Ausbildungshilfe

Wie die Tageszeitung „Kuri­er“ veröf­fentlicht, soll die Aus­bil­dungs­bei­hil­fe für über 18-jährige in der über­be­trieblichen Aus­bil­dung (ÜBA) gekürzt wer­den, dafür die Ver­mit­tlung von Lehrlin­gen in Betriebe forciert wer­den. „Als Gew­erkschaft­sju­gend begrüßen wir natür­lich das Bestreben, dass Jugendliche in einem Betrieb aus­ge­bildet wer­den sollen! Aber Jugendlichen in der über­be­trieblichen Aus­bil­dung Geld zu stre­ichen, wird nicht dazu führen, dass sie mor­gen eine Lehrstelle in einem Betrieb find­en. Im Durch­schnitt ver­di­enen sie dort ohne­hin schon weniger, als sie bei ein­er Aus­bil­dung in einem Betrieb bekom­men wür­den“, warnt Sascha Ern­szt, Vor­sitzen­der der Öster­re­ichis­chen Gew­erkschaft­sju­gend (ÖGJ). „Die Regierung soll ihr Sparziel nicht auf dem Rück­en von Jugendlichen finanzieren, die schon am Rande des Exis­tenzmin­i­mums leben. Auch Jugendliche in ein­er ÜBA müssen wohnen und sich etwas zu essen kaufen! Bevor hier der Spars­tift ange­set­zt wird, soll­ten sich die Zuständi­gen genau über­legen, wie sie junge Men­schen bess­er in Betriebe ver­mit­teln kön­nen. Dazu braucht es wieder mehr Betriebe, die dazu bere­it sind, sich die eige­nen Fachkräfte auszu­bilden“, fordert Ern­szt. In den let­zten zehn Jahren sind rund 10.000 Aus­bil­dungs­be­triebe ver­loren gegan­gen. Gab es 2006 noch 37.783 Betriebe, die Lehrlinge aus­ge­bildet haben, so sind es 2016 nur mehr 28.204, das sind ein Vier­tel weniger Aus­bil­dungs­be­triebe! „Unternehmen müssen mit der Aus­bil­dung von Fachkräften gesellschaftliche Ver­ant­wor­tung übernehmen und qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden! Nur jam­mern bringt uns hier nicht weit­er!“, so der ÖGJ-Vor­sitzende. Damit generell wieder mehr Betriebe aus­bilden, hat die ÖGJ das Mod­ell der Fachkräftemil­liarde entwick­elt. Die Gew­erkschaft­sju­gend fordert einen Aus­bil­dungs­fonds (Fachkräftemil­liarde), in den Fir­men ein­zahlen, die nicht aus­bilden, obwohl sie es kön­nten, und aus dem Betriebe, die qual­i­ta­tiv hochw­er­tig aus­bilden, Förderun­gen erhal­ten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahres­brut­tolohn­summe durch die Unternehmen finanziert wer­den. „Förderun­gen, die wie mit der Gießkanne an Betriebe verteilt wer­den und an kein­er­lei Qual­ität­skri­te­rien bezüglich der Aus­bil­dung geknüpft sind, hal­ten wir schlichtweg für falsch und nicht zielführend“, so Ern­szt abschließend.