Ausbildung

Betriebe, die Lehrlinge aus­bilden, machen damit nach Ende der Lehrzeit im Schnitt 1.200 Euro Gewinn pro Lehrling, beweist eine Studie des Öster­re­ichis­chen Insti­tuts für Berufs­bil­dungs­forschung und des Insti­tuts für Bil­dungs­forschung der Wirtschaft. Da kann sich Arbeit­erkam­mer Präsi­dent Rudi Kaske „nur wun­dern, dass die Wirtschaft über Fachkräfte­man­gel klagt, aber selb­st nicht aus­bildet.“ Laut AK-Schätzung haben derzeit rund 23.000 Jugendliche trotz Suche keine Lehrstelle in einem Betrieb. Sie suchen entwed­er direkt einen Lehrplatz, sind in Schu­lun­gen des Arbeits­mark­t­ser­vice oder in ein­er über­be­trieblichen Aus­bil­dung. Ihnen bieten die Betriebe nur 5.400 offene Lehrstellen an. Kaske an die Wirtschaft: „Schafft schnell mehr Lehrplätze! Das bringt euch was.“ Im Schnitt kostet ein Lehrling einen Betrieb über die gesamte Aus­bil­dungszeit rund 14.300 Euro, ergibt die Studie (gerech­net auf dreiein­halb Jahre). Davon muss zunächst die Lehrstel­len­förderung von durch­schnit­tlich rund 5.100 Euro pro Lehrling abge­zo­gen wer­den – die Kosten sinken dadurch auf rund 9.200 Euro. Übern­immt eine Fir­ma aus­ge­bildete Lehrlinge, spart sie sich schließlich rund 10.400 Euro Rekru­tierungskosten je Fachkraft, die sie nicht zusät­zlich ein­stellen muss. Das ergibt unterm Strich rund 1.200 Euro Gewinn pro eigen­em Lehrling. Die Rekru­tierungskosten entste­hen im Wesentlichen dadurch, dass eine neu eingestellte Fachkraft erst eingear­beit­et wer­den muss, heißt es in der Studie. Bei Lehrab­sol­ventIn­nen im eige­nen Betrieb fällt das Einar­beit­en logis­cher­weise weg. „Da müssten eigentlich alle Betriebe sofort mehr Lehrlinge aufnehmen“, sagt Kaske. „Aber lei­der beobacht­en wir im Moment nur eine zaghafte Zunahme der Zahl der Lehrstellen.“ Kaske ver­langt, dass die Betriebe schnell mehr Lehrplätze schaf­fen. Überdies ver­langt er ein Qual­itätssicherungssys­tem, damit mehr Lehrlinge bei der Lehrab­schlussprü­fung antreten und erfol­gre­ich abschließen. Zusät­zlich müssten die Beruf­ss­chulen in Rich­tung dig­i­tale Bil­dung aufgerüstet wer­den – drin­gend sei etwa ihre Ausstat­tung mit WLAN.