Arbeitsmarkt

Das AMS befürchtet, dass die Bun­desregierung Förderun­gen für die Arbeits­mark­t­poli­tik stre­ichen will. Betrof­fen sein kön­nten unter anderem die Über­be­triebliche Lehraus­bil­dung für Jugendliche. Die soll laut Regierung­spro­gramm auf das „abso­lut notwendi­ge Aus­maß“ reduziert wer­den. Ein strik­tes Nein zu diesen Plä­nen kommt von der Arbeit­erkam­mer Niederöster­re­ich. AK NÖ-Präsi­dent und ÖGB NÖ-Vor­sitzen­der Markus Wieser sieht durch das Vorhaben die Aus­bil­dungschan­cen von mehr als 1.300 niederöster­re­ichis­chen Jugendlichen gefährdet. Sie gel­ten als Erfol­gspro­gramm und die Bilanz unter­mauert das: Mehr als 1.300 Jugendliche besuchen aktuell in Niederöster­re­ich Pro­gramme in der Über­be­trieblichen Lehraus­bil­dung. Der Großteil eignet sich in Lehrgän­gen mit Betrieb­sprak­ti­ka das Wis­sen für den Lehrab­schluss an, gut 620 absolvieren die gesamte Lehre in Über­be­trieblichen Lehrw­erk­stät­ten. „Diese jun­gen Men­schen hät­ten ohne die Über­be­triebliche Lehraus­bil­dung kaum Chan­cen auf einen Lehrplatz“, sagt Wieser. „Lei­der gibt es Branchen, in denen Betriebe viel zu wenig Lehrplätze anbi­eten während sie drin­gend Fachkräfte brauchen. Genau hier bietet die Über­be­triebliche Aus­bil­dung eine echte Chance für Jugendliche“. Viele junge Men­schen kön­nen so etwa eine Lehre im Met­all­bere­ich, als Bürokau­fleute oder als Grün­fläch­en­er­hal­terIn­nen machen. Wieser hebt auch die gute Zusam­me­nar­beit mit der Wirtschaft her­vor: „Wenn es um Aus­bil­dung und Qual­i­fika­tion geht, genügt es nicht, Son­ntagsre­den zu hal­ten. Deshalb haben die Sozial­part­ner in Niederöster­re­ich für Aus­bil­dung und Beruf­sori­en­tierung gemein­sam viel Geld in die Hand genom­men, und das mit Erfolg.“ Auch die langfristige Per­spek­tive zeigt die Bedeu­tung der Über­be­trieblichen Aus­bil­dung: Seit der Ein­führung vor 18 Jahren haben dort allein in Niederöster­re­ich 13.500 Jugendliche erfol­gre­ich ihre Lehrab­schlussprü­fung absolviert. „Diese Maß­nah­men sich­ern jun­gen Men­schen Zukun­ftsper­spek­tiv­en und Unternehmen drin­gend benötigte Fachkräfte“, sagt Wieser. „Genau dort sollte man also nicht eins­paren son­dern im Gegen­teil darüber nach­denken, wie man diese erfol­gre­iche Struk­tur fes­tigt und aus­baut. Ohne För­der­mit­tel der Bun­desregierung wird das nicht gehen.“