. Pöl­ten beim öffentlichen Info­tag der großen AK-Beruf­s­in­fomesse „Zukun­ft | Arbeit | Leben”. Weit­ere rund 3.600 Schü­lerIn­nen aus 156 niederöster­re­ichis­chen Schulk­lassen von 75 Schulen kamen zwis­chen 18. und 21. Sep­tem­ber zu den Messta­gen für Schulk­lassen. „Die Nach­frage nach gut aus­ge­bilde­ten Fachkräften steigt. Bei über 200 Lehrberufen ist der Infor­ma­tions­be­darf bei Jugendlichen und Eltern beson­ders groß. Mit unser­er Messe brin­gen wir ihnen die Vielfalt an Berufen und schulis­chen Weit­er­bil­dungsmöglichkeit­en näher und helfen dabei, dass die per­sön­lichen Stärken und Tal­ente der Kinder und Jugendlichen zu den richti­gen Aus­bil­dun­gen führen“, sagt AK Niederöster­re­ich-Präsi­dent und ÖGB NÖ-Vor­sitzen­der Markus Wieser. Bei der Messe in St. Pöl­ten waren mehr als 70 Aussteller vertreten: Über 30 Schulen und rund 20 Unternehmen aus der Region sowie Gew­erkschaft­sju­gend, Fachgew­erkschaften, Insti­tu­tio­nen wie das AMS , die AUVA, das bfi , die NÖGKK und das Bun­desheer. So kon­nten die Jugendlichen bei den Mess­es­tän­den mit ver­schiede­nen Mate­ri­alien arbeit­en, Werkzeuge, Geräte und Maschi­nen aus­pro­bieren und einen Ein­blick in ver­schieden­ste Berufe gewin­nen. Daneben beka­men die Jugendlichen auch Tipps für ihre Gesund­heit und Freizeit­gestal­tung und erfuhren, worauf sie als Ver­braucherIn­nen auf­passen müssen.

Partizipation

Rund 50.000 Jugendliche aus ganz Europa haben in den let­zten Monat­en ihre Erwartun­gen und Wün­sche an die EU in ein­er Umfrage bekan­nt gegeben. Ins­beson­dere wurde nach den Pri­or­itäten für ein gemein­sames zukün­ftiges Europa gefragt. Allein in Öster­re­ich haben mehr als 1600 junge Men­schen an der Befra­gung teilgenom­men. Die Ergeb­nisse der Umfrage präsen­tierte die Bun­desju­gend­vertre­tung bei einem Pressege­spräch. Beson­ders wichtig ist es jun­gen Men­schen in Öster­re­ich, dass sie Ein­fluss auf Entschei­dun­gen haben (92%), die sie und ihre näch­ste Umge­bung betr­e­f­fen, und dass sie durch Bil­dung fit für die Zukun­ft wer­den (96%). Für 74 Prozent der 11- bis 19-jähri­gen Teilnehmer*innen ist eine Wahlal­tersenkung auf 16 Jahre sehr wichtig oder wichtig. Außer­dem wollen 87 Prozent der Befragten auf zukün­ftige For­men von Arbeit vor­bere­it­et sein und zuver­läs­sige Infor­ma­tion­squellen find­en kön­nen. Für 94 Prozent ist es beson­ders wichtig, dass junge Frauen und Mäd­chen keine Diskri­m­inierung mehr in der Zukun­ft erleben. Eben­so wichtig ist es jun­gen Men­schen, dass ländliche Gegen­den für Junge attrak­tiv­er (72%) wer­den und alle Jugendlichen ver­ste­hen, wie die EU funk­tion­iert und arbeit­et (79%). „Die Ergeb­nisse zeigen deut­lich, dass Jugendliche in poli­tis­che Entschei­dung­sprozesse mitein­be­zo­gen wer­den wollen. Allerd­ings sind junge Men­schen in gewählten poli­tis­chen Insti­tu­tio­nen und Ämtern stark unter­repräsen­tiert“, so die BJV-Vor­sitzende Mar­ti­na Tiwald. „Nur zwölf Mit­glieder des Europäis­chen Par­la­ments waren nach der Wahl 2014 unter 30 Jahre alt, unter den öster­re­ichis­chen Abge­ord­neten gibt es aktuell keine Per­son unter 30“, kri­tisiert die Vor­sitzende. „Junge Politiker*innen müssen auf wählbaren Posi­tio­nen zu find­en sein, damit die Sichtweise junger Men­schen nicht nur in Wahlkampfzeit­en rel­e­vant ist. Wir fordern einen Jugen­dan­teil im Europäis­chen Par­la­ment von min­destens 10 Prozent aller Abge­ord­neten“, so Chris­t­ian Zoll. „Wir Jun­gen wollen am Ver­hand­lungstisch sitzen, wenn poli­tis­che Entschei­dun­gen über unsere Zukun­ft getrof­fen wer­den“, betont der Vor­sitzende abschließend. Durchge­führt wurde die Umfrage im Rah­men der jugend­poli­tis­chen Zusam­me­nar­beit der EU, die einen europaweit­en Dia­log zwis­chen Jugend und Poli­tik vor­sieht. In Öster­re­ich koor­diniert die BJV den Dialog­prozess, der die lokale und regionale über die nationale Ebene mit europäis­ch­er Poli­tik verbinden soll. Im Zuge der aktuellen Kam­pagne „Europa, das sind wir“ set­zt die BJV in den näch­sten Wochen und Monat­en unter­schiedliche Aktiv­itäten, um jun­gen Men­schen auf nationaler und europäis­ch­er Ebene Gehör zu ver­schaf­fen.

Horizont

Mit dem neuen Förder­pro­jekt „Dis­cov­er Europe“ unter­stützt die Arbeit­erkam­mer Oberöster­re­ich ab sofort Lehrlinge bei Exkur­sio­nen im In- und Aus­land. Das Ziel: Fremd­sprachenken­nt­nisse und Fach­wis­sen aneignen sowie Arbeitsweisen und Kul­turen ander­er Län­der ken­nen­ler­nen. „Lehrlinge sind wichtige Stützen unser­er Gesellschaft. Sie sind die Fachkräfte von mor­gen und ver­di­enen unseren Respekt und die best­mögliche Aus­bil­dung. Dazu gehört mehr, als ihnen nur das reine Handw­erk zu ver­mit­teln“, so AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Völ­lig unver­ständlich ist für ihn deshalb, warum das Land Oberöster­re­ich seine Co-Finanzierung am Vorgänger­pro­jekt eingestellt hat. Neben der fach­lichen Aus­bil­dung sind für das beru­fliche Weit­erkom­men der Fachkräfte von mor­gen auch Europawis­sen und Fremd­sprachenkom­pe­ten­zen wichtig. Aus diesem Grund hat das Berufs­förderungsin­sti­tut (BFI) 24 Jahre lang das von Arbeit­erkam­mer und Land Oberöster­re­ich finanzierte Pro­jekt „Chal­lenge Europe“ für Beruf­ss­chulk­lassen abgewick­elt. Fast 63.000 Lehrlinge kon­nten dadurch an ver­schiede­nen Bil­dungsange­boten, Ver­anstal­tun­gen und Pro­jek­ten – etwa an Betrieb­s­be­suchen, fremd­sprachigem Unter­richt mit Native Speak­ers oder Exkur­sio­nen zum öster­re­ichis­chen und EU-Par­la­ment – teil­nehmen. Rund 10.000 von ihnen erhiel­ten zudem die Chance, län­gere Aus­land­saufen­thalte bzw. Aus­tausch­pro­gramme in EU-Staat­en zu absolvieren. Das Lehrling­spro­jekt hat sich inner­halb des oberöster­re­ichis­chen Beruf­ss­chul­we­sens bestens etabliert und war in manchen Schulen ein Fix­punkt im Zusatzange­bot für die Schüler*innen. Doch Ende 2017 stellte das Land Oberöster­re­ich seine Zahlun­gen ein. „Diese Vor­gangsweise des Lan­des ist angesichts des viel beklagten Fachkräfte­man­gels völ­lig kon­trapro­duk­tiv und ste­ht in krassem Wider­spruch zu der vom Land so oft beschwore­nen Fachkräfte­förderung“, so AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer. Die große Nach­frage und der Erfolg des Pro­jek­ts hat die AK dazu ver­an­lasst, ein Nach­fol­geange­bot zu entwick­eln und dieses zu finanzieren. Mit dem neuen Pro­jekt „Dis­cov­er Europe“ fördert die AK Lehrlinge finanziell bei Exkur­sio­nen im In- und Aus­land. Lehrlinge, die AK-Mit­glieder sind, bekom­men 25 Prozent der Exkur­sion­skosten – max­i­mal aber 200 Euro pro Per­son – von der AK erset­zt. Die Antrag­stel­lung erfol­gt über die Beruf­ss­chulk­lassen an das BFI, das auch die Abwick­lung organ­isiert. Ein­er­seits sollen bei den Exkur­sio­nen im Rah­men von „Dis­cov­er Europe“ die fach­lichen und sprach­lichen Kom­pe­ten­zen der Lehrlinge erweit­ert wer­den, um damit für den glob­alen Wet­tbe­werb bess­er gerüstet zu sein. Ander­er­seits stärken Aus­land­saufen­thalte und Exkur­sio­nen das Bewusst­sein für inter­na­tionale Zusam­men­hänge und erweit­ern so den Hor­i­zont auch in interkul­turellen Fra­gen. „Dadurch prof­i­tieren nicht nur die Lehrlinge selb­st – viele Beruf­ss­chulen kön­nen auch weit­er­hin Net­zw­erke mit Part­ner­in­sti­tu­tio­nen und Fir­menkon­tak­te im Aus­land aus­bauen“, sagt AK-Präsi­dent Dr. Johann Kalli­auer.

Beibehaltung

Für unseren Kampf um den Erhalt des Jugend­ver­trauen­srats ist das ein schön­er und wichtiger Etap­pen­sieg“, freut sich Josef Rehberg­er, Vor­sitzen­der der Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ) Oberöster­re­ich darüber, dass der heute im Land­tag einge­brachte Ini­tia­ti­vantrag der SPÖ-Abge­ord­neten Petra Müll­ner zum Weit­erbe­stand des Jugend­ver­trauen­srates auch von allen anderen Parteien im Land­tag unter­stützt wor­den ist. „Ganz offen­sichtlich haben nun zumin­d­est in Oberöster­re­ich auch die Regierungsparteien einge­se­hen, dass die Jugendlichen ihr Sprachrohr in den Betrieben brauchen und ihnen weit­er­hin ein Recht auf betriebliche Mitbes­tim­mung gegeben wer­den muss“, hofft Rehberg­er, dass Oberöster­re­ich damit zum Vor­bild auch für die anderen Bun­deslän­der wird. Durch die Unter­stützung quer über alle Parteien wird ein lautes Sig­nal an die Bun­desregierung gesendet, von ihren Plä­nen zur Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srats abzurück­en. Bere­its seit Bekan­ntwer­den der dies­bezüglichen Regierungspläne kämpft die ÖGJ ener­gisch für die Beibehal­tung der jugendlichen Inter­essen­vertreterIn­nen in den Betrieben und hat mit zahlre­ichen Aktio­nen auf die Prob­lematik hingewiesen. Der Jugend­ver­trauen­srat ist eine wichtige Anlauf­stelle für Lehrlinge und tritt als Ver­mit­t­lerIn zwis­chen den Anliegen der Lehrlinge und der Betrieb­sleitung ein. Dadurch kommt es in vie­len Fra­gen zu Lösun­gen, die für die Lehrlinge in Ord­nung sind. Wenn in einem Betrieb min­destens fünf jugendliche Arbeit­nehmerIn­nen (unter 18 Jahren bzw. Lehrlinge unter 21 Jahren) beschäftigt sind, ist für die Vertre­tung ihrer Inter­essen ein Jugend­ver­trauen­srat zu wählen. Dessen Rechte und Pflicht­en wie Weisungs­frei­heit, Beschränkungs- und Benachteili­gungsver­bot, Kündi­gungs- und Ent­las­sungss­chutz sowie Bil­dungs­freis­tel­lung im Aus­maß von zwei Wochen pro Funk­tion­spe­ri­ode (2 Jahre) entsprechen im Wesentlichen jenen der Betrieb­sratsmit­glieder. Die wichtig­sten Auf­gaben sind, die wirtschaftlichen, sozialen, gesund­heitlichen und kul­turellen Inter­essen der jugendlichen Arbeit­nehmerIn­nen wahrzunehmen; darauf zu acht­en, dass die Vorschriften, die für das Arbeitsver­hält­nis gel­ten, einge­hal­ten wer­den; die Teil­nahme an Sitzun­gen des Betrieb­srats sowie Vorschläge in Fra­gen der Beruf­saus­bil­dung und der beru­flichen Weit­er­bil­dung einzubrin­gen.

Qualitätsprüfung

Wir hof­fen, dass der gestrige Jobgipfel nicht nur als Mar­ket­ing­show in Erin­nerung bleibt, son­dern dass den Ankündi­gun­gen im Lehrlings­bere­ich auch Tat­en fol­gen“, so der PRO-GE Jugend­vor­sitzende Josef Rehberg­er. Er begrüßt, dass von Seit­en der Regierung einige Maß­nah­men zur Verbesserung der Lehre ange­sprochen wur­den, die die PRO-GE Jugend schon lange fordert. „Was aber fehlt, ist, dass endlich von der Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates abgerückt wird. Der JVR ist ein Garant dafür, dass in den Betrieben eine qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Aus­bil­dung erhal­ten bleibt“, sagt Rehberg­er. Zur angekündigten Imagekam­pagne für die Lehre betont der Jugend­vor­sitzende, dass die beste Wer­bung eine Erhöhung der Lehrlingsentschädi­gun­gen und eine Qual­itätsverbesserung der dualen Aus­bil­dung wäre. „Die Umbe­nen­nung der Lehrlingsentschädi­gung in ein Lehrlings­ge­halt ist eine Mogel­pack­ung, wenn sich an der Höhe nichts ändert. Ger­ade im Rah­men der Kollek­tivver­tragsver­hand­lun­gen gibt es die Möglichkeit, im Sinne der Jugendlichen zu han­deln“, so Rehberg­er. Rehberg­er zeigt sich pos­i­tiv über­rascht, dass die Regierung eine Qual­ität­sprü­fung zur Lehrzei­thälfte fordert: „Wir plädieren seit langem für eine Zwis­chen­prü­fung. Bish­er ist das am Wider­stand der Wirtschaft gescheit­ert. Die Regierung muss in dieser Frage auf Wirtschaft­skam­mer und Indus­triel­len­vere­ini­gung ein­wirken.“ Eine weit­ere Forderung der PRO-GE Jugend ist die Freifahrt für Lehrlinge. In zehn Kollek­tivverträ­gen wurde bere­its umge­set­zt, dass für die Auszu­bilden­den die Fahrtkosten für den Weg ins Beruf­ss­chulin­ter­nat über­nom­men wer­den. „Dass nun endlich die Regierung nachzieht, ist erfreulich. Hier braucht es eine Lösung für alle Lehrlinge“, bemerkt der Jugend­vor­sitzende. Äußerst kri­tisch sieht die PRO-GE Jugend die Ver­schär­fun­gen der Zumut­barkeits­bes­tim­mungen. „Mit Zwang wird man die Jugendlichen nicht dazu bekom­men, erfol­gre­ich eine Lehre zu absolvieren. Es wäre weitaus sin­nvoller, in eine ordentliche Beruf­sori­en­tierung zu investieren, damit die Jugendlichen jene Aus­bil­dung ergreifen, die mit ihren Nei­gun­gen und Tal­en­ten übere­in­stimmt“, sagt Rehberg­er. „Will die Regierung den Fachkräfte­man­gel beseit­i­gen, dann muss sie dafür sor­gen, dass junge Men­schen eine Lehre wieder als Chance begreifen. Dazu braucht es mod­ern­ste Aus­bil­dungs­stan­dards in den Betrieben sowie in den Beruf­ss­chulen und es müssen nach ein­er Lehre Auf­stiegschan­cen und Weit­er­en­twick­lungsmöglichkeit­en gegeben sein. Mit Über­schriften alleine wird sich wenig ändern. Hier braucht es eine gemein­same Kraftanstren­gung von Sozial­part­nern und Regierung“, betont der Jugend­vor­sitzende abschließend.

Ausbildungswege

Häm­mern, Bohren, Schweißen, Palatschinken back­en, sich bei weit­er­führen­den Schulen informieren oder den AMS-Beruf­s­in­ter­essen­test absolvieren. Bei der großen Arbeit­erkam­mer-Beruf­s­in­fomesse „Zukun­ft | Arbeit | Leben“ im VAZ St. Pöl­ten kön­nen Pflichtschü­lerIn­nen Berufe prak­tisch aus­pro­bieren und Ein­blicke in die Arbeitswelt gewin­nen. Bis Fre­itag find­en dort noch Mes­se­tage für angemeldete Schulk­lassen statt. Am Sam­stag, den 22. Sep­tem­ber, kön­nen sich beim öffentlichen Info­tag Eltern und Kinder gemein­sam bei den Ausstellern über Bil­dungs- und Beruf­swege informieren. „Die Nach­frage nach gut aus­ge­bilde­ten Fachkräften ist derzeit groß und steigt. Es ist uns beson­ders wichtig, dass die per­sön­lichen Stärken und Tal­ente der Kinder und Jugendlichen zu den richti­gen Aus­bil­dun­gen führen. Deshalb lässt sie die AK bei der Berufs- und Schul­wahl nicht allein und bringt ihnen die Vielfalt an Berufen und schulis­chen Weit­er­bil­dungsmöglichkeit­en näher“, sagte AK Niederöster­re­ich-Präsi­dent und ÖGB NÖ-Vor­sitzen­der Markus Wieser heute beim Besuch der Messe. Bei der Ver­anstal­tung in St. Pöl­ten sind heuer schon weit über 70 Aussteller vertreten: Über 30 Schulen und rund 20 Unternehmen aus der Region, Gew­erkschaft­sju­gend, Fachgew­erkschaften, Insti­tu­tio­nen wie das AMS , die AUVA, das bfi , die NÖGKK oder das Bun­desheer. Diese Vielfalt an Ausstellern hil­ft den Jugendlichen, einen Ein­blick in ver­schiedene Berufe zu bekom­men. „Wir wollen dabei vor allem Mäd­chen motivieren, tech­nis­che Berufe ken­nen­zuler­nen und zu ergreifen. Das ist uns sehr wichtig, denn bei der Beruf­swahl entschei­den sich Mäd­chen noch immer sehr stark für tra­di­tionelle Aus­bil­dungswege wie etwa Einzel­han­dels- oder Bürokauf­frau, obwohl sie über großar­tige Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en im tech­nisch-handw­erk­lichen Bere­ich ver­fü­gen“, betont AK-Direk­torin Mag. Bet­ti­na Heise. Am Sam­stag, den 22. Sep­tem­ber, öffnet die Messe ihre Tore für Eltern, damit diese sich gemein­sam mit ihren Kindern bei den Ausstellern informieren kön­nen. An diesem Tag gibt es zusät­zlich noch Infovorträge von AK-Exper­tIn­nen mit Tipps für die richtige Schul- und Beruf­swahl. Jugendliche kön­nen auch an einem kurzen Bewer­bungstrain­ing teil­nehmen. AK-Präsi­dent Wieser: „Bei über 200 Lehrberufen und der Vielfalt an weit­er­führen­den Schulen ist der Infor­ma­tions­be­darf groß. Ich lade deshalb alle Eltern ein, mit ihren Kindern am Sam­stag zum öffen­lichen Info­tag zu kom­men.“ Die „Zukun­ft | Arbeit | Leben“ ist eine der größten Messen dieser Art in Niederöster­re­ich. Sie find­et jährlich an zwei Stan­dorten statt. Im Sep­tem­ber in St. Pöl­ten und im Novem­ber in Bad Vös­lau. Ins­ge­samt wer­den mit der Messe über 9.000 Schü­lerIn­nen, rund zwei Drit­tel der Pflichtschu­la­bgän­gerIn­nen eines Jahrgangs, per­sön­lich erre­icht.

Mitbestimmung

Ständig von mehr Mitbes­tim­mung der Bevölkerung zu sprechen, aber gle­ichzeit­ig den Jugend­ver­trauen­srat, den Lehrlingssprech­er, abschaf­fen zu wollen, nimmt fast schiz­o­phrene Züge an. Die Regierung will Jugendliche offen­sichtlich mund­tot machen“, sagt Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Der Jugend­ver­trauen­srat wird demokratisch von Lehrlin­gen gewählt, um eine gle­ichal­trige Vertre­tung zu haben.“ Mit dem Start der Aktion „Jugend.Mitbestimmung.Jetzt“ am 12. Sep­tem­ber informiert die ÖGJ über die Abschaf­fung des Jugend­ver­trauen­srates, die Auswirkun­gen des 12-Stun­den-Tages auf Lehrlinge und die Kürzun­gen für Lehrlinge in über­be­trieblich­er Aus­bil­dung. Das neue Arbeit­szeit­ge­setz macht es für Unternehmen möglich, Lehrlinge nach acht Stun­den Beruf­ss­chule in die Arbeit zu holen. Denn nur für Min­der­jährige ist eine Beschäf­ti­gung im Betrieb nach einem Schul­t­ag von acht Stun­den nicht mehr zuläs­sig. „Uns liegen jet­zt schon genü­gend Fälle vor, in denen Lehrlinge ver­boten­er­weise nach der Beruf­ss­chule arbeit­en müssen. Der 12-Stun­den-Tag macht es möglich, Lehrlinge als bil­lige Arbeit­skräfte auszunutzen und sie nach der Beruf­ss­chule für die Abend­schicht in den Betrieb zu holen. Das ist keine Aus­bil­dung, son­dern Aus­beu­tung!“, so die ÖGJ-Vor­sitzende. „Wer nicht investiert, schöpft keine Gewinne. Das sollte vor allem den Wirtschaftsvertretern klar sein. Sich jet­zt über einen Fachkräfte­man­gel zu beschw­eren, wenn in den ver­gan­genen Jahren die Lehrstellen kon­tinuier­lich zurück­gin­gen und auf die Qual­ität der Aus­bil­dung Null Wert gelegt wurde, ist reine Auge­nauswis­cherei“, betont Hofer. „Nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie aus­bilden, soll­ten regelmäßig über­prüft wer­den.“ Die ÖGJ fordert Kom­pe­ten­zchecks für Betriebe, eine Min­destlehrlingsentschädi­gung von 850 Euro im 1. Lehr­jahr und einen Aus­bil­dungs­fonds für mehr Qual­ität in der Lehrlingsaus­bil­dung. „Die Regierung wäre gut berat­en, den Jugend­ver­trauen­srat zu erhal­ten und jun­gen muti­gen Men­schen die Möglichkeit der Mitbes­tim­mung zu geben und die Zukun­ft ihrer Arbeitswelt mitzugestal­ten. Denn vor allem der Jugend­ver­trauen­srat schaut im Betrieb darauf, dass die Aus­bil­dung gut abläuft und trägt dazu bei, die Aus­bil­dung zu verbessern. Wer die Jugend ignori­ert, ist nicht nur feig, son­dern ver­ant­wor­tungs­los“, sagt die ÖGJ-Vor­sitzende abschließend.

Beratungspraxis

Wir freuen uns, wenn sich die WKÖ Gedanken zur Verbesserung der Lehrlingsaus­bil­dung macht. Die Über­legun­gen müssen aber darüber hin­aus­ge­hen, den Schw­er­punkt auf die Dig­i­tal­isierung zu set­zen und den Schwarzen Peter den Lehrlin­gen zuzuschieben, weil diese nicht aus­re­ichend mobil wären“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der ÖGJ (Öster­re­ichis­che Gew­erkschaft­sju­gend) aktuelle Aus­sagen des WKÖ-Präsi­den­ten. In den Betrieben müsse ein Umdenken stat­tfind­en, fordert Hofer neben einem klaren Beken­nt­nis zu mehr Lehrstellen vor allem auch verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks für die Betriebe: „Wir wis­sen aus unser­er Beratung­sprax­is, dass viele Lehrlinge als bil­lige Hil­f­skräfte einge­set­zt wer­den, denen wenig Wis­senswertes ver­mit­telt wird. Unternehmen soll­ten endlich mehr junge Men­schen anständig aus­bilden anstatt dauernd einen Fachkräfte­man­gel zu bejam­mern. Nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie aus­bilden, soll­ten regelmäßig über­prüft wer­den.“ Ein Aus­bil­dungs­fonds kön­nte die Qual­ität der Lehre steigern, so Hofer weit­er: „Unternehmen, die alle Kapaz­itäten für Lehrlinge hät­ten, aber keine aufnehmen wollen, sollen ein­zahlen in den Fonds, der aus­bilden­den Betrieben zugutekommt.“ Es würde auch dur­chaus Sinn machen, die Regelung zur Lehre von Asylwerber*innen zu über­denken, meint Hofer: „Junge, motivierte Men­schen wer­den verun­sichert, weil ihnen nach Abschluss der Lehre die Abschiebung dro­ht. Wir sprechen uns ganz klar für ein Bleiberecht für Asyl­suchende mit abgeschlossen­er Lehraus­bil­dung aus.“ Abschließend weist Hofer darauf hin, dass sich auch immer mehr Unternehmen für den Erhalt des Jun­gend­ver­trauen­srats aussprechen, den die Regierung abschaf­fen will: „Der Jugend­ver­trauen­srat ist ein wichtiges Bindeglied zwis­chen Lehrlin­gen und ihren Chefs, denn nie­mand weiß bess­er, was die jugendlichen Arbeit­nehmerIn­nen brauchen als ihre selb­st gewählten, gle­ichal­tri­gen Vertreter*innen.“

Kompetenzchecks

Die Wirtschaft hat jahre­lang zugeschaut und kaum in die Qual­ität der Lehrlingsaus­bil­dung investiert“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ) die Aus­sagen Egon Blums im Ö1 Jour­nal. „Wenn die Unternehmer das Prob­lem, keine Fachkräfte zu haben und keine Lehrlinge zu find­en, ein­fach auf ange­blich nicht qual­i­fizierte Jugendliche abschieben, machen sie es sich zu ein­fach.“ Das Image der Lehre lei­det seit Jahren nicht zulet­zt auf­grund man­gel­nder Aus­bil­dungsqual­ität, bestätigte auch Blum. „Jede Schraube ist genormt und wird zehn Mal über­prüft, aber der Lehrling, der sie ein­set­zt, wird in der ganzen Aus­bil­dungszeit kein einziges Mal kon­trol­liert. Das kann nicht sein!“, sagt die ÖGJ Vor­sitzende. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert zur Verbesserung der Aus­bil­dungsqual­ität unter anderem verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks zur Mitte der Lehrzeit, um den Aus­bil­dungs­stand festzustellen, und kon­tinuier­liche Besprechung der Aus­bil­dungsin­halte anhand des Berufs­bildes. „Das würde den Aus­bilderIn­nen und den Lehrlin­gen helfen, bess­er darauf einzuge­hen, wo es noch Aufholbe­darf gibt und was der Lehrling schon gut beherrscht“, ist sich Hofer sich­er. „Auch die Jugend­ver­trauen­sräte tra­gen in den Fir­men zur Verbesserung der Aus­bil­dungsqual­ität bei. Sie bilden sich selb­st weit­er und acht­en darauf, ob alle Aus­bil­dungsin­halte ver­mit­telt oder dass keine aus­bil­dungs­frem­den Tätigkeit­en gemacht wer­den. Wenn die Regierung den Jugend­ver­trauen­srat tat­säch­lich abschafft, ist das zum Nachteil der Lehrlinge und der Betriebe“, so Hofer. „In Zeit­en, in denen Fachkräfte drin­gend benötigt wer­den, dann auch noch motivierte Lehrlinge abzuschieben, ist sowohl für die Wirtschaft als auch men­schlich eine Katas­tro­phe.“ Forderun­gen der ÖGJ für mehr Aus­bil­dungsqual­ität in der Lehre sind unter anderem:
* Prämien für Aus­bilderIn­nen für die Ausübung ihrer Tätigkeit.
* Verpflich­t­ende Kom­pe­ten­zchecks zur Mitte der Lehrzeit, um den Aus­bil­dungs­stand festzustellen.
* Kon­tinuier­liche Besprechung der Aus­bil­dungsin­halte anhand des Berufs­bildes.
* Keine berufs­frem­den Tätigkeit­en.
* Stärk­er­er Fokus und bessere Rah­menbe­din­gun­gen für die Aus­bil­dung der Aus­bilderIn­nen.
* Stärkere Kon­trollen der Betriebe und stärkere Sank­tion­ierung von ver­bote­nen Über­stun­den.
* Öster­re­ich­weit ein­heitliche Fra­gen für die Lehrab­schlussprü­fung.
* Lehrlinge und Aus­bilderIn­nen brauchen aus­re­ichend Zeit im Betrieb für die Vor­bere­itung auf die Lehrab­schlussprü­fung.

Ausweitung

Dass Wirtschaftsmin­is­terin Mar­garete Schram­böck die Lehrlinge ins Land holen will, die wir brauchen und nicht jene, die zufäl­lig zu uns kom­men, ist beze­ich­nend, angesichts dessen, dass sie hier von meist Min­der­jähri­gen spricht, die zufäl­lig aus einem Kriegs­ge­bi­et kom­men und mit dem Leben bedro­ht sind“, kom­men­tiert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ), die Aus­sage der Min­is­terin. „Jun­gen Men­schen wird mit ein­er Lehre die Möglichkeit ein­er Aus­bil­dung gegeben, sich zu beteili­gen und zu inte­gri­eren. Jet­zt will man sie zum Nicht­stun ver­dammen, das ist der näch­ste Schlag ins Gesicht von Lehrlin­gen. Wenn ein junger Men­sch durch seine Aus­bil­dung und Arbeit­skraft so viel in Öster­re­ich beiträgt, soll er auch bleiben dür­fen. Junge Asyl­wer­berIn­nen, die eine Lehre machen, wer­den den Fachkräfte­man­gel nicht lösen, das ist klar. Fraglich ist aber, welch­es Sys­tem die Regierung ver­fol­gt. Ein­er­seits sprechen sie von Fachkräfte­man­gel, ander­er­seits ver­wehren sie jenen die Aus­bil­dung, die genau in den drin­gend benötigten Man­gel­berufen eine Lehre machen. Stattdessen soll nun dir Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge aus Drittstaat­en geöffnet wer­den“, wun­dert sich Hofer über diesen Vorschlag. Denn schon jet­zt kön­nen die Lehrstellen nicht gefüllt wer­den obwohl sich rund 8.800 junge Men­schen in ein­er Über­be­trieblichen Lehre befind­en, 8.600 Asyl­berechtigte für eine Lehre geeignet wären und über 8.000 junge Men­schen laut AMS im Juli lehrstel­len­suchend gemeldet waren. „Ursprünglich war die Idee der Rot-Weiß-Rot-Karte, hochqual­i­fizierte Arbeit­skräfte aus dem Aus­land zu holen. Eine Ausweitung auf die Lehre und eine Her­ab­senkung der Voraus­set­zun­gen, wie die Einkom­mensgren­ze zu senken, lässt ver­muten, dass durch die Hin­tertür junge Men­schen als bil­lige Arbeit­skräfte geholt wer­den sollen“, so Hofer. „Der Fachkräfte­man­gel lässt sich aber am besten durch qual­itätsvolle Aus­bil­dungsplätze und gute Bezahlung lösen und vor allem, wenn Betriebe wieder mehr aus­bilden.“

Inklusion

Die Bun­desju­gend­vertre­tung (BJV) kri­tisiert die geplante Abschaf­fung der Lehre für junge Asyl­wer­berIn­nen. Car­o­line Pavit­sits, Vor­sitzende der BJV, dazu: „Es ist uns abso­lut unver­ständlich, warum man hier ver­sucht, jun­gen Men­schen eine Chance auf eine gute Zukun­ft zu ver­bauen. Asylver­fahren dauern in der Regel mehrere Monate, unter Umstän­den auch mehrere Jahre. Es kann nicht sein, dass junge Men­schen in dieser Zeit zur Untätigkeit gezwun­gen wer­den. Hier wird eine großar­tige Möglichkeit der Inte­gra­tion ein­fach abgeschafft.“ Die BJV plädiert schon lange dafür, dass junge Asyl­wer­berIn­nen auch in die Aus­bil­dungspflicht miteingeschlossen wer­den, was lei­der bish­er nicht passiert ist. Car­o­line Pavit­sits weit­er: „Aus­bil­dung und der Erwerb von Sprachken­nt­nis­sen sind für junge geflüchtete Men­schen abso­lut zen­tral und müssen eine Pri­or­ität sein. Die Inklu­sion von Asyl­wer­ben­den in die Aus­bil­dungspflicht kön­nte das gewährleis­ten. Die Schritte, die momen­tan geset­zt wer­den, gehen allerd­ings in die kom­plett ent­ge­genge­set­zte Rich­tung und ver­wehren jun­gen Men­schen nun auch noch den Zugang zur Lehre. Und das in Zeit­en, in denen viele Branchen unter akutem Lehrlings­man­gel lei­den. Das ist unser­er Ansicht nach ein­fach ein unver­ständlich­er Wider­spruch.“

Jugendschutz

Seit mehr als 10 Jahren set­zt sich die Bun­desju­gend­vertre­tung (BJV) für ein ein­heitlich­es Jugend­schutzge­setz in Öster­re­ich ein. Mit 1. Jän­ner 2019 treten nun neue Regelun­gen für Jugendliche betr­e­f­fend Rauchen, Alko­holkon­sum und Aus­ge­hzeit­en in acht von neun Bun­deslän­dern in Kraft. „Nach unserem jahre­lan­gen inten­siv­en Ein­satz für einen ein­heitlichen Jugend­schutz freuen wir uns sehr über die weit­ge­hende Har­mon­isierung der Jugend­schutzregeln “, so BJV-Vor­sitzen­der Derai Al Nuai­mi. Umso mehr kri­tisiert die BJV, dass die Aus­ge­hzeit­en in Oberöster­re­ich nicht an ein gemein­sames Niveau angepasst wer­den – das Gesetz dazu ist derzeit noch in Begutach­tung. „Jugendliche haben ab 2019 zwar die gle­ichen Rechte, was Rauchen und Alko­holkon­sum bet­rifft, doch von ein­er tat­säch­lichen Vere­in­heitlichung kann erst gesprochen wer­den, wenn wirk­lich in allen Bun­deslän­dern die gle­ichen Regeln gel­ten“, erk­lärt der Vor­sitzende. „Wir bedauern es sehr, dass Oberöster­re­ich bei den Aus­ge­hzeit­en nicht mitzieht und die Inter­essen von Jugendlichen außer Acht lässt. Als Bun­desju­gend­vertre­tung wer­den wir uns deshalb weit­ehrhin für eine gän­zliche Vere­in­heitlichung ein­set­zen“, so der Vor­sitzende abschließend.

Einsparungen

Kri­tik zu den Einsparun­gen des Bun­des in der über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung kommt heute, Mon­tag, von Lan­deshaupt­mann Peter Kaiser und Arbeits­markt- und Lehrlingsref­er­entin LHStv.in Gaby Schau­nig. Nach Plan der Bun­desregierung soll kün­ftig volljähri­gen Lehrlin­gen in über­be­trieblichen Lehraus­bil­dun­gen ihre Aus­bil­dungsentschädi­gung im ersten und zweit­en Lehr­jahr von 753 auf 325 Euro monatlich gekürzt wer­den. Damit wür­den die Lehrlinge über die Hälfte ihres ohne­hin schon beschei­de­nen Einkom­mens ver­lieren. In Kärn­ten wür­den derzeit 600 ÜBA-Lehrlinge in Aus­bil­dung ste­hen, 150 junge Erwach­sene zwis­chen 18 und 25 Jahren seien von den Bud­getkürzun­gen des Bun­des direkt betrof­fen. Die Einsparun­gen, die über diese Aktion in Kärn­ten lukri­ert wer­den kön­nen wür­den, laut AMS-Lan­des­geschäfts­führer Franz Zewell, bei 769.000 Euro liegen. „Eine ver­ant­wor­tungs­be­wusste Poli­tik sorgt dafür, dass junge Men­schen alle Möglichkeit­en bekom­men, um sich beru­flich zu ver­wirk­lichen. Mit der Kürzung der Aus­bil­dungsentschädi­gung für volljährige Lehrlinge in über­be­trieblichen Lehrw­erk­stät­ten geht die Bun­desregierung genau den umgekehrten, den falschen Weg: Sie nimmt jun­gen Men­schen ihre Per­spek­tive, ver­stärkt den Fachkräfte­man­gel und schadet damit der heimis­chen Wirtschaft“, zeigt sich Lan­deshaupt­mann Kaiser ver­ständ­nis­los. Die sein­erzeit­ige Ankündi­gung im Sys­tem und nicht bei den Men­schen sparen zu wollen, höre sich angesichts solch­er Über­legun­gen, ger­adezu wie eine Ver­höh­nung an. „Das ist eine völ­lig unver­ständliche Maß­nahme der Bun­desregierung — Fachkräfte wer­den drin­gend gesucht und genau in diesem Bere­ich wird gekürzt“, sagt LHStv.in Schau­nig. Die Fol­gen dieser Poli­tik seien leicht zu prog­nos­tizieren: Ausstieg aus der Aus­bil­dung, keine abgeschlossene Lehre, langfristig kaum Chan­cen am Arbeits­markt. „Das ist nicht nur gegenüber den Betrof­fe­nen unver­ant­wortlich – das ist volk­swirtschaftlich für ganz Öster­re­ich unver­ständlich. Bei dem täglich beklagten Fachkräfte­man­gel, dort einzus­paren, wo Arbeit­skräfte aus­ge­bildet wer­den, ist schlicht nicht nachvol­lziehbar“, so Schau­nig. Jährlich wür­den rund 60.000 Fachkräfte in der heimis­chen Indus­trie benötigt, doch fast jede fün­fte Stelle bleibe unbe­set­zt. Wie komme die Regierung also auf die Idee, dass es sin­nvoll wäre, ger­ade bei der Aus­bil­dungsentschädi­gung der zukün­ftig stark nachge­fragten Fachkräfte auf so radikale Weise zu kürzen? Die logis­che Kon­se­quenz der drastis­chen Einkom­men­skürzung werde sein, dass viele Jugendliche keine Lehre mehr abschließen. Die höhere Lehrlingsentschädi­gung sei ursprünglich einge­führt wor­den, um auch volljähri­gen Schu­la­b­brech­ern eine Chance für eine Beruf­saus­bil­dung zu bieten und die höheren Leben­skosten der jun­gen Erwach­se­nen abzudeck­en. Sie stelle einen wichti­gen Anreiz dar, um junge Men­schen, die nach dem Pflichtschu­la­b­schluss aus ver­schiede­nen Grün­den keinen weit­eren Aus­bil­dungsweg ein­schla­gen woll­ten oder kon­nten, doch noch zu ein­er Beruf­saus­bil­dung zu motivieren. „Die gute Kon­junk­turlage als Begrün­dung her­anzuziehen ist bei dieser, die Lehrlinge betr­e­f­fend­en Maß­nahme eben­so falsch wie als Begrün­dung für die Ein­stel­lung der Aktion 20.0000 für ältere Langzeitar­beit­slose. Denn ein­er­seits fan­gen wir in den über­be­trieblichen Aus­bil­dungsstät­ten junge Men­schen auf, die am reg­ulären Lehrstel­len­markt aus ver­schiede­nen Grün­den keine Auf­nahme find­en. Zudem wis­sen wir, dass das Lehrstel­lenange­bot in der Wirtschaft großen kon­junk­turellen Schwankun­gen unter­wor­fen ist. Die Lehrlinge, die von den Betrieben in den ver­gan­genen Jahren wegen der anges­pan­nten Kon­junk­turlage nicht aus­ge­bildet wur­den, fehlen heute als Fachkräfte“, erläutern Kaiser und Schau­nig. Der Rück­gang der Jugen­dar­beit­slosigkeit lag in Kärn­ten zulet­zt bei 22 Prozent, Ten­denz weit­er sink­end. Ein Ergeb­nis der Bemühun­gen des Lan­des Kärn­ten, das jährlich 10,5 Mil­lio­nen Euro in die Aus­bil­dungspflicht und Aus­bil­dungs­garantie investiert sowie des AMS Kärn­ten, das 40 Prozent sein­er Bud­get­mit­tel für die Förderun­gen von Jugendlichen aufwen­det. All diese Bemühun­gen wer­den auf Bun­de­sebene nun durch eine kurzsichtige Spar­poli­tik kon­terkari­ert.

Bleiberecht

Asyl­wer­berin­nen und Asyl­wer­ber, die eine Lehrestelle in Öster­re­ich haben, dür­fen nicht abgeschoben wer­den“, fordert Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ): „Die ÖGJ ver­langt ein Bleiberecht für Lehrlinge, aber auch für jene Asyl­wer­berin­nen und Asyl­wer­ber, die ihre Lehre abgeschlossen haben.“ Die ÖGJ als größte poli­tis­che Jugen­dor­gan­i­sa­tion in Öster­re­ich set­zt sich für eine Willkom­men­skul­tur in der Gesellschaft, im Bil­dungs-, Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt ein. „Faire Zugänge zu Bil­dung, Aus­bil­dung und Arbeits­markt sind uner­lässlich, um die Inte­gra­tion von Geflüchteten zu verbessern, die wegen Krieg, Ter­ror und Gewalt ihre Heimat ver­lassen mussten“, sagt Hofer. Dem­nach hat es die ÖGJ sehr begrüßt, als entsch­ieden wurde, dass Asyl­wer­berIn­nen eine Lehraus­bil­dung in Man­gel­berufen machen dür­fen. Lehraus­bil­dun­gen sind ein her­vor­ra­gen­des Mit­tel, um junge Geflüchtete schnellst- und best­möglich am öffentlichen Leben teil­haben zu lassen. Aus diesem Grund sollte der Zugang auf alle Lehrberufe aus­geweit­et wer­den. Auch wirtschaftlich ist es wider­sin­nig, wenn hochmo­tivierte, kom­pe­tente und inte­gra­tionswillige junge Men­schen ihre Leer­stelle aufgeben müssen. „Daher unter­stützen wir die Aus­bil­dungs­be­triebe bei ihrer Forderung, ihre Lehrlinge behal­ten zu dür­fen“, so die ÖGJ-Vor­sitzende.

Cha­rak­ter­los

Dass das Bud­get des AMS gekürzt wird, ist sinn­los genug. Dass dadurch aber auch zukün­ftige Lehrgänge in der Über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung (ÜBA) gefährdet sind und dadurch hun­derte junge Men­schen im Herb­st ohne Aus­bil­dungsplatz daste­hen kön­nten, ist ver­ant­wor­tungs­los“, empört sich Susanne Hofer, Vor­sitzende der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Jed­er Euro, der bei der Aus­bil­dung von jun­gen Men­schen zu Fachkräften ges­part wird, ist Zukun­ft­sraub. Eine solide Aus­bil­dung ist der beste Garant gegen Arbeit­slosigkeit, das sollte auch der Sozialmin­is­terin und dem Finanzmin­is­ter klar sein. Dass jun­gen Men­schen diese Chance genom­men wer­den soll, ist unver­ständlich“, so Hofer. Die ver­gan­genen Tage waren voll von Mel­dun­gen über Fachkräfte­man­gel. „Dass in den let­zten zehn Jahren rund 10.000 Aus­bil­dungs­be­triebe ver­loren gegan­gen sind, darüber spricht nie­mand“, ver­weist die ÖGJ-Vor­sitzende auf den Rück­gang der Aus­bil­dungs­be­triebe. Gab es 2006 noch 37.783 Betriebe, die Lehrlinge aus­ge­bildet haben, so waren es 2016 nur mehr 28.204, das ist rund ein Vier­tel weniger! „Da müssen sich die Unternehmen auch selb­st an der Nase nehmen!“ Die ÖGJ hat schon vor Jahren das Mod­ell der Fachkräftemil­liarde vorgelegt, welch­es die Aus­bil­dung von allen Lehrlin­gen sich­ern und das AMS-Bud­get ent­las­ten würde. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert einen Aus­bil­dungs­fonds (Fachkräftemil­liarde), in den Fir­men ein­zahlen, die nicht aus­bilden, obwohl sie es kön­nten, und aus dem Betriebe, die qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden, Förderun­gen erhal­ten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahres­brut­tolohn­summe durch die Unternehmen finanziert wer­den. Laut Prog­nosen wären das für das Jahr 2018 rund 1,8 Mil­liar­den Euro, die für die Fachkräfte Aus- und Weit­er­bil­dung ver­wen­det wer­den kön­nten. Mit der Fachkräftemil­liarde sollen auch die Plätze in über­be­trieblichen Aus­bil­dungsplätzen finanziert wer­den, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert. „Damit wäre den Jugendlichen, die eine Aus­bil­dung machen wollen, geholfen. Das AMS würde finanziell ent­lastet und dem Fachar­beits­man­gel würde ent­ge­gengewirkt wer­den“, so Hofer abschließend.

Heimplatzsuche

Wer weit ent­fer­nt vom Wohnort in die Schule geht oder studiert, braucht eine passende Unterkun­ft am Aus­bil­dung­sort. Bei der Suche danach unter­stützt die Arbeit­erkam­mer Schüler*innen, Studenten*innen und Lehrlinge mit der größten Wohn­heim­daten­bank Öster­re­ichs. Hier erhal­ten Heim­platz­suchende zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen aus erster Hand – von Preisen über Ausstat­tung, Lage, Zusatzange­bote und Ziel­grup­pen der Heime bis zu den Anmelde­modal­itäten. Nach einem kür­zlich durchge­führten Update ste­hen diese Infor­ma­tio­nen zu mehr als 400 Wohn­heimen in ganz Öster­re­ich topak­tuell zur Ver­fü­gung. Bei Lehrlin­gen müssen seit heuer die Lehrberechtigten die Kosten für den Heim­platz während des Beruf­ss­chulbe­suchs übernehmen. Damit hat noch der „alte“ Nation­al­rat eine jahre­lange AK-Forderung erfüllt. „Wir sind froh, dass wir das für die jun­gen Leute erre­ichen kon­nten“, sagt Präsi­dent Kalli­auer. „Der Zus­tand zuvor war unerträglich. Fürs Beruf­ss­chulin­ter­nat haben viele Lehrlinge die gesamte Lehrlingsentschädi­gung aus­geben und manche sog­ar auf Erspartes zugreifen müssen.“ Schüler*innen und Studierende soll­ten um eine Schul­bei­hil­fe oder ein Stipendi­um ansuchen, um einen Teil ihrer Wohnkosten abdeck­en zu kön­nen. Welche Voraus­set­zun­gen erfüllt sein müssen und ob eine dieser Unter­stützun­gen zuste­ht, kön­nen Betrof­fene bei der Arbeit­erkam­mer unter den angegebe­nen Links rasch informieren. Links: Schul­bei­hil­fen­rech­n­er und Stipen­di­en­rech­n­er.

Sommerfest

Splash Hard feierte den 5. Geburt­stag und 3.000 Besucher*innen sportel­ten, groovten und chill­ten beim leg­endären Som­mer-Open-Air am Ratzers­d­ofer See in St. Pöl­ten. Spi­der Rock/Flying Fox, coole Trend­sport-Ange­bote, Live-Acts und die Head­lin­er Möwe und Flowrag sorgten dieses Jahr für ein span­nen­des Event-Pro­gramm bei Splash Hard. Für Arbeit­erkam­mer Niederöster­re­ich Präsi­dent und Öster­re­ichis­ch­er Gew­erkschafts­bund Niederöster­re­ich-Vor­sitzen­den Markus Wieser, dem Ini­tia­tor von Arbeit­erkam­mer-Young in Niederöster­re­ich, eine schöne Bestä­ti­gung: “Wir freuen uns, dass die Jugend­marke AK-Young so gut bei den Jugendlichen angenom­men wird. Splash Hard ist mit­tler­weile ein Fix­ter­min im Par­tykalen­der der jun­gen Men­schen. Der Mix aus Spaß, Sport-Action, Infor­ma­tion und guter Musik überzeugt. Die Jugendlichen wis­sen genau was sie wollen und wir ste­hen ihnen als stark­er und ver­lässlich­er Part­ner zur Seite”, so Wieser. Für AK Niederöster­re­ich-Direk­torin Mag. Bet­ti­na Heise zeigt der Erfolg der Jugend­marke AK-Young die Wertschätzung der jun­gen Men­schen für das vielfältige Ser­vice-Ange­bot der Arbeit­erkam­mer. Unter den Event­gästen bei Splash Hard 2018: Die Ski-Stars Kathi Gall­hu­ber, Christoph Krenn und Marc Digru­ber, Land­tags-Abge­ord­neter René Pfis­ter, Öster­re­ichis­che Gew­erkschaft­sju­gend-Vor­sitzende Susanne Hofer und AK Niederöster­re­ich-Vizepräsi­dentin Ger­da Schilch­er. Den Event-BesucherIn­nen wurde jede Menge Action geboten. Sport­begeis­terte kon­nten Fun-Sportarten wie Park­our, Micro-Soc­cer, Slack­line und Stand-up Pad­dling kosten­los aus­pro­bieren. Als beson­deres High­light wurde dieses Jahr erst­ma­lig die Trend­sportart Fly­ing Fox/Spider Rock ange­boten — Höhen­flüge und spek­takuläre Aus­sicht­en garantiert. Und für alle, die es etwas ruhiger ange­hen woll­ten, war der See eine einzige Chill-out-Area. Jede Menge Kampfgeist wurde beim Beachvol­ley­ball-Turnier gezeigt. Das Team “Schlechtschmetter­front” bag­gerte sich mit vollem Kör­pere­in­satz und trotz zeitweiliger Schlechtwet­ter­front zum Sieg. Live Music-Acts von Paul & Peter, James Illu­sion und Rays sorgten untertags für den richti­gen Sound am See. Die ange­sagte Aus­troband Flowrag – sie waren schon 2017 bei Splash Hard — eröffnete um 20.00 Uhr das Abend­pro­gramm. Neben neuen Songs durften auch die Ohrwürmer „Helden“ und „Dann kommt die Musik“ nicht fehlen. Sum­mer­feel­ing pur & good vibes! Um 21.20 Uhr betrat­en die Amadeus-Preisträger Möwe die Bühne und bracht­en mit den Ohrwürmern „Sky­line“, „This one is for you“, „Who’s to blame“ und „Lovers Friends“ Ibiza Flair an den Ratzers­dor­fer See. Anschließend kon­nten die Event­gäste bei der After-Show-Par­ty im Infin­i­ty Club in St. Pöl­ten weit­er­feiern. Ein Gratis-Shut­tle brachte die Besucher*innen sich­er zum Event und retour. Weit­ere inter­es­sante Impres­sio­nen sind mit fol­gen­den Link abruf­bar. Link: Splash-Hard.